Vertreter vieler beteiligter Instanzen und Firmen trafen sich in Haigerloch zum symbolischen Spatenstich für den ersten von fünf PoPs (Point of Presence). Foto: Lenski

Bernd Heiner, Chef der Eyachtalschule und Daniel Plasa, stellvertretender Leiter des Gymnasiums war die Freude anzumerken. Mit dem Aufbau des ersten von fünf PoP-Gebäudes werden die Haigerlocher Schulen ans kommunale Glasfasernetz angeschlossen.

 
Schließen

Diesen Artikel teilen

Haigerloch - Mit drei auf sechs Metern ist dieses Gebäude relativ unscheinbar, was es aber leistet, ist im heutigen digitalen Zeitalter von unschätzbaren Wert. Denn ein PoP ("Point of Presence") ist, etwas vereinfacht gesagt, eine Schaltzentrale, die nichts anderes tut, als ankommenden und abgehenden Datenverkehr weiterzuleiten. Es verbindet somit das Netz vor Ort mit dem Rest der Welt. Mit der Anbindung der gesamten Haigerlocher Schullandschaft an das kommunale Glasfasernetz sollen beste Voraussetzungen für digitales Lernen geschaffen werden.

Am Ende ist die "zollernalb-data" der Netzbetreiber

Der Aufbau der Breitbandversorgung in Haigerloch erfolgt in mehreren Schritten: Dazu gehört zunächst die Errichtung von fünf PoP-Gebäuden in Haigerloch, Gruol, Owingen, Stetten und Trillfingen. Anschließend erfolgt die Verlegung der Leerrohrverbände bis zu den einzelnen Schulgebäuden und das Einblasen der Glasfaserkabel in diese Rohrverbände.

Sobald auch das Glasfasernetz fertiggestellt ist, wird das Breitbandnetz an die "zollernalb-data", eine Tochterfirma der Stadtwerke Balingen, als zuständigen Netzbetreiber übergeben.

Da kein privates Unternehmen den Ausbau des Breitbandnetzes in Haigerloch eigenwirtschaftlich durchführen wollte, hat die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Amt für Digitalisierung des Landratsamtes des Zollernalbkreises einen Förderantrag beim Bund für den "Sonderaufruf Schule" eingereicht.

Bund und Land fördern Digitalisierung der Schulen

Das Vorhaben wird mit Fördermitteln vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in vorläufiger Höhe von 200 000 Euro gefördert. Zusätzlich wird der Ausbau vom Land Baden-Württemberg mit Fördermitteln in Höhe von vorläufig 160 000 Euro gefördert.

Die Planungsleistungen zur baulichen Umsetzung wurden nach Ausschreibung, am 24. November 2020 durch den Gemeinderat an das Ingenieurbüro Dreher & Stetter aus Empfingen vergeben. Die Ausschreibung für die Errichtung der PoP Standorte gewann die Netze BW Sparte Dienstleistungen.

Mit einem symbolischen Spatenstich nahe des Edeka-Sinz-Marktes im Madertal fiel am Mittwoch der Startschuss zum Ausbau der FTTB-Anbindung der Schulen in Haigerloch. Mit dabei war eine Reihe von Vertreter der beteiligten Instanzen und Firmen.

Haigerlocher Bürgermeister dankt allen Beteiligten

Bürgermeister Heinrich Götz dankte dabei allen, die Zuschüsse zum Projekt gewährt hatten. Ein großes Lob des Bürgermeisters ging an die Breitbandkoordinatorin der Stadt, Lisa Hiller. Er bezeichnete die neue stellvertretende Hauptamtsleiterin als treibende Kraft, die das Projekt tatkräftig und strukturiert voran bringe.

Jens Schilling, Vorstandsvorsitzender von Komm.Pakt.Net (Kommunaler Pakt für den Netzausbau) betonte die Wichtigkeit eines schnellen Zugangs zum Internet, insbesondere für Schulen.

Auch Beate Schaubhut vom baden-württembergischen Innenministerium betonte, dass die letzten zwei Jahre deutlich gezeigt hätten, wie wichtig die Anbindung der Schulen ans schnelle Internet sei.

Mit dem Anbieter "zollernalb-data GmbH" aus Balingen hat die Stadt laut Geschäftsführer Harald Eppler einen regionalen Anbieter an der Hand, der sämtliche Produkte und Dienstleistungen in der Region anbieten kann.

Auch Bürger und Firmen profitieren vom Breitbandausbau

Karlheinz Stroppel, Projektleiter Breitband Netze BW, stellte in Aussicht, dass das Projekt wohl gegen Ende dieses Jahres fertig wird und man im nächsten Jahr allen Haigerlocher Schulen ein schnelles Internet gewährleisten könne, ebenso den Bürgern.

Auch im Madertal sollen zahlreiche Gewerbekunden ans schnelle Glasfasernetz angebunden werden, meinte Tobias Meyer vom Ingenieurbüro Dreher & Stetter aus Empfingen.

Joao Aurel Brown vom Projektträger Bund "AteneKom" bestätigte den Projektpartnern hohe Kompetenz. Michael Zillgener wünschte seitens des Landratsamtes Balingen "gutes Gelingen".