Arne Hahn (links) spricht mit Martin Schmitt über seine einzigartige Karriere. Foto: Johannes Feederle

Auch wenn ihn das perfekte Abheben zu einem der erfolgreichsten deutschen Sportler aller Zeiten gemacht hat, ist er doch stets auf dem Boden geblieben: Martin Schmitt. Er gehörte zur absoluten Weltspitze im Skispringen.

Gemeinsam mit Sven Hannawald machte er das Skispringen zeitweise zu einer der populärsten Zuschauersportarten in Deutschland. Unser Reporter Arne Hahn hat ihn in den "Black Forest Studios" in Kirchzarten besucht.

 

Hallo Martin, toll, dass Du Dir Zeit für uns genommen hast. Als Skisprung-Rentner hast Du nämlich einen ziemlich vollen Terminkalender. Erzähl mal, was bei Dir so los war in der letzten Zeit.

Martin Schmitt: "Ja, die Wintermonate sind natürlich nach wie vor recht streng bei mir. Ich bin viel unterwegs und habe relativ viele Termine. Ich bin dem Skisprung-Sport ja noch auf verschiedenen Ebenen verbunden. Ich bin zum einen jetzt auf der Weltcup-Ebene TV-Experte bei Eurosport und begleite die Weltcup-Springen. Einen Teil der Weltcup-Springen als Co-Kommentator, bei der Vierschanzentournee oder bei Olympia bin ich als klassischer Experte dabei, also mit Vorberichten, Nachberichten, Analyse. Das ist natürlich toll, nach wie Kontakt zur Szene zu haben."

Nur von der anderen Seite.

Genau, jetzt kann ich mal die Fragen stellen. Ich bin aber auch noch im Trainerbereich tätig, bin DSV-Talentscout und als solcher im Nachwuchsbereich des Deutschen Skiverbands tätig. Da hoffe ich natürlich, dass ich ein bisschen meinen Input geben kann, dass das auch fruchtet und wir auch in Zukunft starke Adler in Deutschland haben werden.

Das wäre klasse. Ich kann mich noch sehr gut an die Zeit der richtig starken Adler erinnern. Wie war das damals? Also wenn du jetzt zurückdenkst an die Zeit, als es wirklich dermaßen durch die Decke ging. Kommt einem das heute irgendwie unwirklich vor? Ich stelle mir das schon gigantisch vor.

Ja, so ein bisschen schon. Wenn man zurückblickt, dann blickt man auch mal noch weiter zurück. Auch darauf, als man als Jugendlicher den Sport ausgeübt hat, als man selber noch die die großen Jungs bewundert hat am Fernseher. Und als man geschaut hat, dass man so schnell wie möglich nach Hause kommt, um Olympische Spiele zu schauen. Einmal musste mich meine Mama von der Schule abholen, weil es mit dem Bus zu lange gedauert hätte. Und dann darf man irgendwann selber mittun und mitwirken. Sven und ich haben das dann über eine Zeit ja auch irgendwie ein bisschen geprägt, und es war ein wahnsinniger Trubel.

Nicht nur irgendwie, das wart schon Ihr zwei!

Ja, das war natürlich schon großartig, was da passiert ist. Und hätte man sich damals zuvor auch nie ausmalen können.

Du hast gesagt, schon als kleiner Junge war das Dein Fokus beziehungsweise ein Ziel und mehr als nur eine Träumerei: Ich will's mal wirklich dorthin schaffen!

Ja, natürlich wollte ich den Sport immer so gut wie möglich ausüben. Und dann ist man im Jugendbereich und hat hier im Schwarzwald auch die ersten Berührungspunkte mit den Jungs – mit Christoph Duffner, Hansjörg Jäkle oder Dieter Thoma – und darf mit denen mal zusammen trainieren und sehen, wo die stehen und denkt sich: »Puh, der Weg ist schon weit.« Aber irgendwann merkt man, ich komme so langsam näher. Und da merkt man: Hey, so unrealistisch ist es vielleicht gar nicht, dass du da auch mal mitmachen kannst. Dann packt es einen noch mal. Das ist natürlich eine riesige Motivation. Wir hatten hier im Schwarzwald eine brutal starke Trainingsgruppe. Die Älteren haben auch geholfen, haben mir Tipps geben. Der Dieter (Thoma) war im Team quasi der große Bruder. Er war natürlich großes Vorbild, aber er hat sich auch gekümmert, hat viele Tipps gegeben. Dafür bin ich ihm auch total dankbar.

