Wie arbeitet und was verdient ein Bergmann? RTL-Moderator Steffen Hallaschka (rechts) spricht darüber mit Bergmann Luka Draganjac. Foto: RTL / i&u

Das Salzbergwerk Stetten ist einer der spannendsten Arbeitsplätze, den man sich vorstellen kann. Wie dort „geschafft“ wird, zeigt heute zur Prime-Time der Fernsehsender RTL.

Ab 20.15 Uhr bekommen die Zuschauerinnen und Zuschauer in einer neuen Folge der beliebten Sendung „Was verdient Deutschland? Das große Gehaltsranking“ Einblicke in das, was etwa 90 Meter tief im Erdboden vor sich geht. Und zwar, indem Bergmann Luka Draganjac über seine tägliche Arbeit im Salzbergwerk berichtet - und davon, was er verdient.

 

Kern der Sendung ist es nämlich, den Menschen am TV diverse Berufsbilder und deren Vergütung näher zu bringen. Was verdient ein Pfarrer? Kann man als Künstler ein einkömmliches Leben führen? Was zahlen große Konzerne ihren Angestellten? Und was bleibt am Monatsende auf dem Konto einer Domina hängen? Mit solchen Fragen befassen sich Moderator Steffen Hallaschka und die Reporter Stefan Uhl und Carolin von der Groeben. Sie schauen dabei hinter die Kulissen und liefern laut dem privaten TV-Sender „überraschende Fakten und ehrliche Einblicke“ in die Gehaltsabrechnungen der Republik.

Mythos Bergmann

Und weil Bergmann in der heutigen Zeit nicht gerade ein alltäglicher Beruf ist, hat sich RTL ans Salzbergwerk in Stetten gewandt. Der Bergmann, landläufig auch „Kumpel“ gerufen, er stand einst wie kein anderer Beruf als Symbol für den wirtschaftlichen Aufschwung eines ganzen Landes. Bergbau, das war praktisch der Motor des Wirtschaftswunders in der jungen Bundesrepublik der 1950er Jahre.

Zwei Tage dauerten die Dreharbeiten für die RTL-Sendung "Was verdient Deutschland?" unter Tage im Salzbergwerk Stetten. Foto: Wacker Chemie AG

Aber so, wie viele andere Berufe auch, hat sich die Tätigkeit eines Bergmannes in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Verband man mit ihm früher das Bild des Mannes, der sich mit einer Spitzhacke furchtlos jenseits allem Tageslicht durch Jahrtausende altes Gestein gräbt, so ist er heute eher ein Techniker, der unter Tage tonnenschwere und sehr komplexe Maschinen und Anlagen bedient.

Kamerateam beeindruckt

Auf der Suche nach Drehmöglichkeiten für ein Portrait über den Beruf Bergmann ist die von RTL beauftragte Produktionsfirma schon vor einiger Zeit auf die Wacker Chemie AG zugekommen, wie Christoph Kleiner, Leiter der Standortkommunikation bei Wacker Chemie, auf Anfrage unserer Zeitung erklärt. Bei einer Vorabbesichtigung der Gegebenheiten unter Tage sei das Filmteam dann so beeindruckt gewesen, dass man entschieden habe, auch die Anmoderationen aller anderen heute gezeigten Filmbeiträge vom Salzbergwerk aus zu drehen.

Es dürfte also beim Gucken von „Was verdient Deutschland?“ ein bisschen der Eindruck entstehen, als ob das Salzbergwerk das eigentliche Filmstudio ist, von dem aus Moderator Steffen Hallaschka die Sendung dirigiert. Vor allem, wenn er im stockfinsteren Bergwerk effektvoll ein Streichholz anzündet und somit symbolisch Licht ins Dunkel bringt.

Dreharbeiten dauern zwei Tage

Zwei Tage lang, so Christoph Kleiner, sind Ende April im Bergwerk die Kameras gelaufen. Gedreht wurde an verschiedenen Punkten, zum Beispiel im großen Barbarasaal. Gefilmt wurde aber auch an Stellen, wo sonst die Maschinen für die Gewinnung von Steinsalz in die Felsen vordringen. Und mitten drin immer Luka Draganjac, der seine Arbeit als Bergmann und Sprenger vorstellt.

Die Fahrzeuge, die im Salzabbau eingesetzt werden, setzte das Filmteam gekonnt in Szene. Foto: Wacker Chemie AG

Den größeren Teil der Dreharbeiten absolvierte ein gut 20-köpfiges Filmteam an einem Freitag, an dem im Stettener Bergwerk in aller Regel eher Wartungsarbeiten stattfinden. Nachdreharbeiten in kleinerem Umfang wurden schließlich noch am darauffolgenden Montag von einem kleineren Team bei voller Produktion unter Tage vorgenommen.

Schon öfters Film-Location

„Die Dreharbeiten waren auch für unsere Belegschaft spannend und interessant“, erzählt Christoph Kleiner. Dabei sind Filmarbeiten in Stetten unter Tage gar nicht mal so außergewöhnlich: erst vor Kurzem war SAT1 da und 2003 ist in den Salzstollen der Kinofilm „Abgefahren – Mit Vollgas in die Liebe“, eine romantische Komödie über illegale Autorennen mit Stars wie Felicitas Woll („Dresden“), Teresa Weißbach („Sonnenallee“) und Sebastian Ströbel („Die Bergretter“) entstanden.

Moderator Steffen Hallaschka vor dem großen Silo, über den Streusalz für die Straße auf Lastwagen verladen wird. Foto: RTL / i&u

So wie alle anderen, ist auch Christoph Kleiner auf die Sendung gespannt, die heute zur besten Sendezeit ab 20.15 Uhr ausgestrahlt wird. Sie dürfte wohl auch einen kleinen Einblick darin geben, wie Salz in Stetten abgebaut und im großen Chemie-Werk im bayerischen Burghausen weiterverarbeitet wird.

Das Salzbergwerk in Stetten

Dank einer Anregung des Preußenkönigs Friedrich Wilhelms IV. wird seit 1854 in Stetten Steinsalz abgebaut. Die WACKER Chemie hat das Bergwerke von der Preussischen Bergwerks- und und Hütten AG 1924 gepachtet, 1960 schließlich gekauft.

Beschäftigt sind dort etwa 70 Mitarbeitende. Mehr als 100 Fahrzeuge sind unter Tage im Einsatz. Das Bergwerk erstreckt sich auf eine Fläche von rund zwölf Quadratkilometer, diese liegt nahezu vollständig unter Tage.

Bis zu 500.000 Tonnen Salz werden pro Jahr in Stetten abgebaut. Der Großteil der Produktionsmenge wird als Streu- und Auftausalz verkauft. Der kleinere, für WACKER aber wichtigere Mengenanteil geht als Industriesalz ins Stammwerk Burghausen und wird dort in der Chlorelektrolyse zur Herstellung von Chlor, Natronlauge und Wasserstoff genutzt. Chlor ist wichtiger Reaktionsstoff für sämtliche Silikone-Produkte sowie die Produktion von hochreinem Polysilicium, dem Ausgangsstoff für Microchips. Quelle: WACKER Chemie AG