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Turnier in Degerloch Eisstockschießen bei 30 Grad

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Stuttgart - Eisstockschießen im Hochsommer? Gibt's nicht? Von wegen! Allerdings auf Kunststoffbahnen, wie sie im Sportpark Degerloch zu finden sind. Die Sommervariante der Sportart ist stark im Kommen - aus Kostengründen.

Eisstockschießen bei Temperaturen um die 30-Grad-Marke - eigentlich eine abstruse Idee. Doch beim ESC Stuttgart-Vaihingen hat das Tradition. Am Wochenende fanden die Vaihinger Open statt, und das schon zum 18. Mal. 43 Teams aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Österreich nahmen an den vier Wettbewerben teil - so viele wie noch nie. "Der Trend ist deutlich zu erkennen: Eisstockschießen wird immer mehr zu einer Sommersportart", sagt ESC-Sportwart Richard Butterweck. Gespielt wird auf alternativen Belägen: auf Asphalt-, Beton-, Pflasterstein- oder Kunststoffböden. Aber nicht mehr auf Eis.

An sich ist Eisstockschießen ohne Eis ein Widerspruch. Allerdings bleibt den Clubs keine andere Wahl. Die Eisbahnen werden immer teurer, die Mitglieder weniger - die meist eher klammen Vereine können und wollen die Kosten deshalb nur noch in den Wintermonaten decken. "Viele haben inzwischen Sommerbahnen gebaut", sagt Butterweck, "Eisstockschießen verlagert sich notgedrungen immer mehr nach draußen."

Die Sportart verändert ihr Gesicht. Der Deutsche Eisstock-Verband (DESV) hat die Zeichen der Zeit erkannt. 2009 wurden in der Halle am Berliner Platz in Nürnberg zum ersten Mal die deutschen Meisterschaften anstatt auf Eis auf einem speziell angefertigten Kunststoff ausgerichtet. "Das ist das Ergebnis einer Entwicklung", meint DESV-Präsident Christian Lindner.

Doch die sehen nicht alle positiv. Sepp Magg aus Böblingen zum Beispiel. Der 59-Jährige ist in Leoben in der Steiermark mit Eisstockschießen aufgewachsen, und er sagt: "Auf Eis zu spielen ist viel schöner. Das Eis ist gleichmäßiger, auf Kunststoffbahnen ohne Dach spielen Wettereinflüsse eine große Rolle." Wie auch auf der 2003 gebauten Anlage im Sportpark Degerloch.

Die Schützen müssen sich umstellen. Mal mehr, mal weniger. Brennt die Sonne am Himmel, wird der Belag stumpf und damit schwerer zu bespielen. Regnet es, ist das Spiel dagegen unheimlich schnell. "Das wird dann auch gefährlich, für die Stöcke gibt es keinen Halt mehr", sagt Richard Butterweck. Häufig müssen Partien deshalb unter- oder abgebrochen werden.

Optimal sei das nicht, meint Butterweck (59): "Wenn ein Dach über unseren Kunststoffbahnen wäre, wäre der Belag dem Eis ziemlich ähnlich. Aber das ist finanziell derzeit nicht drin." In diesem Sommer würde es der ESC ohnehin nicht mehr benötigen. Das Turnier ist vorbei, und ab September trainieren die Mannschaften wieder im Eissport-Zentrum auf der Waldau - dann wieder auf Eis. "Darauf freuen sich schon alle", sagt Butterweck, "denn Eis ist nun mal Eis."

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