Und wann kam Sven Hannawald ins Spiel?

Mit Sven war das ein paralleler Weg. Wir waren erst zusammen in der B-Mannschaft, haben uns durch den Continental-Cup gekämpft, dann aber bald im Weltcup Fuß gefasst und uns auch gegenseitig geholfen und gepusht. Wir waren beide sehr leistungsorientiert. Als wir es in die erweiterte Weltspitze geschafft hatten, war das auch noch nicht genug. Hatte der eine mal vorgelegt, hat der andere nachgezogen.

Es war also auch ein persönlicher Wettkampf gegeneinander? Also nicht auf Biegen und Brechen, sondern einer, bei dem man sich aus Spaß pusht.

Ja, aus Spaß. Ziel war nicht, besser zu sein als der andere, wir wollten beide nach vorn. Ich glaube, wir hatten beide irgendwie unausgesprochen das gleiche Ziel und haben da einfach tagtäglich alles dafür gegeben. Da waren wir uns sehr sehr ähnlich, und das hat uns sicherlich auch weiter nach vorne gebracht.

Das »alles Geben« war doch sicherlich eine knallharte Zeit, oder?

Ja, natürlich, aber das macht ja auch Freude. Man ist sehr jung, hat Energie und merkt, man kann jetzt irgendwie seinen Traum leben und etwas Besonderes schaffen. Man hat natürlich keine Garantien im Sport. Also, es war, glaube ich, sowohl bei Sven als auch bei mir so. Wenn ich jetzt mit 18 aufgehört hätte, dann wäre das sicher schade gewesen, man wäre aber auch nicht vermisst worden. Und bei Sven war es auch so, er ist ja ein paar Jahre älter und hatte schon ein paar Jahre im Continental-Cup, in denen er einfach den Sprung in den Weltcup nicht geschafft hat. Dann war da schon auch die Diskussion, wird er weiter gefördert oder nicht. Aber er hat immer absoluten Wille gezeigt und hat alles dafür gegeben. Dann ist es natürlich schön, wenn es aufgeht. Aber man hat eben nie eine Garantie. Man muss erst einmal in Vorleistung gehen, und dann geht es vielleicht auf. Und ich kenne natürlich auch viele Jungs, die auch alles gegeben haben …

... aber bei denen der letzte Schritt einfach nicht funktioniert hat.

Ja, und das aus ganz verschiedenen Gründen. Beim einen oder anderen kommen auch Verletzungen dazu. Ein Schwarzwälder, mit dem ich wirklich von ganz klein auf zusammen gesprungen bin, ist Alexander Herr. Mit ihm bin ich wirklich von der Kinderzeit zusammen hochmarschiert, bis wir dann im Weltcup standen. Wir haben auch viele Dinge gemeinsam gewonnen – unter anderem 2001 in Lahti die gemeinsame Goldmedaille. Er hatte eben brutal viele Verletzungen und war da immer wieder gebeutelt – da steckt man einfach nicht drin.

Sicher nicht. Und dann muss man aufpassen, dass man nicht in ein Loch fällt.

Klar. Aber es ist eben letztendlich Leistungssport.

Speziell Skispringen stelle ich mir da extrem schwierig vor. Mal ganz blöd gefragt: Geht man da wirklich von Anfang an auf die Schanze, oder hat man da nicht auch Bammel?

Man wächst ja sehr langsam rein.

Es geht also nicht gleich auf die große Schanze?

Nein, man fängt auf kleinen Schanzen an. Also erst mal auf einer 20-Meter-Schanze. Voraussetzung ist zunächst, dass man Skifahren kann. Da springt man ja auch schon mit Alpin-Ski über kleine Hügel. Dann ist der Schritt auf die Kinderschanze eigentlich nicht so groß. Es kostet natürlich schon auch Überwindung. Man kann ja nicht sagen: »Okay, ich mache jetzt eine Kurve und fahre doch drumherum.« Wenn, dann muss man es schon durchziehen. Das ist einfach der Charakter unserer Sportart. Und dann gibt es natürlich einige Prüfungen. Jeder Schanzen-Wechsel, jede nächste Schanzen-Größe – das sind schon Herausforderungen. Ich kann mich noch erinnern, als ich das erste Mal von einer 60-Meter-Schanze gesprungen bin. Ich glaube, ich habe oben fast eine Stunde gebraucht, bis ich mich getraut habe. Das gibt es schon. Nachher ging es mir besser, aber an diesen Moment kann ich mich noch sehr genau erinnern.

