Rainer Sabitzer und Frank Schäfer (von links) vor einem Bild, wie die Halle nach Fertigstellung aussehen wird. Foto: Werner Bauknecht

Wenn alles ohne Verzögerung verläuft, könnte die neue Freilufthalle des TuS Ergenzingen noch vor Beginn des Bitzer Cups am 4. Juli komplett fertiggestellt sein.

Zum Bitzer Cup, dem seit 1972 ausgetragenen ehemaligen Fußball-Pfingstturnier, kommt jetzt die Bitzer-Arena dazu. Dabei handelt es sich um eine Freilufthalle direkt neben dem Ergenzinger Festplatz. Mit dem Spielfeld von 30 mal 15 Metern geht ein kleiner Traum des TuS Ergenzingen in Erfüllung. „Auf dem Papier gibt es die Halle schon viele Jahre“, sagt Vorstandsmitglied Frank Schäfer. Neben einem neuen Vereinsheim habe dieses Vorhaben lange im Fokus des Vereins gestanden. Zum letzten Mal habe man 2024 die Pläne überdacht. „Da ist dann, auch aufgrund der extrem gestiegenen Baukosten insgesamt, beim Vereinsheim der Fitness- und der Gymnastikraum rausgefallen. Als Alternative habe man sich dann mit der Freilufthalle auseinandergesetzt. Glücklich konnten sich die Bauherren schätzen, dass die Finanzierung des Projekts offene Ohren fand. „Als wir der Firma Bitzer das Projekt vortrugen, waren die gleich als Partner dabei“, sagt der Vorstand Gesamtverein, Rainer Sabitzer. Die Partnerschaft mit Bitzer sei seit über einem Jahrzehnt von unschätzbarem Wert für beide Seiten, denn auch der Verein unterstützt das Unternehmen zum Beispiel mit „Manpower, wenn man Hilfe bei Veranstaltungen braucht.“

 

Unterstützung von der Stadt Rottenburg Um sich einen Überblick zu verschaffen, wie so eine Halle ausschauen und ausgestattet sein kann, ging es auf einen Besuch mit dem späteren Auftragnehmer, dem Hallenbauunternehmen McArena, zur Halle in Esslingen. Die Konzepte überzeugten. Bitzer unterstützt einen großen Teil der Finanzierung. „Sie haben eine ähnliche Einstellung wie wir als Verein“, betont Schäfer, „denn beide setzen wir auf den Nachwuchs.“ Immerhin: Von den derzeit 920 Mitgliedern des TuS sind um die 40 Prozent Kinder oder Jugendliche.

Auch die Stadt Rottenburg unterstützte die Planungen der Freilufthalle von Anfang an. Das sei, gemessen an der heutigen Finanzsituation, nicht selbstverständlich und werde vom Verein geschätzt. Außerdem habe es noch einen Zuschuss vom Württembergischen Landessportbund (WLSB) gegeben. Der Bau sei risikofrei, so die Vorstände, die Finanzierung stehe „auf gesunden Beinen“.

Aber was gibt es denn nun fürs Geld? Die Halle wird für alle Sportarten des TuS als Sportstätte dienen. „Abteilungen, wie Fußball oder Gymnastik, freuen sich jetzt schon, wenn endlich alles fertig ist.“ Es wird LED-Beleuchtungen geben, unter dem Dach hängen Lautsprecher, die später bequem mit dem Smartphone genutzt werden können. Es wird eine Spielstandsanzeige geben und die Geschwindigkeit des Torschusses wird auch gemessen. Vor der Halle ist ein Geräte-Container geplant: „Da können die Abteilungen dann alles unterbringen, was sie für ihre Sportart benötigen“, erklärt Schäfer, „dann muss man nichts hin- und herschleppen“. Es wird ein WC außerhalb der Halle eingerichtet und auf dem Dach eine PV-Anlage installiert, die zu 100 Prozent der Firma Bitzer zugutekommt. Um auf diese Ausstattungen zu kommen, habe es viele Stunden an Vereinssitzungen und dazu Gespräche mit anderen Vereinen gegeben, die eine solche Halle schon im Betrieb haben. Im September 2025 wurde eine außerordentliche Vereinsversammlung einberufen, an deren Ende das Okay für den Bau erteilt wurde. „Wir haben uns schließlich für ein Rundum-Sorglos-Paket entschieden“, sagt Schäfer und lacht.

Am Ende profitierten ganz Ergenzingen und alle Vereine aus der Region von der Halle, so betont Sabitzer. Klar, dass die Schulen, aber auch die Kindergärten, die Halle kostenlos nutzen könnten. Doch die Halle wird auch vermietet, dies laufe dann Online. So könnte man beispielsweise den nächsten Kindergeburtstag dort problemlos feiern. Eine Stunde Hallenmiete gibt es ab 36 Euro; die Rottenburger Vereine erhalten noch mal 50 Prozent Ermäßigung.

Pläne für eine neues Vereinsheim Der Spatenstich war bereits Mitte März, voraussichtlich am 20. April werden die Stahlträger aufgestellt. Der Bau der Bitzer Arena bedeute aber nicht, dass man das neue Vereinsheim aus den Augen verliert. Seit 2020 liegen Pläne in der Schublade, dann kamen Corona und die Preissteigerungen. Dennoch: Der Verein brauche neue Kabinen und mehr Platz: Es sei ein Unding, dass sich die Kicker die Kabinen bei mehreren Heimspielen am selben Tag teilen müssen. Man brauche eine Infrastruktur, die zum Verein passe.

Ein wichtiger Grundstein wurde gelegt, als der Verein in der Hauptversammlung im März beschloss, das vereinseigene Sportheim zu verkaufen. Der jetzige Pächter werde es kaufen und auch die Stadt Rottenburg hat Unterstützung zugesagt. Bauplanerisch sind allerdings letzte Anforderungen zu klären. Den Platz, an dem das neue Vereinsheim stehen soll, haben sie sich schon lange ausgeguckt. Es wird zwischen den beiden Spielfeldern angesiedelt, also mit dem Kunstrasenplatz auf der einen und dem Rasenplatz auf der anderen Seite. Die Vorstände sind sich allerdings einig: Noch ist das Zukunftsmusik. Erst müsse die Arena stehen, dann könne man sich dem neuen Heim widmen. Aber ein bisschen in die Zukunft schauen wollen sie trotzdem: Der Idealfall wäre, wenn man mit dem Bau 2027, gleich nach dem Bitzer Cup anfangen könne.

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Bitzer Cup
Der jährlich stattfindende Bitzer Cup ist ein großer Werbeträger des Vereins, wenn Jahr für Jahr (seit 1972) U19-Mannschaften aus aller Welt in Ergenzingen zusammenkommen, um sich im internationalen Vergleich zu messen. Wer sich jetzt schon kostenlose Gutscheine für die Halle sichern möchte, kann sich unter www.tus-ergenzingen.de registrieren.