Sowohl am Freitag als auch am Samstag blieb in der Bitzer Festhalle kein Auge trocken, als der Theaterverein vor ausverkauftem Haus das Lustspiel „Agentur Manpower“ von Jasmin Leuthe spielte und die Lachmuskeln der Besucher nonstop strapazierte.
Eigentlich hätte der Dreiakter „Agentur Frauenpower“ heißen können, da es Frauen waren, die mit ihrer pfiffigen Geschäftsidee die ach so klugen Männer im Stück des Theatervereins eins ums andere Mal in die Bredouille brachten.
Das stark nachgefragte Geschäftsmodell der drei befreundeten Geschäftspartnerinnen Vroni (Martina Matthes), Mathilde (Ingrid Müller) und Mariele (Tina Stockinger) bei der „Agentur Manpower“ besteht darin, Männer in zwei Kategorien an Frauen zu vermieten. Kategorie A: Single-Prachtexemplare für ein Date oder zum Verlieben – „jeder Topf braucht seinen Deckel“, so die Geschäftsfrauen. „Die mit Dellen“ landen in Kategorie B – buchbar für allerlei Jobs: ob Holzschleppen, Dachreparatur, das Schneiden von Zehennägeln oder das Waschen von „Käsfüßen“ älterer Damen.
In diese Kategorie B stecken die Chefinnen kurzerhand ihre Ehemänner Alfred (Alex Gauggel), Heiner (Michael Gärtner) sowie Franz (Frederic Couval), die darüber alles andere als erfreut sind und sich total ausgebeutet fühlen. Ein Höhepunkt der Aufführung ist das Jammern der schaffigen Männer, die mit Blessuren von ihren Einsätzen zurückkommen. Dazu passt der immer wieder von Beifallsstürmen des Publikums begleitete Auftritt der zwar taffen aber immer nervenden Frieda (Vera Lorch), die als Stammkundin der Agentur ein Mannsbild „zum Schrauben und Nageln“ anfragt, nachdem sie ihr Auto, in alle Teile zerlegt, in ihrer Spülmaschine gereinigt hat.
Der schüchterne Leo bringt die Wende
Eine Wende bringt der schüchterne Leo (Dominic Maier) als Neuzugang in Kategorie A, denn zwischen ihm und Heidi (Nina Ivkovic), Assistentin bei „Manpower“, funkt es sofort. Bevor eine andere ihn ihr wegschnappen kann, steckt sie Leo samt seiner kleinen Sprachfehler in Kategorie B, wo er freilich völlig überfordert ist. Damit die Umbuchung nicht auffällt, verfrachtet Heidi die Männer ihrer drei Chefinnen von B nach A. Diese schmeißen sich nach einem Striptease – Lachsalven garantiert! – sofort in Schale und dürfen ab jetzt in Damenbegleitung zu tollen Events, Tanzabenden und zu romantischen Stocherkahnfahrten.
Doch dann nimmt das Schicksal seinen Lauf: Ihre Frauen kommen bald dahinter und die drei Damen buchen ihre eigenen Männer, um inkognito endlich einmal deren Treue zu testen. Als sich zu allem Übel die überaus neugierige Reporterin Hanni Klatschmaul (Ulrike Zimmermann) ankündigt, um einen großen Artikel über die „Agentur Manpower“ zu schreiben, droht die Lage zu eskalieren.
Dazu kommt es beim festlichen Tanzball, als sich Alfred, Franz und Heiner bei intimen Nachfragen ihrer Tanzpartnerinnen um Kopf und Kragen reden und der ganze Schwindel auffliegt.
Danach fliegen buchstäblich die Fetzen und die Männer müssen vor Attacken ihrer Frauen unter die Tische flüchten. Erst als sie mit Rosen und auf Knien bei ihren Frauen Abbitte leisten, finden die Paare wieder zueinander – und auch Heidi und Leo fallen sich verliebt in die Arme.
Das Stück unter der Regie von Hans-Gerd Hailfinger und Bruno Strehlau begeisterte neben seiner Dichte an witzigen Dialogen mit unzähligen Missverständnissen vor allem durch das Können der Darsteller, die in ihren maßgeschneiderten Rollen voll aufgingen und das Publikum immer wieder zu spontanem Szenenapplaus animierten. Das freute auch den Vorsitzenden des Theatervereins, Alex Gauggel, der in seiner Rolle als Vronis Ehemann voll überzeugte.