So soll die Verkehrsführung am Ostportal des Tunnels an der Stuttgarter Straße aussehen. (Visualisierung) Foto: Regierungspräsidium

Ist der geplante Bau des Tunnels zwischen der Stuttgarter Straße (B 28) und der Boschenlochkurve (B 462), für den jetzt das Planfeststellungsverfahren eingeleitet wurde, überhaupt sinnvoll? Im Gemeinderat Freudenstadt gibt es vereinzelt Zweifel. Stadträtin Elisabeth Gebele von der Bürgeraktion (BA) äußerte in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Bedenken, als es um die Stellungnahme der Stadt zum Planfestellungsverfahren ging.

Freudenstadt - Oberbürgermeister Julian Osswald verdeutlichte, dass die Verwaltung das Planfeststellungsverfahren begrüße und bereit sei, alles, was städtische Flächen im Zusammenhang mit dem Bau betrifft, mit dem Regierungspräsidium abzustimmen. Dies war auch Inhalt des ersten Punkts eines vierteiligen Beschlussvorschlags.

Getrennte Abstimmung

Elisabeth Gebele beantragte, diesen Teil getrennt abzustimmen, da sie der Meinung war, dass der Tunnel in Richtung Baiersbronn heute nicht mehr viel Sinn macht. Sie glaube vielmehr an andere Zukunftsstrategien. Außerdem wisse man nicht, wie es in Baiersbronn mit der Straßenplanung weitergeht.

Das Argument konnte der OB nicht nachvollziehen. "Es wird auch in Zukunft Fahrzeuge, einschließlich Elektroautos und Lastwagen geben, die nach Baiersbronn fahren", sagte er.

Bei der Abstimmung gab es für diesen Punkt, in dem die Stadt die Einleitung des Planfeststellungsverfahrens begrüßt, drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen. Einstimmig fiel das Votum hingegen für die weiteren Punkte aus, in denen die Stadt unter anderem ihre Bereitschaft für Abstimmungsgespräche über die Inanspruchnahme von städtischen Flächen signalisiert.

Rußhütte wichtiges Thema

Die Versetzung der Rußhütte ist ein wichtiges Thema. Sie soll an der Stuttgarter Straße ab- und in Christophstal in der Nähe des Platzmeisterhauses zur Gartenschau 2025 wieder aufgebaut werden, um das geschichtsträchtige Gebäude zu erhalten und bei der Gartenschau zu nutzen.

Ausgleichsmaßnahmen für den Flächenbedarf am Ostportal des Tunnels sind im Hangbereich in Christophstal angedacht. Außerdem bittet die Stadt in ihrer Stellungnahme das Regierungspräsidium um weitere Beteiligung hinsichtlich relevanter Anregungen und Bedenken privater Dritter und signalisiert ebenfalls Bereitschaft, unterstützend tätig zu werden, falls erforderlich. Stadtrat Wolfgang Tzschupke (Freie Wählervereinigung) zeigte sich für seine Fraktion dankbar, dass es mit dem Tunnelbau vorangeht. Die angestrebte Verkehrswende und die damit verbundene Elektromobilität sei kein Argument gegen das Projekt.