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Turnen Turnfloh orientiert sich an großen Vorbildern

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Trotz wochenlangen Einschränkungen im gemeinsamen Training mit seiner Mannschaft konnte sich Timm Sauter, Kunstturner der WKG Villingendorf-Rottweil, im heimischen Garten fit halten und daran arbeiten, dass die Grundelemente erhalten blieben. Foto: sb

Bei den Kunstturnern der WKG Villingendorf-Rottweil gehen nicht nur Top-Athleten wie Elias Del Core an die Geräte. Die von Klaus Seifried und Wolfgang Staiger trainierte Riege setzt einen Schwerpunkt auf die Förderung von Nachwuchsturnern.

Einer davon ist Timm Sauter, der mit seinen erst 13 Jahren ein fleißiger Punktesammler ist. Früh übt sich, wer ein großer Turner werden möchte. Dies trifft auf Timm Sauter zu, der zur Riege der WKG Villingendorf-Rottweil gehört. Steht der 13-Jährige unmittelbar vor einer Übung am Seitpferd, scheint das wie ein unüberwindbares Hindernis. Doch im Kunstturnen gehört dazu, dass zum Einstieg in eine Übung Hilfestellung durch den Trainer oder Betreuer erlaubt sind. Und dann ist der "Turnfloh" nicht nur auf Augenhöhe mit dem Gerät, sondern auch mit seinen Gegnern. Zu den Lieblingsgeräten von Timm Sauter gehören allerdings Boden, Sprung und Ringe, bringt er dafür beste körperliche Voraussetzungen mit.

Wer im Geräteturnen etwas erreichen möchte, der muss früh einsteigen, nur so kommt man an die gesteckten Ziele. Die Entwicklung von Timm nahm ihren Lauf, als er von seiner Mutter Annette Sauter, die Trainerin bei der TG Schömberg ist, ihren Spross zum Mutter-Kind-Turnen mitnahm. Spätestens beim Vorschulturnen wurde das Talent des inzwischen 13-Jährigen immer offensichtlicher. Und bei einem Gaukinderturnfest 2013 absolvierte Timm Sauter seine erste Meisterschaft. Da die Sauters eine Turnbegeisterte Familie sind, war der Weg von Timm irgendwie vorgezeichnet, da sich auch sein Opa als Trainer bei der TG Schömberg engagierte. Die Übungseinheiten gehörten zum täglichen Ablauf.

Dann folgte das Jungenturnen bei Florian Rehfuß, der für die TG Schömberg in der Verbandsliga turnte. "In meinem Heimatverein habe ich auch heute noch durch die feststehenden Geräte optimale Trainingsbedingungen. Anfangs spielte ich auch noch Fußball, jedoch ging das mit dem höheren Trainingsaufwand nicht mehr", berichtet Timm von der Weichenstellung. Kunstturnen ist ein Sport, der sehr trainingsintensiv ist. Längere Pausen darf man sich da nicht erlauben. Somit die Frage an Timm Sauter: Gab es auch mal Phasen, in denen die Motivation fehlte? "Ja, hin und wieder fehlte etwas Motivation, vor allem wenn ich beim Spielen bei Freunden war und ich diese verlassen musste, weil das Training begann. Als ich dann in der Turnhalle war, war aber alles wieder O.k." Einen sportlichen Ausgleich zum Kunstturnen findet Timm Sauter im Winter, wenn es zum Skifahren auf die Piste geht. Und wenn er sich mit seinen Freunden trifft, können die sich von einer weiteren Leidenschaft des Turners überzeugen, Timm zum Saxofon greift, mit den entsprechenden Tönen dafür sorgt, dass sich alle ganz "geschmeidig" bewegen – auch ohne Turngeräte.

Dass für Timm Sauter das Kunstturnen einen enorm hohen Stellenwert hat, wird auch dadurch deutlich, dass der 13-Jährige zusätzliche Einheiten in der Schweiz absolviert. „Auf Umwegen kam ich über den Stadt- und Turnverein Singen nach Herblingen (Schaffhausen) in die Schweiz. Dort wird das Altersklassen-Programm trainiert, das Voraussetzung ist, um an den deutschen Jugend-Meisterschaften im Kunstturnen teilnehmen zu können. Diese höchste Wettkampfform des Deutschen Turnerbundes erfordert viel Training und Disziplin.

"Im vergangenen Jahr qualifizierte ich mich über die baden-württembergischen Meisterschaften für die DM in München-Unterföhring. Dies war ein tolles Erlebnis für mich", berichtet Timm und unterstreicht damit, welchen Stellenwert dieser Sport für ihn hat. So konzentriert er an die jeweiligen Geräte geht, fehlt ihm auch nicht die realistische Einschätzung. "Ob ich mal in einer höheren Liga starte, wird die Zeit zeigen. Ich hoffe, ich kann verletzungsfrei trainieren und mich gut weiterentwickeln. Seit zwei Jahren turne ich unter den Trainern Klaus Seifried und Wolfgang Staiger", will Timm Sauter bei der WKG Villingendorf-Rottweil seine Entwicklung kontinuierlich fortsetzen.

Motivation, seinen Weg zu bestreiten, bezieht Timm Sauter auch von seinen Vorbildern. Dazu gehört in erster Linie Andreas Toba.

"Bei Andreas durfte ich schon in Hannover trainieren zudem hat mich Thomas Andergassen bei den Deutschen Meisterschaften betreut. Besonders bewundere ich den russischen Weltklasseturner Ivan Stretovich, der beim StTV Singen in der 1. Bundesliga turnt und zum Training in Schaffhausen seine Goldmedaille aus Stuttgart mitbrachte." Verständlich, dass ein Turnfloh bei solchen Heros Blut geleckt hat, immer wieder aufs neue Motivation und Kraft schöpft, um sich selbst zu verbessern.

Durch die Corona-Pandemie ist es aktuell schwer, gerade als Kunstturner daran zu arbeiten, die Übungen und Elemente weiter zu perfektionieren. Doch da besteht für Timm eine geradezu ideale Möglichkeiten für Hometraining. "Meine Eltern haben einen größeren Gymnastikraum, in dem sie Kurse anbiete. Im Moment ist dieser für die Öffentlichkeit geschlossen, deshalb kann ich dort mit meiner Schwester Stefanie Trainingseinheiten absolvieren. Wir machen Grundlagentraining und seit kurzer Zeit wird von meinem Trainer wöchentlich mehrmals ein Onlinetraining angeboten, wo ich Kraft, Koordination und Beweglichkeit zusammen mit meinen Turnfreunden mache. Bei schönem Wetter springe ich im Garten Trampolin oder absolviere die Trainingspläne im Garten."

Da es inzwischen mehr und mehr zu Lockerungen der Einschränkungen kommt, die durch CIVOD 19 auch die sportlichen Aktivitäten wochenlang lahmlegten, nutzt man bei der WKG Villingendorf-Rottweil das derzeit herrliche Wetter. Wie zu Zeiten von Turnvater Jahn verlegten die Trainer Klaus Seifried und Wolfgang Staiger die Übungseinheiten ins Freie. Dazu werden Geräte wie Seitpferd oder Barren auf der Terrasse von Seifried aufgebaut und in kleinen Gruppen mit vier Turnern trainiert. Ein großer Fortschritt gegenüber dem Hometraining. Denn den beiden routinierten Trainern entgeht nichts, dass diese Phase des (fast) Stillstands nicht ohne Auswirkungen bei ihren Turnern geblieben ist.

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