Für den Tus Ergenzingen II – hier mit Hannes Maier (rechts) – ist die Saison bereits vorbei. Foto: Wagner

Der TuS Ergenzingen II hat sich vom Spielbetrieb in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A abgemeldet. Dahinter steckt ein strukturelles Problem, mit dem der Verein nicht alleine dasteht.

Zu Beginn dieser Woche gab der TuS Ergenzingen den Rückzug seiner zweiten Mannschaft vom Spielbetrieb in der Staffel 2 der Fußball-Kreisliga A bekannt (wir berichteten). Diese Nachricht überraschte auf den ersten Blick alle. Bei genauerem Betrachten hatte sich diese aber bereits kurz zuvor bei der Spielabsage vor drei Wochen gegen den SV Wachendorf II angedeutet. Der galt als einer der Konkurrenten um den Klassenerhalt der Mannschaft von Trainer Sascha Hennefarth.

Unvermeidbarer Schritt

Bei Hennefarth ist der Frust über die Abmeldung seines Kreisliga-A-Teams auch Tage danach immer noch herauszuhören: "Die Enttäuschung ist bei mir immer noch groß, dass wir diesen Schritt gehen mussten. Aber am Ende war er unvermeidlich. Mit tut es vor allem um die Jungs leid, die in den letzten Wochen zur Stange gehalten haben."

Heiko Kieferle, sportlicher Leiter des TuS Ergenzingen, gibt zu, dass das Thema den Verein vor dem Hintergrund des Spielermangels bei der zweiten Mannschaft schon seit zwei Jahren beschäftige: "Eine Handvoll Spieler bilden den harten Kern der Mannschaft. Der Rest muss Woche für Woche über viele Telefonate zusammengetrommelt werden. Das war für alle Beteiligten mühsam und nervig." Mit dem neuen Trainer Hennerferth hofften die Verantwortlichen auf eine Verbesserung der Situation. Doch weit gefehlt. Die Situation besserte sich nicht und auch die Suche nach Spielern in den Jugendteams der U18, U19 oder der ersten Mannschaft hatte auch Auswirkungen auf die anderen Teams. Kieferle: "Es war einfach keine befriedigende Lösung für alle Beteiligten. Wir haben viele Gespräche geführt und einige Spieler haben erst zugesagt und haben dann ihr Wort nicht gehalten. Die sich bereit erklärt haben in der Zweiten zu spielen, wurden für ihren Einsatz nicht belohnt."

Bündel von Ursachen

Kieferle sieht ein strukturelles Problem mit dem sich auch andere Vereine in der Zukunft beschäftigen müssen: "Es ist nicht nur ein Grund für unsere Situation, sondern ein Bündel von Ursachen. Eine Studie des DFB hat gezeigt, dass das Mannschaftssterben im vollem Gange ist. Wir sind auf der Suche nach einem Verein, mit dem wir kooperieren können. Aber wir sind nicht nach einer kurzfristigen Lösung interessiert, sondern nach einer langfristigen." Dem sportlichen Leiter des TuS Ergenzingen ist bewusst, dass eine funktionierende zweite Mannschaft als Unterbau der ersten unverzichtbarer Bestandteil ist und ein Fehlen auf Dauer sich negativ auswirken würde.

Für die Spieler aus der zweiten Mannschaft, die weiter Fußball spielen wollen, ist ein Gastspielrecht nach der Winterpause eine Option.

Nur noch ein Absteiger

Der Rückzug des TuS Ergenzingen II aus dem Spielbetrieb wirkt sich auch auf die Abstiegsregelung aus. Die Ergenzinger sind damit der erste Absteiger und es wird dadurch nur noch einen weiteren Absteiger aus der Staffel 2 der Kreisliga A geben. Der Drittletzte geht in die Relegation gegen den Vizemeister der Staffel 2 der Kreisliga B.