Die Wahlurne wird im Lebenshaus Ochsen geleert, das Auszählen kann beginnen. Foto: Bieberstein

Großgefängnis: Standorte Weigheim, Rottweil und Meßstetten werden geprüft. Jürgen Roth blickt nach vorn.

Tuningen - Bürgermeister Jürgen Roth zeigte sich gestern nach der Bekanntgabe des Ergebnisses zum Bürgerentscheid erleichtert. Jetzt sei eine Entscheidung getroffen.

Vor allem die hohe Wahlbeteiligung von 74,4 Prozent bewertete er als sehr gut. Die Gräben, die in der Gemeinde in den vergangenen Wochen und Monaten wegen der Gefängnisdebatte entstanden sind, müssten nun wieder zugeschüttet werden. Roth zeigte sich überzeugt, dass die Normalität diese wieder heile.

Der Gefängnisbefürworter Roth hätte es allerdings als eine Chance gesehen, wenn die Bürger sich für die Ansiedlung ausgesprochen hätten. Aber nun habe der "Souverän" entschieden.

Seine erste Amtshandlung heute werde sein, dass er das Land Baden-Württemberg über den Ausgang des Bürgerentscheids informiere, damit sei die Angelegenheit für die Gemeinde Tuningen erledigt.

Jetzt müsse der Blick nach vorne gerichtet werden. Wie es mit dem Liapor-Gelände weiter geht, müsse nun der Gemeinderat beraten. Er erwarte nun Vorschläge des Eigentümers, und der Gemeinderat entscheide, was er für gut empfindet. Roth könnte sich ein Gewerbegebiet vorstellen. Dies wäre eine neue Chance.

Kurz vor 22 Uhr gab es gestern die erste Stellungnahme aus Stuttgart. Die Landesregierung werde nun zügig weitere Standorte in Weigheim, Rottweil und Meßstetten vertiefend prüfen. "Wir hätten uns ein anderes Ergebnis gewünscht, doch wir respektieren das Votum der Menschen in Tuningen", erklärten Staatsrätin Gisela Erler, Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid sowie Justizminister Rainer Stickelberger.

"Erst nach Abschluss dieses weiteren Prüfungsverfahrens werden wir sagen können, welchem Standort in Zukunft unsere volle Konzentration gilt", so die beiden Minister. Stickelberger betonte, dass das Land weiterhin an seinem Vorhaben festhalte, im südwürttembergischen Landesteil eine neue, moderne Justizvollzugsanstalt zu bauen. "Wir brauchen einen Neubau in dieser Region."

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: