Mustafa Keskinsoy von der Türkisch Islamischen Gemeinde in Rottweil gibt einen Einblick, wie hier die Situation in der Türkei gesehen wird.
In der Türkei gingen in den vergangenen Wochen tausende Menschen auf die Straßen. Vor allem junge Leute demonstrierten gegen die politischen Repressionen von Präsident Erdogan und gegen die Verhaftung des Istanbuler Bürgermeisters. Auch in Deutschland wurde zu Demonstrationen aufgerufen.
Wir haben Mustafa Keskinsoy von der Türkisch Islamischen Gemeinde Rottweil zur Situation befragt. Er hat Verständnis für die Demonstrationen. „Die Menschen möchten eine Zukunft in Freiheit und eine demokratische Türkei“, informiert er.
Wenig Interesse an Politik vor der Haustür
Aber wie wird das Thema in der Rottweiler Gemeinde diskutiert? „Ich habe bisher nichts Negatives gehört. Aber es wird natürlich viel darüber diskutiert“, sagt er, bedauert aber zugleich, dass für die deutsche Politik, Beispiel „Bündnis für Demokratie“, niemand von den wahlberechtigten Deutschtürken auf die Straße gehe.
Um die Politik vor der Haustür würde man sich nur wenig kümmern, sagt Keskinsoy. „Das stört mich schon etwas“, gibt er zu. Denn er sei bei den Kundgebungen gegen Rechts mit dabei und würde sich auch hier mehr Zuspruch aus seinen Reihen wünschen.
Hoffen auf Änderung in der Türkei
Mustafa Keskinsoy hofft inständig, dass sich in der Türkei etwas ändert. Vor allem in der Migrationspolitik der Türkei müsse sich etwas ändern, ist er überzeugt. Er beobachtet aber auch die Entwicklungen in Deutschland mit Sorge, deswegen ist im das „Bündnis für Demokratie“ auch sehr wichtig.