Wenn wir schon bei den Schanzen sind: Gibt es eine Lieblings- und/oder eine Horror-Schanze?

Eigentlich nicht. Es gibt natürlich Orte, Schanzen, wo man gerne springt, wo man weiß, dass einem das Profil liegt oder an die man besonders gute Erinnerungen hat. Bei mir war Lahti in Finnland so ein Ort. Da hatte ich eine gute Vorstellung für meinen Sprung. Ich wusste einfach, was ich zu tun habe, und war dort auch sehr erfolgreich. Ich bin in Lahti Weltmeister geworden im Einzel und mit der Mannschaft und habe auch Weltcups gewonnen. Wenn man viele Erfolgserlebnisse an einem Ort hat, dann ist der Ort natürlich positiv besetzt. Und da gibt es andere Schanzen, die einem vielleicht nicht so liegen. Manchmal täuscht man sich auch.

Welche?

Ich hatte beispielsweise in Liberec immer gedacht: Das ist nix. Dann bin ich aber 2009, nach einer längeren Durststrecke, noch einmal Vizeweltmeister geworden – und das im höheren Sportler-Alter. Seitdem ist dieser Ort auch wieder in positiver Erinnerung.

Rückblickend auf Deine aktive Karriere – gibt es ein Ereignis, von dem Du sagst: Das war sensationell, das werde ich nie vergessen? Und eines, das Du am liebsten vergessen würdest?

Ich tue mich immer schwer mit einer Rangfolge von Erfolgen. Da gibt es verschiedene, zum Beispiel der erste Gesamtweltcup. Das war recht dramatisch, Skifliegen in Planica und am letzten Wochenende noch das Gelbe Trikot gesichert. Das war so ein besonderer Erfolg. Weil es eben auch so ein bisschen ein Traum war, mal sagen zu können: »Okay, ich bin in dieser Saison wirklich der beste Skispringer der Welt gewesen!« Das war was ganz Besonderes. Aber auch die Weltmeistertitel, speziell Lahti – den Titel verteidigt in einem ganz dramatischen Wettkampf im zweiten Durchgang. Das ist eben auch der Charakter des Wettkampfs. Ich war Dritter nach dem ersten Durchgang und habe dann im zweiten Durchgang mit Schanzenrekord das Ding gewonnen, Titel verteidigt, Goldmedaille mitgenommen. Das ist natürlich großartig. Solche Wettkämpfe bleiben in Erinnerung. Aber auch die Team-Wettkämpfe, die teilweise eine wahnsinnige Dramatik haben. Zum Beispiel: 1999 bei der WM in Ramsau haben wir auch gewonnen mit einer Schwarzwälder Truppe – und mit zwei Stürzen. Da denkt man, das geht gar nicht. Der erste Sturz, und man denkt: Jetzt ist der Wettkampf gelaufen! Dann kämpft man sich sich wieder ran und merkt, man kann es trotzdem noch schaffen. Dann stürzt der Zweite, und am Ende haben wir es doch noch geschafft. Das ist natürlich großartig. Oder Olympia – dort haben wir mit einem Zehntelpunkt Vorsprung gewonnen. Das sind schon ganz besondere Momente.

Und davon gibt es eine Menge.

Ja, ich erzähle und erzähle, und Du merkst schon, dass die negativen Ereignisse in den Hintergrund rücken, gar nicht präsent sind.

Dann will ich jetzt auch gar nicht darauf herumreiten.

Nein, so ist es nicht. Gerne verzichtet man natürlich auf Stürze, auf Sturz-Erfahrungen. Unterm Strich gehört es eben auch dazu.

Du hast eben die Mannschafts-Wettbewerbe angesprochen, das Team, die Adler. Wie ist das, nachdem ihr alle im bürgerlichen Leben angekommen seid: Gibt es noch Kontakt?

