Gut besucht: das Fest der Kulturen bei der Schömberger Moschee. Foto: Schweizer

Die Völkerverständigung funktioniert in Schömberg. Rund um die Moschee wuselte es über Pfingsten nur so. Dabei fanden vor allem die türkischen Spezialisten reißenden Absatz.

Schon von weitem lockte der Duft von Döner und anderen Spezialitäten die Gäste. Annähernd 1500 aus dem Zollernalbkreis und darüber hinaus mögen es gewesen sein, die am Samstag und Sonntag der Einladung des Vereins Fetih Camii D.I.T.I.B gefolgt waren.

 

Vorsitzender Vahdet Özdemir freute sich über die große Resonanz und darüber, dass nach drei Jahren Corona-Zwangspause das Fest der Kulturen wieder in gewohntem Rahmen stattfinden konnte. Gewohnt heißt: An allen Ecken und Enden brutzelte es, und viele hungrige und neugierige Schwaben schauten zu, was denn da am Grill und hinter der Theke zubereitet wurde.

Musca Sancar (links) und Yakup Akboga, der Iman der Gemeinde, führten Besucher durch das Gebetshaus.

Klar, dass der Döner, das türkische Nationalgericht, das auch in Deutschland nicht mehr wegzudenken ist, nicht fehlen durfte. Neben dem fleischigen Snack mit Salat und einer Portion Knoblauchsoße gab es würzige Hackfleischspieße, Adana genannt, und Köfte, leckere Frikadellen.

Bei den Frauen im Nachbarzelt schwebten Mehlwolken durch die Luft und mischten sich mit der Fröhlichkeit der Bäckerinnen, die für vegetarische Alternativen sorgten, etwa mit Teigtaschen, die wahlweise gefüllt waren mit Kartoffeln, Käse und Spinat. Gefüllte Weinblätter wurden angeboten, und allerhand Süßes, wie die Baklava, ein in Honig eingelegtes Gebäck. Dazu reichten die Gastgebe schwarzen Tee, Kaffee und selbst gemachten Ayran, ein Mixgetränk aus Joghurt, Wasser und Salz.

Die Helferinnen haben alle Hände voll zu tun. Foto: Schweizer

Das Kulturfest hatte aber noch viel mehr zu bieten: eine Hüpfburg, einen Kraftmesser, eine Schießbude und ein vor der Sonne schützendes Zelt. Wer wollte, durfte sich mit Musca Sancar, der Einblicke in den Islam gab, die Moschee anschauen und bei den Gebeten dabei sein, die Yakup Akboga, der Iman, sprach.

Wenn es nach Vahdet Özdemir geht, soll das deutsch-türkische Kulturfest wieder jedes Jahr stattfinden – vorausgesetzt, es finden sich immer genügend Helfer. Mehr als 100 Frauen und Männer waren im Einsatz. Auch sein Vorstandsmitglied Ismail Sancar möchte eine Tradition daraus werden lassen. Der kulturell-religiöse Austausch sei wichtig.

Zu einem Festival der Genüsse ist das Fest des türkisch-islamischen Kulturvereins geworden. Foto: Schweizer

Eine türkisch-islamische Gemeinde gibt es in Schömberg schon lange. Sie wurde 1983 ins Vereinsregister eingetragen, kann also das 40-jähriges Bestehen feiern. Zunächst trafen sich die Mitglieder – heute sind es über 300 – in der Dorfgasse im früheren „Rössle“. 2002 wurde es teils abgerissen und an gleicher Stelle ein neues Gemeindezentrum mit großem Gebetssaal erstellt. Im Mai 2003 war die Einweihung. In Schömberg gibt es seit 30 Jahren eine Moschee, noch ein Jubiläum.

Das Fest wurde zum Anlass genommen, für die Erdbebenopfer in der Türkei zu sammeln. Nur wenige Tage nach dem Beben sind mit Unterstützung des Vereins Fetih Camii D.I.T.I.B fünf Sattelschlepper voller Hilfsgüter aus dem Zollernalbkreis ins Katastrophengebiet gefahren.