CDU-Mann Guido Wolf kann seine Arbeit im Landtag fortsetzen. Er gewinnt das Direktmandat im Wahlkreis 55. Die AfD legt kräftig zu. Bitter sind die Verluste für FDP und Grüne.
Richtig jubeln kann die AfD. Grund zur Freude hat auch die CDU im Wahlkreis Tuttlingen-Donaueschingen, sicherte sie sich doch wieder starke Zugewinne im Vergleich zu 2021. Guido Wolf gewann mit 38,6 Prozent der Erststimmen erneut das Direktmandat. Groß ist die Freude auch beim Tuttlinger Jens Metzger, Direktkandidat der Grünen. Er ist auf Listenplatz 20 und zieht somit sicher in den Landtag ein. „Mit dem Landesergebnis sind wir sehr zufrieden.“ Weniger jedoch mit dem Wahlkreis-Ergebnis, das bei den Erststimmen bei nur 17,6 Prozent ist. Was ihm Kopfzerbrechen bereitet, ist, dass die AfD im Wahlkreis sehr stark ist. „Als Demokrat kann man das nur mit Sorge betrachten.“
Vor fünf Jahren hatten die Grünen ihren Vorsprung zur CDU deutlich ausgebaut und es mit Metzger auf 29,7 Prozent der Donaueschinger Wählerstimmen gebracht. Dagegen hatten die Christdemokraten mit Guido Wolf nur 22,8 Prozent geholt. Diesmal zeichnet sich ein anderes Bild: Jetzt mussten die Grünen herbe Verluste von mehr als sieben Prozent verkraften, wohingegen viele Wähler der AfD zu einem kräftigen Aufschwung (plus 13,8 Prozent) verhalfen – nach einem regelrechten Sinkflug im Jahr 2021. Die FDP mit ihrem Kandidaten Niko Reith verlor acht Prozentpunkte. Historisch schlecht ist das Wahlergebnis für die SPD mit ihrer Kandidatin Christine Treublut.
Donaueschingen
In Donaueschingen kommt Guido Wolf (CDU) auf 28,8 Prozent, fast deckungsgleich ist das Parteiergebnis mit 28,4 Prozent. Zweitstärkste Kraft ist die AfD. Deren Kandidat Kay Rittweg erhielt 23,6 Prozent, die Partei kommt auf 24 Prozent. Dicht dahinter folgen die Grünen: Jens Metzger wählten 20,5 Prozent der Wahlberechtigten, 25,8 Prozent der Zweitstimmen gingen an die Partei.
Bei FDP-Mann Niko Reith war 2021 die Freude riesig: Mit ihm hatte Donaueschingen wieder einen „eigenen“ Landtagsabgeordneten. Reith, für die Liberalen im Kreistag des Schwarzwald-Baar-Kreises und Donaueschinger Gemeinderat, feierte mit 19,9 Prozent der Stimmen sein Comeback im Landtag. Jetzt ist die Enttäuschung groß. Wenngleich er in Donaueschingen eine treue Wählerschaft mobilisieren konnte: Er erhielt 16,5 Prozent der Stimmen und damit mehr als doppelt so viele wie seine Partei (7 Prozent). Christine Treublut kam auf 5,1 Prozent, (2021: 7 Prozent), die SPD auf 4,4 Prozent. Alexandra Hermann vereinte 3,4 Prozent der Stimmen auf sich, die Partei die Linke 3,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 67,2 Prozent.
Blumberg
In Blumberg fährt die CDU mit 35 Prozent der Zweitstimmen und einem Plus von 1,8 Prozentpunkten gegenüber der Wahl 2021 auf der Erfolgspur. Dank eines Zugewinns von 13,8 Prozentpunkten platziert sich die AfD (27,8 Prozent) auf dem zweiten Platz.
Nur die Nummer drei in der Stadt sind die Grünen. 17,8 Prozent der Zweitstimmen bedeuten einen Verlust von 2,5 Prozentpunkten. Die FDP muss mit 5,9 Prozent einen Verlust von 9,2 Prozentpunkten in die Waagschale werfen. https://www.schwarzwaelder-bote.de/inhalt.landtagswahl-2026-blumberg-wahlergebnis-baden-wuerttemberg.67e27661-e53a-422c-8507-81b19372a965.html
Ein ohnehin schlechtes Ergebnis macht die SPD noch schlechter. Gegenüber 2021 gibt die Partei um weitere 2,1 Prozentpunkte nach und landet bei 4,6 Prozent. Die Linke verliert 0,1 Prozentpunkte auf 2,2 Prozent. Mit 42,7 Prozent der Erststimmen erzielt Guido Wolf (CDU) einen noch höheren Anteil als bei den Erststimmen. Es folgen Kay Rittweg/AfD (26,2 Prozent) und Jens Metzger/Grüne (12,9 Prozent). Niko Reith erzielt mit 8,5 Prozent einen höheren Anteil als die FDP. Für Christine Treublut (SPD) entschieden sich 5,2 Prozent der Wähler, für Alexandra Hermann drei Prozent.
Die Wahlbeteiligung lag bei 62,2 Prozent.
Hüfingen
Auch in Hüfingen machte die CDU Boden gut. Guido Wolf vereinte 36,1 Prozent der Stimmen auf sich (2021: 26 Prozent). Ihre Zweitstimme gaben 32,5 Prozent der Hüfinger Wähler der CDU. Zweitstärkste Kraft wurde die AfD. Kandidat Kay Rittweg sicherte sich 22,2 Prozent, 23 Prozent wählten mit ihrer Zweitstimme die AfD.
17,5 Prozent votierten für den Grünen-Kandidat Jens Metzger. (23,1 Prozent der Zweitstimmen gingen ebenfalls an die Grünen). 13,4 Prozent gingen an Niko Reith (6,4 Prozent an die FDP). Christine Treublut kam auf 4,9, die SPD auf 4,5 Prozent. Alexandra Hermann erhielt 3,4, ihre Partei die Linke 3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,3 Prozent.
Trossingen
In Trossingen erhielt Guido Wolf mehr Erststimmen (32,8 Prozent) als die CDU Zweitstimmen (26,6 Prozent). Damit liegt er hauchdünn hinter AfD-Kandidat Kay Rittweg mit 32,9 Prozent. Grünen-Mann Jens Metzger kam auf 17,2, seine Partei auf 21 Prozent. Christine Treublut erreicht 4,6 Prozent, die SPD schneidet mit 3,6 Prozent noch schwächer ab. Niko Reith (FDP) erhielt 7 Prozent und schnitt damit besser ab als seine Partei (5,7 Prozent).
Das beste Stimmenergebnis in Trossingen kann die Alternative für Deutschland (AfD) einfahren. Die Partei hat seit der letzten Wahl ihren Stimmenanteil verdoppelt.