Die Besucher des Infoabends zur Tunnelsanierung haben am Dienstag viele Bedenken geäußert – über eine Stunde lang wurde erregt debattiert.
Die Vertreter von Regierungspräsidium, Stadtverwaltung und Ingenieurbüro standen bereitwillig Rede und Antwort, machten aber kein Hehl daraus, dass keine Lösung alle Beteiligten zufriedenstellen werde. Es gelte herauszufinden, auf welchem Weg sich der Schaden für die Gesamtstadt am ehesten in Grenzen halten lasse, erklärte Oberbürgermeister Roland Tralmer. „Dabei sind wir auf Sie als Anwohner angewiesen.“ Wenn es während der Bauzeit irgendwo gewaltig klemme, möge man nicht zögern, auf die Verwaltung zuzugehen.
Es wird klemmen. Horst Kübler, der mit seiner Frau die Gaststätte Schalksburg betreibt, hält nicht für ausgemacht, dass er die zu erwartenden finanziellen Einbußen problemlos übersteht. „Wir sind doch eingesperrt“, klagte er. Ein anderer Bürger wollte wissen, ob der Radweg in Richtung Lautlingen nicht für den motorisierten Verkehr genutzt werden könne – die Vertreter des Regierungspräsidiums versprachen, dies zu prüfen. Ein weiterer Vorschlag: Die Laufener – und nur sie – sollten berechtigt sein, den Bahnübergang zu queren.
Die Woche hat sechs Arbeitstage
Günther Kirschbaum aus Lautlingen wollte wissen, ob auf der Tunnelbaustelle ständig gearbeitet werde. Die Antwort von Projektleiter Jürgen Grauer: Da es sich um innerörtliche Arbeiten handle, dürfe nachts und sonntags nicht gearbeitet werden, wohl aber an sechs Tagen der Woche. Heike Hauer fragte, wie die Verkehrsführung aus Richtung Riesestraße aussehe; von ihr sei bisher nicht die Rede gewesen. Hier, erfuhr Hauer, werde eine „Lückenampel“ installiert, die in Aktion trete, sobald Fahrzeuge sich in den fließenden Verkehr einreihen müssten.
Platzkonzerte lieber vor der Festhalle
Einige Mütter machten darauf aufmerksam, dass der Weg zur Schule und zum Kindergarten durch die Ortsmitte und auch über die Balinger Straße führe: Es müsse garantiert sein, dass die Fußgängerampel funktioniere. Michael Vögele vom Laufener Musikverein erkundigte sich nach den Vereinsfesten auf dem Alten Postplatz – Baubürgermeister Udo Hollauer riet ihm, sie während der Sanierungszeit auf den Parkplatz vor der Festhalle zu verlegen. Ortschaftsrat Wolfgang Bolkart fragte nach, warum es nicht möglich sei, den Tunnel halbseitig zu sanieren und auf der anderen Spur den Verkehr fließen zu lassen – in anderen Ländern gehe das. Das Podium winkte ab – schon wegen des Arbeitsschutzes nicht machbar, lautete die Antwort.
Den Gewerbetreibendenwerden Parkplätze fehlen
Bolkarts Ratskollegin Stefanie Oehrle wies nachdrücklich auf die starke Belastung des Gewerbes hin, Bürgermeister Hollauer in seiner Replik auf die geplanten Behelfsparkplätze, welche die Kunden von Metzgerei und Pizzeria nutzen könnten. Und der Lieferverkehr? Wird nicht auf der Balinger Straße halten können.
Nicht alle Lautlinger fühlen mit
Nicht nur Laufener meldeten sich zu Wort. Lautlingen ertrage seit ewigen Zeiten einen gewaltigen Durchgangsverkehr, erklärte ein Lautlinger, Laufen könne sich glücklich schätzen, einen Tunnel zu haben. Pfeffinger und Margrethausener merkten an, dass auch sie durch umgeleiteten Verkehr beeinträchtigt würden, sei es nun durch den Lärm der Laster oder durch unflätige Beschimpfungen aggressiver Autofahrer.
Laufens Ortsvorsteher Peter Landenberger schließlich mochte sich nicht mit der Schließung des Bahnübergangs abfinden: „Wenn künftig der Tunnel gesperrt ist, werden wir jedes Mal von Neuem vor diesem Problem stehen.“ OB Tralmer versuchte die Wogen zu glätten: „Wenn der Tunnel saniert ist, wird er erst mal ziemlich lange intakt sein.“