Es kommt immer darauf an, wer in welchem Bereich tätig ist. Mit ein paar hat man Überschneidungspunkte und trifft sich halt öfters, mit den anderen weniger, weil viele auch aus dem Sport rausgehen und mit dem Sport nichts mehr groß zu tun haben. Aber immer wenn man sich dann wieder trifft, ist es sofort total nett, und man redet ganz locker und ist sofort wieder in der Zeit zurück. Da merkt man dann schon, dass man gemeinsam eine tolle Zeit hatte.

Du hast eben gesagt, dass manche komplett raus aus dem Skisprung-Sport sind. War das für Dich nie eine Option zu sagen: Ich hör jetzt auf, Schluss, aus, fertig. Ich mach was anderes?

Nee, ich liebe Sport, vor allem den Skisprung-Sport. Ich bin insgesamt sehr sportbegeistert. Nach der aktiven Karriere im Leistungssport auch weiterhin etwas im Sport machen zu dürfen, ist für mich ein großes Privileg. Damit bin ich total glücklich.

Wenn ein Fußballer aufhört, dann kickt der ab und zu mal noch, ein Tennisspieler der aufhört, kann auch noch mal spielen. Springt Martin Schmitt heute auch noch ab und zu mal von einer Schanze?

Nee. Es gibt schon ein paar, die das machen, aber es hat sich da bei uns zumindest keine Kultur entwickelt. Es gibt zwar ein paar Masters-Wettkämpfe. Das ist auch eine Gemeinschaft, eine coole Clique. Aber da habe ich den Weg nie reingefunden. Das wäre wahrscheinlich eher was, wenn es hier in der Region ein paar Jungs gäbe, und man würde sagen: »Okay, gehen wir mal wieder Skispringen!« Das ist eben ein Sport, den man eigentlich nur leistungsorientiert betreibt. Und wenn, dann hat man gleich auch wieder so einen Anspruch an sich selber, will die Sache gut machen. Einfach nur so springen, dass gesprungen ist … da fehlt mir der Reiz. Wenn, dann würde es mich eher reizen, mit dem heutigen Material zu schauen, wie das funktioniert. Ich bin aber realistisch und weiß, dass ich mich körperlich nicht verbessert habe. Da sage ich einfach: Das hat alles seine Zeit gehabt. Wenn man springt, muss man das auch vernünftig machen. Und selbst wenn man einen vorsichtigen Sprung macht, ist nicht gesagt, dass der vorsichtige Sprung auch ungefährlicher ist als ein Sprung, den man voll angeht. Und deswegen denke ich auch: Ich bin gut durch meine Karriere gekommen und muss jetzt das Glück nicht mehr herausfordern.

Aber dennoch, Du bist nach wie vor sehr sportlich unterwegs, unter anderem zweifacher Champion beim NinjaWarrior-Promi-Special – und das ist ja auch kein Pillepalle-Wettbewerb, so wie manch anderer Promi-Wettbewerb, bei dem alles Spaß ist. Da geht es schon zur Sache.

Also, Spaß hatten wir schon. Aber es ist ja schön, dass ich mit Sven das auch wieder gemeinsam machen konnte. Er hat ja schon ein paar Jahre früher angefangen und mitgemacht. Wir haben uns dann mal im Winter darüber unterhalten, als wir zusammen bei einem Springen waren und im Kraftraum ein paar Klimmzüge gemacht haben. Er meinte dann: Hey, probier das mal aus, das ist cool und macht super Spaß. Dann habe ich mitgemacht – und ja, es macht Spaß. Natürlich kommt auch der Ehrgeiz durch. Man will halt so weit wie möglich kommen, will sich selber fordern, an die Grenzen gehen. Das ist echt eine coole Veranstaltung und macht einfach wahnsinnig viel Spaß.

Und ist total irre, gerade das Finale.

Ja, es ist ja nicht unsere Kernkompetenz als Skispringer. Aber trotzdem ist es schön, sich wieder mal auf einen Wettkampf vorzubereiten und dann eben auch den Tag, den Wettkampf gemeinsam zu haben, die Spannung aufzubauen, sich zu fokussieren und das dann so gut wie möglich zu machen.

Und dann wieder gegen Sven ...

Natürlich (lacht).

