Die SPD-Bundestagsabgeordnete Derya Türk-Nachbaur befand sich kürzlich auf einer Arbeitsreise in Washington D.C.
Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der US-amerikanischen Regierung sowie des Kongresses zur Fortführung Parlamentarischer Austauschprogramme.
Ziel ist es, die deutsch-amerikanischen Beziehungen trotz erheblicher politischer Meinungsunterschiede mit der Regierung Trump auf der Arbeitsebene zu stärken und den Dialog aufrechtzuerhalten. Zum bundesweiten Trikottag des DOSB, an dem alle 29 Millionen Mitglieder deutscher Sportvereine dazu aufgerufen sind, ihr Vereinstrikot im Alltag zu tragen, meldet sich Türk-Nachbaur aus der US-Hauptstadt zu Wort.
Der Trikottag steht für das, was Sport in seinem Kern ausmacht: Gemeinschaft, Ehrenamt und Miteinander. „Wo könnte man das Deutschlandtrikot stolzer tragen als hier in den USA: genau dort, wo in einem Monat das größte Fußballfest der Welt beginnt“, schreibt die Abgeordnete. Und weiter: „Fußball ist die beliebteste Sportart der Welt, und das aus gutem Grund. Du brauchst eigentlich nichts außer einem Ball. Und trotzdem gibt dir dieser Sport so viel zurück: Freude, Freundschaft, Leidenschaft, dieses gemeinsame Mitfiebern. Egal ob in Rio de Janeiro, Chicago oder bei uns in Villingen-Schwenningen. Fußball gehört allen.“
Doch Türk-Nachbaur übt auch deutliche Kritik an den politischen Rahmenbedingungen rund um die WM 2026. Laut Human Rights Watch wurden in den elf WM-Austragungsstädten der USA in den vergangenen 15 Monaten über 167.000 Menschen von der Einwanderungsbehörde ICE festgenommen. Hinzu kommen Berichte über willkürliche Einreiseverweigerungen und Handydurchsuchungen an der Grenze.
Die FIFA reagierte darauf nicht etwa mit Kritik, sondern verlieh Präsident Trump einen Friedenspreis. Tickets für normale Fans sind für viele schlicht unerschwinglich, eine Entwicklung, die inzwischen selbst UN-Generalsekretär António Guterres öffentlich kritisiert hat.
„Politik, Macht und Geld dominieren die Schlagzeilen, der Sport selbst gerät in den Hintergrund. Das ist nicht unser Fußball“, so Türk-Nachbaur. Ihr Appell: „Lasst uns den Zusammenhalt, die Gemeinschaft und die Leidenschaft wieder in den Mittelpunkt rücken. Das ist es, was Fußball so besonders macht und was der Trikottag heute sichtbar macht.“