Junge Frauen des Turnerbunds Bad Dürrheim brachten beim Ball im Haus des Bürgers eine schwungvolle K-Pop-Dance-Nummer auf die Bühne und begeisterten die Zuschauer. Foto: Martin Gruhler

Eine tolle Saalfasnet feierte der Turnerbund Bad Dürrheim im Haus des Bürgers. Die Akteure beeindruckten mit spektakulärer Sportakrobatik und gelungenen Tänzen.

Der Bad Dürrheimer Turnerball mit seinem familiären Charakter wickelte wieder die kleinen und großen Besucher nonchalant kräftig um die Finger, auch mit pfiffig-charmanten Bühnenstücken. Das fulminante närrische Zusammenkommen im Haus des Bürgers stand unter dem Motto „Castingshow“.

 

Jeder der 15 Programmpunkte wurde deshalb gleich im unmittelbaren Nachhinein bewertet. Mit Schautafel-Zahlenkellen gab zunächst eine vierköpfige Jury der Vorführung seine Bewertung. Hernach setzte obendrein der komplette Siedersaal mit weit über 500 Gästen mit seiner in Lautstärke gemessenen Begeisterung einen Zeigermechanismus auf einer menschlichen Skala nach oben in Bewegung.

Die unterhalb der Bühne platzierte Jury mit Manuela Laufer, Knut Gerlich, Hary Rettenmaier und partiell mit Stefan Karrer führte so auch als Moderatorenquartett durch den vergnüglichen Abend.

Wie sich weit nach Beginn der letzten Tagesstunde bei der Bekanntgabe der Gesamtwertung herausstellte, hatten alle Gruppen eine supergute Darbietung gezeigt und erhielten einfach die Höchstpunktzahl. So platzierten sich alle Abordnungen gemeinsam auf der ersten Position.

Über das Solemar und die Radsportler machten sich die Volleyballerinnen im „Salon der Haarspaltereien“ ihre eigenen Gedanken. Foto: Martin Gruhler

Womöglich geht der Turnerball in naher Zukunft nicht mehr wie bisher traditionell im Haus des Bürgers über die Bühne. Die Entscheidungsträger in der Stadt beabsichtigten nach dem Neubau des Solemars unter der imposanten Dachlandschaft der bisherigen Therme eine „Eventlocation“ zu schaffen, wohin wohl der Turnerball umziehen muss.

Radler füllen Stadtkasse auf

Dem gut aufgelegten Bürgermeister wurde die wahrscheinlich entscheidende finanzielle Möglichkeit für die Realisierung des neuen Solemars im Beitrag der Volleyballerinnen um Andrea Greogric im „Salon der Haarspaltereien“ aufgezeigt: Ob der inflationär abgehaltenen Radsportereignisse in der Wellnessmetropole sollten für die Pedalritter einfach künftig Mautgebühren für das Nutzen der Straßen abgeknöpft werden. Noch einbringlicher könnten obendrein Tempoblitzer für Radler für die Stadtkasse sein. Die sportlichen Frauen nahmen sich auch selbst aufs Korn, indem sie Gewichtszunahmen rechtfertigen konnten: „In jeder Frau steckt halt natürlich auch Hefe“.

Die Dancers der Urviecher sorgten beim Turnerball in Bad Dürrheim für närrische Stimmung im Haus des Bürgers. Foto: Martin Gruhler

Beim Sauna-Geschwätz attraktiver Männer (Jonas Fruh, Lucas Limberger und Niklas Rettenmaier) mit viel gezeigter Haut wurde das Phänomen aufgezeigt, dass den Schwitzkammern in der Stadt mittlerweile durch das Eisbaden aka Biohacking so langsam der Rang abgelaufen wird.

Weitere Attacken auf die Stadtmächtigen und das Aufzeigen von Missständen mit dem großen Zeigefinger blieben indes aus: Der Turnerbund punktete wie seit jeher mit den sehr gekonnten Tanz- und Turnvorführungen, eingebettet jeweils in eine Themenwelt.

„Stühleensemble“ zu Gast

So führten die Mixed Tornados in das nebulöse London von Sherlock Holmes, einstudiert von Birgit Dufner-Habel. Die Dancing-Stars (Choreographie Elli Karrer) und die Salty Ropes (Alina Kienzler, Adrian Bruneau, Leonie Daniel, Miriam Wegner) zeigten sich tänzerisch auf höchstem Niveau. Die befreundeten Urviecher mit ihren Dancers und Youngstars (Elke Fischer, Lena Fischer, Julia Deutmann, Marlene Schäfer, Maja Schäfer) begeisterten ebenso wie das „Stühleensemble“ des TB-Löffingen (Markus Zepf).

Natürlich durfte Foto: Martin Gruhler

TB-Tausendsassa Knut Gerlich zog gemeinsam mit seinen Töchtern eine tolle Turnnummer ab. Unter Federführung von Rebacca Weiß lieferten junge TB-Damen eine schwungvolle K-Pop-Dance-Nummer. An die nahe Vergangenheit, auch schon mittlerweile über 40 Jahre her, erinnerte Elli’s Group (Elli Karrer) an frühere große Bad Dürrheimer-Discozeiten: Viel vermisstes Lebensgefühl wurde aufgezeigt, verbunden mit schönen Grüßen an Epigone John Travolta.

An große Partyzeiten in Bad Dürrheim Foto: Martin Gruhler

Besonders großes und erstaunliches Bewegungskönnen bewiesen wieder die TB-Jumpers um Stefan Karrer, die akrobatisch die griechische Mythologie mit „Fluch der Sirenen“ interpretierten.

Fanfarenzug heizt ein

Ohne Musik wäre die Fasnet ein langweiliger verkümmerter Torso: Der NZ-Fanfarenzug und die Urviecher Guggä sorgten mit ganz dicken Backen für Brass-Karacho. Zum Gelingen des Balls trugen die Verantwortlichen der Technik und Regie um Selina Storz und Alexandra Herbst bei.