Der erste Sponsorenlauf für Educare in Tuningen gerät zum vollen Erfolg mit großer Beteiligung.
Zugunsten von Educare, einem deutsch-brasilianischen Projekt, schnürten die Teilnehmer die Laufschuhe.
Zum ersten Sponsorenlauf dieser Art haben sich 54 Kinder vom Kindergarten bis zur Grundschule für eine Runde von 400 Metern und 75 Erwachsenen für eine Runde von 800 Metern, Sponsoren in Familien, Freundeskreis, Nachbarschaft und der Firmenwelt gesucht.
Es war kein Siegerlauf sondern es galt möglichst viele Runden zu laufen.
Mitgemacht hat auch der Lauftreff „Wild Socks“ vom TG Tuningen und die Feuerwehr. Die sieben Feuerwehrwehrleute liefen in voller Uniform mit Atemschutz. Sie schleppten mit Atemmaske 25-30 Kilogramm für den guten Zweck.
So kam’s
Wie kam es zu dem Sponsorenlauf? Christine Ritzi, berichtete, sie ging nach dem Abitur 2003 für ein Jahr nach Brasilien. „Dort arbeitete ich mit Straßenkindern und Obdachlosen. In dieser Zeit entstand der Wunsch, dass Menschen nicht in so eine Situation kommen sollen.“ Dort traf sie die Schwarzwälderin Susanne Borges, die später den Brasilianer Martinho heiratete und nach Brasilien auswanderte.
Ritzi und Borges sind der Überzeugung, dass das Übel der Menschen an der Wurzel angepackt werden muss. So wurde zeitgleich vor 18 Jahren das Projekt Educare von Christine und Marius Ritzi in Tuningen und Susanne Borges und ihrem Mann das Kinderhilfswerk in Brasilien gegründet. In Tuningen werden Spenden gesammelt.
Hilfe kommt an
Einmal im Jahr gibt es für 250 Teilnehmer ein Benefizessen, gespendet vom Hohenkarpfen. Im Lauf der Jahre hat sich durch regelmäßige Informationen und das Benefizessen ein Spenderkreis aufgebaut und Educare in Brasilien konnte damit sein Angebot ausbauen.
Das Kinderhilfswerk befindet sich in Sao Paulo in einem Viertel umgeben von Kriminalität Unmittelbar in der Nachbarschaft befindet sich Crackland, das größte Drogenviertel der Welt. Die Kinder leben in verkommenen Häusern am Stadtrand in Holzverschlägen wie Martinho Borges erzählte.
Was macht educare? Bei dem ausschließlich durch Spenden finanzierten Projekt erhalten 150 bis180 Kinder täglich eine Mahlzeit. Meist ist es für die Kinder das einzige Essen am Tag. Weitere Kernpunkte von educare sind Alphabetisierung, Nachhilfe, medizinische Versorgung, Sport und Musik. Susanne Borges erzählte: „ Die Kinder verändern sich, weil sie eine Perspektive erhalten. Derzeit hat das Projekt ein Areal mit Schule, Küche und Sportplatz. Mittlerweile sind sieben junge Menschen aus dem Projekt Mitarbeiter geworden und für sieben weitere wird eine Ausbildung in einem Handwerksberuf finanziert.“
Das nächste Ziel von educare ist es, das Areal von 3200 Quadratmetern zu kaufen. Educare rechnet mit 27000 Euro Spenden durch den Sponsorenlauf.