Neun Feuerwehren in drei Gruppen absolvierten am Freitagabend in Hornberg von 18 bis 22 Uhr die diesjährige Katastrophenübung zur Brandbekämpfung und Personensuche sowie Personenrettung aus einem Straßentunnel.
Geübt wurden – mit Anfahrt über das Westportal aus Richtung Gutach – die Brandbekämpfung und aus Richtung Triberg über das Ostportal die Suche und Rettung von Menschen aus den sich im Tunnel befindlichen Fahrzeugen.
Im Stundentakt wurden „Auszubildende“ aus drei Tunnelwehren (also Feuerwehren, in deren Alarmierungsbereich sich ein Straßentunnel befindet) durch die Übungssituation geschleust, eine leistungsfähige Nebelmaschine sorgte für schlechte Sichtverhältnisse. Damit sich der Nebel nicht sofort verzieht, wurde eigens die Lüftungsanlage des Tunnels abgestellt, im Nu lag die Sichtweite stellenweise bei Null.
Kommandant Uwe Bähr von der „gastgebenden“ Hornberger Feuerwehr kommentierte für die Presse und Bürgermeister Marc Winzer den Verlauf der von den Kollegen Adrian Stirm (Hausach), Friedrich Götz und Lucas Richter (beide Schiltach) konzipierten Übung.
Schon circa hundert Meter vor dem Brandherd begann der Löschtrupp damit, Tunneldecke und -wände mit Löschwasser zu kühlen, um die Tunnelinfrastruktur gegen Hitze zu schützen. Das brennende Fahrzeug (eine offene Gasflamme in einem Kleinwagen, aus dem alle brennbaren Teile entfernt wurden) wurde vehement mit Löschwasser traktiert, muss im Ernstfall doch sehr schnell der Brand und damit die Entwicklung giftiger Rauchgase gestoppt werden.
Hinter dem brennenden Fahrzeug machten sich ein zweiter Trupp – selbst die Maschinisten (die Fahrer der Feuerwehrfahrzeuge) arbeiteten unter Atemschutz – bei Sichtweite Null mit handelsüblichen Blindenstöcken daran, in und unter den abgestellten Fahrzeugen nach Personen zu suchen.
Wer nicht in der Lage ist, den Tunnel zu Fuß zu verlassen, der sucht womöglich unter seinem Auto Schutz vor dem Rauch, bei LKW müssen zusätzlich auch die Schlafkabinen untersucht werden.
26 Wehrleute, die alle im schweizerischen Balsthal in Tunnelrettung geschult worden waren, wachten mit Argusaugen darüber, wie ihre 36 Kollegen die im Theorie-Unterricht im Hornberger Feuerwehrgerätehaus behandelten Schulungsinhalte in der Übung anzuwenden in der Lage waren.
Die Übungsgruppen waren bewusst bunt gemischt, sollte es je zu einem Brandfall in einem der Straßentunnel kommen, werden mehrere umliegenden Wehren alarmiert und die Fahrzeugbesatzungen, die in den Tunnel zum Lösch- oder Rettungseinsatz einfahren, werden sich vermutlich aus mehreren Feuerwehren rekrutieren. Umso wichtiger sei es, dass in allen neun Wehren identische „Angriffstechniken“ trainiert würden, so Adrian Stirm.
Bürgermeister Marc Winzer wies lobend darauf hin, dass mit St. Georgen, Triberg oder Schramberg die Übungen für den Katastrophenschutz nicht an den Kreisgrenzen halt machten.
In Eigeninitiative hätten sich die neun Tunnelwehren in einer Smartphone-App Übersichtskarten aller Straßentunnel zusammengefasst, in der zu jedem Tunnel die Anfahrtswege zu den Tunnelportalen, die Lage der Hydranten und weiterer im Notfall wichtige Details ersichtlich sind, erläuterte Uwe Bähr und gewährte einen Blick auf sein Diensthandy.
Die Benutzung der Rettungsstollen war nicht Teil der 30minütigen Übung, im Brandfall sorgt Überdruck dafür, dass die Rauchgase nicht in den Rettungsstollen hineingelangen können.
Trainingszentrum
In allen neun „Tunnelwehren“ wurden Feuerwehrleute im schweizerischen Balsthal an der dortigen „International Fire Academy“ geschult. Das Trainingszentrum umfasst ein Straßen-Übungstunnel, einen Bahn-Übungstunnel, ein Übungsparkhaus und ein Taktikzentrum. Die zentrale Schulung stellt sicher, dass in allen Wehren dieselben „Angriffstaktiken“ geschult sind und die Teilnehmer selbst als Multiplikatoren für Feuerwehrkollegen fungieren können.