Der Tunnel in Laufen Foto: Roth

Zum Festakt anlässlich der „Eröffnung“ des Tunnels in Laufen schreibt uns Leser Mark Pfeffer aus Balingen.

Da wird ein Tunnel nach langer Sanierung feierlich „eröffnet“, obwohl er wegen defekter Videotechnik gar nicht geöffnet werden kann. Minister, Bürgermeister, Presse, Band und Schere waren da. Nur der Verkehr fehlte.

 

Aus der Tunneleröffnung wurde eine Tunneleröffnung ohne Tunnelöffnung (Inzwischen ist der Tunnel befahrbar, Anm. d. Red.). Natürlich geht Sicherheit vor. Wenn die Technik nicht funktioniert, darf der Tunnel nicht freigegeben werden. Die eigentliche Frage lautet aber: Warum braucht es für eine Wiederinbetriebnahme nach Sanierung überhaupt einen Festakt dieser Größe?

Leistungsfähige Schienenanbindung nötig

Noch absurder wirkt das, wenn sich gleichzeitig Ausbau und Elektrifizierung der Zollernalbbahn womöglich bis in die 2040er-Jahre verschieben. Seit Jahrzehnten ist klar, dass der Zollernalbkreis eine leistungsfähige Schienenanbindung braucht. Trotzdem wirkt jede Verzögerung wie eine Überraschung. Hier liegt das eigentliche Problem: Für Fototermine, Grußworte und Banddurchschneiden scheint Zeit zu sein. Aber wer macht gegenüber Stuttgart, Berlin und der Bahn dauerhaft Druck?

Ein gelegentlicher Besuch reicht nicht. Es braucht koordinierten politischen Einsatz aus der gesamten Region. Die Bürger brauchen funktionierende Infrastruktur.

 

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