Die Vorstellungen des Ex-Profi und des Vorstands gehen offenbar auseinander. Der erst gerade verpflichtete Top-Stürmer Rashad Muhammed ist bereits wieder weg.
OBERLIGA Es könnte der nächste Trainerknall beim sportlich erfolgreichen Oberliga-Aufsteiger Türk. SV Singen in dieser Saison folgen. Nach knapp viereinhalb Monaten ist das Trainer-Comeback von Ex-Profi Ali Günes vielleicht in dieser Woche zu Ende.
Fakt ist, dies ergaben unsere Recherchen: Es gibt aktuell Kommunikationsprobleme zwischen Ali Günes und dem Vorstand des Oberligisten. Der Ex-Profi und die Verantwortlichen haben in Sachen Transferpolitik und Zukunfsentwicklung des Clubs ziemlich unterschiedliche Auffassungen. Diese verschärften sich nun so sehr, dass Ali Günes an diesem Dienstag nicht zum Training des Oberligisten erschien und sich von seinem Co-Trainer Roman Rudenko vertreten ließ. Die Spieler waren nicht schlecht überrascht. Der Vorstand hatte die Mannschaft vor dem Training über den aktuellen Stand unterrichtet, ging aber nicht mehr ins Detail der Probleme ein.
Noch am Wochenende hatte Günes das Team bei den Testspielen gegen den 1. FC Rielasingen-Arlen und gegen RW Salem gecoacht. Eine Stellungnahme gegenüber unserer Zeitung zu der ganzen Problematik will Ali Günes zum jetzigen Zeitpunkt nicht abgeben.
Wenn ein neuer Stürmer zum Flop wird
In Sachen Transferpolitik kritisierte Ali Günes zum Beispiel offenbar intern, dass der sportlich sehr gewichtige Abgang von Torjäger Abdo M’Boob (Er wechselte zum Regionalligisten Stuttgarter Kickers) bis jetzt nicht kompensiert werden konnte. Der Europa-League-erfahrene, französische Neuzugang Rashad Muhammed konnte in der Vorbereitung die Erwartungen als M’Boob-Nachfolger nicht erfüllen. Der Vertrag mit dem früheren norwegischen Erstliga-Spieler wurde vor wenigen Tagen in Singen aufgelöst und mit einer vierstelligen Abfindungssumme abgerundet.
Erfolgreiche Arbeit von Ali Günes seit September
Ali Günes hatte seit seiner Rückkehr als Trainer unterm Hohentwiel hervorragende Arbeit geleistet. Als der Ex-Profi Ende September zurückkam, stand die Mannschaft als Oberliga-Neuling nur auf dem letzten Platz mit vier Punkten. Die Mannschaft überwintert nun auf dem achten Rang mit nun 26 Zählern und dürfte mit dem Kampf um den Klassenerhalt – normalerweise – im Frühjahr nichts mehr zu tun haben.
Die Geschichte zwischen Ali Günes und dem Vorstand ist zur Stunde verfahren. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus. Aber die Zeichen stehen wohl auf Trennung, so bitter dies dann für den Oberliga-Aufsteiger wenige Tage vor dem Saison-Restart sein wird.
Sportvorstand Abdullah Öztürk setzt auf die noch einmal geführten Gespräche in diesen Tagen mit Ali Günes. Die Mannschaft wünscht sich eine Rückkehr ihres bisherigen Trainers. Aber Günes steht immer für seine Prinzipien.
Es käme schon der fünfte Coach in dieser Saison
Ali Günes ist in dieser Saison sage und schreibe bereits der vierte Coach beim Singener Club. An diesem Samstag wird Türk. SV Singen beim württembergischen Verbandsligisten FC Holzhausen seine Generalprobe für den Oberliga-Restart absolvieren. Man darf gespannt sein, wer dann auf der Singener Bank sitzt.
VfR Aalen und Denzlingen starten schon am Samstag
Das Oberliga-Topteam aus Aalen ist aus seinem Trainingslager in der Türkei zurückgekehrt und bereitet sich auf das Nachholspiel am Samstag in Denzlingen vor. Mit einem Punktgewinn könnte der Tabellenzweite die Spitzenposition vom VfR Mannheim übernehmen. Die für diesen Mittwoch geplante Generalprobe für den VfR Aalen gegen Dorfmerkingen wurde allerdings abgesagt. Aber auch der letzte Test des FC Denzlingen in Auggen fiel am Dienstagabend aus.
Am Dienstagabend testete der FSV Bietigheim-Bissingen beim FSV Waiblingen und gewann mit 7:0.
Währenddessen bereitet sich der FC 08 Villingen mit vier Trainingseinheiten in dieser Woche intensiv auf seine Generalprobe am Samstag (14 Uhr) beim Oberliga-Konkurrenten SSV Reutlingen vor. Das letzte Testspiel der Nullachter in dieser Vorbereitungsperiode läuft allerdings auf dem Kunstrasen neben dem Stadion.