Aber Du startest jetzt keine Karriere im Ninja-Warrior-Sport?

Nein, Sven vielleicht schon. Wahrscheinlich trainiert er schon heimlich.

Stimmt, das könnte man ihm zutrauen.

Ich denke er würde dasselbe über mich sagen (lacht).

Machen wir den Deckel auf die aktive Sportkarriere. Wir haben jetzt den Kommentator, den Reporter, den Trainer, den Talentscout. Du hast auch mit Simon Ammann zusammen eine Agentur.

Eine Marketingagentur, genau. Wir betreuen Wintersportler in der Vermarktung. Simon springt ja noch. Wir machen das zusammen mit unserem langjährigen Manager. Gegründet haben wir die Agentur vor sechs Jahren und sind ganz zufrieden damit.

Und wie hält sich Martin Schmitt fit? Es sind ja doch etliche Bürojobs dabei.

Im Alltag ist es gar nicht so, dass ich exzessiv Sport treibe. Ich bewege mich einfach. Ich nutze einfach jede oder viele Alltags-Gelegenheiten zur Bewegung. Wenn irgendwo eine Treppe ist, dann nehme ich erst einmal die Treppe und nicht den Aufzug. Und dann renne ich auch mal ganz gerne die Treppe hoch oder springe die Stufen hoch. Ansonsten gehe ich natürlich auch ab und zu joggen, mal radfahren, mache allgemeine Kräftigungssachen für mich. Wenn ich im Trainerbereich mit den Jungs unterwegs bin, dann spielt man natürlich auch mal Fußball oder Volleyball. Da muss man auch schauen, dass man mitkommt. Da ist man dann nach wie vor gefordert. So kriege ich schon meine Bewegung. Dazu kommt dann ein bisschen eine vernünftige Ernährung.

Aber alles im vernünftigen Rahmen und nicht so fokussiert wie während der Sportkarriere.

Schon. Obwohl: Von außen betrachtet, lebe ich wahrscheinlich schon noch relativ gewissenhaft. Für mich habe ich das Leben wie Gott in Frankreich (lacht). Der Mensch ist eben doch ein Gewohnheitstier. Ich habe über die lange Karriere viel mitgenommen, gerade auch im Bereich Ernährung.

Da wäre es ja geradezu grob fahrlässig, wenn man das alles jetzt über Bord schmeißen würde. Es gibt schließlich auch solche Beispiele.

Natürlich. Aber mir geht es gut. Ich habe keine Einschränkungen.

Es wird also auch mal Party gemacht?

Ja, klar. Man muss das Leben ja auch genießen.


Wenn wir in die Zukunft blicken: Gibt es konkrete Ziele, die Du 2022 anvisierst? Oder anders: Was wünscht Du Dir für dieses Jahr?

Ich glaube, gerade in der momentanen Zeit und in den letzten anderthalb Jahren ist einem schon bewusst geworden, wie wichtig es ist, dass man gesund ist, dass man einen gesunden Körper hat, dass es einem gut geht, dass man sich wohlfühlt und dass man die Dinge, die man macht, einfach mit Freude machen kann. Ich wünsche mir für mich, dass ich das auch genau so leben kann, dass ich gesund bin, dass die Familie gesund ist. Den Rest hat man selbst in der Hand und kann sich dann eben Ziele vornehmen und verfolgen. Wichtig ist, dass man sich für das, was man tut, begeistern kann, dass man eine Leidenschaft entwickelt. Und das kann ich momentan bei meinen Tätigkeiten, und deswegen würde ich gerne so weitermachen.

Dich hat es nie weggezogen aus dem Schwarzwald?

Nein, ehrlich gesagt nicht. Ich komme ja viel herum, sehe sehr viele andere Orte, wo es sicherlich auch schön ist. Aber ich fühle mich hier in der Region einfach unglaublich wohl und bin jetzt hier sesshaft geworden. Uns geht es gut. Es ist einfach schön, wenn man sich als Familie, also mit Frau und Kindern, einfach wohlfühlt, wo man lebt. Dann aber auch, dass die Eltern in der Nähe sind. Es ist schön, wenn man unkompliziert Zeit miteinander verbringen kann. Das schätze ich sehr. Insgesamt fühle ich mich wohl hier, weil es einfach schön ist.