Franziska Arnold-Hauser und Nicole Ritze (mittendrin von links) stellen vor Ort in Brasilien fest, wie wichtig ihr Einsatz beim Projekt Educare ist. Foto: Ritzi

Größer können die Unterschiede wohl kaum sein, das wurde den Tuningerin Christine Ritzi und Franziska Arnold-Hauser wieder auf ihrer Reise nach Brasilien bewusst.

Zum bereits vierten Mal besuchten die beiden das Bildungsprojekt Educare in Sao Paulo – ihr Herzensprojekt, für das sie sich seit Jahren einsetzen. Sich vor Ort ein Bild über die aktuelle Lage im Projekt zu machen, ist ein wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit über diese große Entfernung.

 

Dort wurden manche Dinge mit ganz anderen Augen betrachtet. Hautnah erlebten sie die Herausforderungen, die Sorgen und Ängste, aber in gleichem Maße auch die Freude und die Früchte der Arbeit direkt mit. „Zu spüren, welche große Last diese Kinder schon tragen müssen ist erschütternd und oft fehlen einem die Worte“, so Christine Ritzi.

Mittendrin in einem der größten Drogenviertel der Welt

Sie erzählt, was die beiden vor Ort erlebten. Die Kinder, die zu Educare kommen, haben ihr „zu Hause“ in den umliegenden Favelas, im Zentrum von Sao Paulo und in unmittelbarer Nähe zum „Cracolândia“, dem Crackland, einem der größten Drogenviertel der Welt. Von diesem Umfeld aus Gewalt, Drogen und Armut sind viele der Kinder geprägt.

Das Projekt Educare gibt Kindern Sicherheit, wo das größte Drogenviertel der Welt nur einen Steinwurf entfernt ist. Foto: Ritzi

Educare bietet ihnen einen Zufluchtsort, serviert ein warmes Mittagessen und hat ein breites Bildungsangebot. „Bei all diesen Umständen haben wir wieder sehen dürfen, wie wichtig und wertvoll unsere Arbeit bei Educare ist“, freut sich Franziska Arnold-Hauser. Dass es die Einrichtung inmitten dieser Situation gibt, ist für die Kinder und Familien ein Segen. Das Projekt gibt Sicherheit, wo sonst keine mehr existiert und eröffnet Perspektiven auf eine Zukunft abseits von Drogen und Gewalt. Dies ist den Mitarbeitern vor Ort zu verdanken, die sich mit ganzer Hingabe jedem Kind widmen.

Da werden Wunden und Herzen verbunden

Da werden Wunden und Herzen verbunden. Es wird unterrichtet, gekocht und gegessen, zusammen gelacht und geweint. Über 150 Kinder nutzen täglich dieses Angebot. Auf dem großen Gelände tobt das Leben.

Als Mitbringsel aus Deutschland gab es Fahrzeuge, sogenannte Foot-Twister, die sofort und ständig in Betrieb waren. Für die zwei Besucherinnen war es eine Freude, den Kindern bei Spielen zuzuschauen, das Springseil zu schwingen, Fingernägel zu lackieren und Zöpfe zu flechten oder einfach auch ein Ansprechpartner zu sein oder eine Schulter zum Anlehnen zu bieten.

Auch freuten sich die zwei freiwilligen Helfer aus Tuningen und Anselfingen, Jule und Aaron Hauser. Sie sind seit September letzten Jahres in Sao Paulo und unterrichten die Kinder von der Leiterfamilie Borges im Homeschooling. Für das nächste Schuljahr ist man noch auf der Suche nach einem Lernhelfer. Mit vielen Eindrücken, Impulsen, Emotionen und wunderbaren Begegnungen (und brasilianischen Leckereien) im Gepäck ging es nach zwei Wochen wieder nach Deutschland zurück.