Statt auf dem Platz zu stehen, war Finn Seger kürzlich im Krankenhaus. Der Fußballer des SV Niederschopfheim hat Stammzellen gespendet – und damit vielleicht ein Leben gerettet.
Fußball spielt im Leben des 21-Jährigen Finn Seger eine große Rolle. In den vergangenen gut zwei Wochen jedoch rückte das für den Spieler des SV Niederschopfheim in den Hintergrund. Denn Seger spendete in der vergangenen Woche Stammzellen für eine an Leukämie erkrankte Person.
Der Grundstein dafür wurde im vergangenen Jahr beim Sommermasters des SV Niederschopfheim gelegt. „Dort hat sich unsere ganze Mannschaft im Rahmen einer Aktion von der Freiburger Stammzelldatei typisieren lassen“, berichtet Seger im Gespräch mit unserer Redaktion. Von diesem Moment an waren Seger und seine Kollegen als potenzielle Spender in der Datenbank.
Im Juli dieses Jahres bekam der 21-Jährige dann eine E-Mail: Er komme als potenzieller Stammzellenspender für einen Leukämie-Patienten in Frage. „Da war ich erst mal überrascht“, gesteht Seger. Es folgten weitere Bluttests und Untersuchungen, ehe dann feststand: Seger ist ein passender Stammzellenspender.
Nach den ersten Tests geht alles relativ schnell
„Danach ging es dann relativ schnell“, berichtet Seger. Am 6. Oktober war die finale Voruntersuchung und am 21. Oktober folgte die Entnahme. Bei der peripheren Stammzellspende wurden Stammzellen über eine Blutentnahme mit spezieller Zellseparation (Apherese) gewonnen. Fünf Stunden hatte Seger zwei Nadeln in den Armen – „eine Art Dialyse“, erklärt er.
Aus dem Blut wurden dann Stammzellen gewonnen, die der an Blutkrebs erkrankten Person die Chance auf ein neues Leben ermöglichen sollen. Ein schönes Gefühl, sagt Seger. Dafür nehme er gerne kleinere Nebenwirkungen in Kauf.
Leichte Nebenwirkungen, die der 21-Jährige gerne in Kauf nimmt
In den Tagen vorher musste er sich zweimal täglich spritzen, um die Bildung von Stammzellen anzuregen, damit am Tag der Spende genug vorhanden sind. Dadurch hatte Seger grippeähnliche Symptome wie Kopf- und Gliederschmerzen und war schlapp. Einschränkungen, die er gerne in Kauf genommen habe, um zu helfen.
Mittlerweile gehe es ihm auch wieder gut. „Ich merke nur noch, dass ich noch ein bisschen schlapp bin“, sagt er. Bis er wieder auf dem Fußballplatz stehen wird, dürften daher noch ein paar Tage vergehen. „Mit den Trainern ist das alles besprochen und sie finden das gut. Fußball und alles andere ist da nebensächlich“, sagt Seger, der den Empfänger oder die Empfängerin seiner Spende nicht kennt. Erst zwei Jahre nach der Spende könne man in Kontakt treten – wenn es denn beide Seiten wollen, erklärt der 21-Jährige, der hofft, dass seine Stammzellen bei dem Leukämie-Patienten anschlagen.
Im Januar startet der SV Niederschopfheim die nächste Typisierungsaktion
Bei seinem Verein, der die Typisierungsaktion gestartet hatte, freut man sich sehr und ist stolz. „Es freut uns sehr, dass wir durch die jüngste Aktion einem Menschen helfen konnten und einen passenden Spender gefunden haben“, sagt Sportvorstand Nicolas Braun. Die nächste Typisierungsaktion in Hohberg ist bereits geplant. Im Rahmen des 50. Hohberger Hallenmasters am 16. und 17. Januar wird es wieder eine Registrierungsaktion der Freiburger Stammzelldatei geben, berichtet Braun.
Dass eine solche Aktion viel bewegen kann, zeigt der 21-jährige Finn Seger vom SV Niederschopfheim, der mit seiner Stammzellenspende einem Leukämie-Patienten helfen konnte.