Der Abschied wird Sofia und Ilias Papadopoulos schwer fallen: Das Pächterehepaar wird ihr Restaurant Turnerheim schließen. Im Gespräch verraten sie, wohin es sie zieht und wie der TVO einen wesentlichen Anteil an ihrem Erfolg hatte.
„Es waren schöne Jahre, aber nun ist es an der Zeit, aufzuhören“, sagt Sofia Papadopoulos. Aus gesundheitlichen Gründen werden sie und ihr Mann Ilias das Restaurant schließen.
Fast 50 Jahre in der Branche
Am 27. August servieren sie die letzten Gerichte im Turnerheim. Fast 50 Jahre lang waren beide in der Gastronomie tätig, die vergangenen acht Jahre in Oberndorf. Er ist mittlerweile 71 Jahre alt, sie 68. „Jetzt wollen wir unsere Rente genießen“, so Ilias Papadopoulos. Für die beiden geht es nun zurück in ihre Heimat Griechenland. Im Norden des Landes werden sie in ein kleines Dorf ziehen und es ruhiger angehen lassen.
Sofia Papadopoulos kam 1961 nach Deutschland, Ilias lebt seit 1969 hier. Seit 1975 betrieben sie mehrere Gaststätten im Südwesten, unter anderem im Raum Tübingen und Reutlingen.
Holpriger Start
Der Start in Oberndorf war alles andere als einfach, erinnert sich Sofia Papadopoulos. Nach der Eröffnung im März 2015 blieb der große Andrang aus, ihr Restaurant hatte nur wenige Gäste. Die beiden spielten im ersten Jahr mit dem Gedanken, wieder zu schließen und ihr Restaurant aufzugeben.
Doch der TVO wollte es nicht so weit kommen lassen. Insbesondere Siegfried Lang nahm die beiden Pächter anfangs „an die Hand“, da ihm der Fortbestand des Turnerheims am Herzen lag. Auch der ehemalige Vereinsvorsitzende Dieter Franke und Vereinsmitglied Waltraud Schradin waren den beiden zu Beginn eine große Stütze.
Vereinsmitglieder locken Gäste an
Währenddessen rührten andere Vereinsmitglieder kräftig die Werbetrommel für das Pächterehepaar und lockten immer mehr und mehr Gäste ins Restaurant. Dank dieser Unterstützung konnten die beiden diese erste große Hürde überwinden. Der Rest ist Geschichte.
Der Abschied fällt dem Pächterpaar schwer. „Aus Gästen wurden irgendwann Freunde“, sagt Sofia Papadopoulos. „Es tut daher auch weh, aufzuhören. Wir gehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.“
Gibt es ein Wiedersehen?
Einen Augenblick, der den beiden besonders in Erinnerung bleiben wird, gibt es nicht. Die Geselligkeit, das Vereinsleben, die Freundschaften – „es waren alles besondere Momente.“
Bedauern macht sich auch bei den Gästen breit, die von der bevorstehenden Schließung schon wissen, „aber sie können das verstehen und gönnen uns unsere Rente,“ so die 68-Jährige.
Ob es ein Abschied für immer sein wird, können die beiden noch nicht sagen. „Früher haben wir hier gelebt und in Griechenland Urlaub gemacht. Vielleicht machen wir es künftig andersrum“, sagt Sofia Papadopoulos.