Nach einem etwas ernüchternden Jahr will das Mahlberger Tabakmuseum die Besucherzahlen wieder in die Höhe treiben. Helfen soll ein neues Ausstellungsstück.
Das Oberrheinische Tabakmuseum ist in seine mittlerweile 34. Saison gestartet: Ab sofort sind die Türen bis Ende Oktober geöffnet. Mahlbergs Bürgermeister Dietmar Benz begrüßte dazu zum Auftakt für die Stadt als Museumsträger zahlreich erschienene Gäste.
Im obligatorischen Rückblick auf das Vorjahr berichtete Benz von der zweckgerichteten Verwendung eines erneuten Spendenschecks des Förderkreises in Höhe von 5000 Euro. Die wurden in eine neue Ausstellungsvitrine für eine wieder gefundene Bleiplakette von der Grundsteinlegung des einstigen Mahlberger Klosters investiert, und auch die interne Beleuchtungsanlage wurde damit teilerneuert. Damit habe der Förderkreis mittlerweile seit Museumsgründung insgesamt schon 172.500 Euro für dessen Unterhalt zusammengetragen, so Benz. Dank einer Spende der Sparkasse konnte überdies auch ein potenziell lebensrettender Defibrillator an der Außenfassade installiert werden. Ansonsten: Nach jahrzehntelang unveränderten Eintrittspreisen wurden die etwas erhöht. Demnach beträgt der Einzeleintritt für Erwachsene jetzt fünf statt bisher 3,50 Euro, für Kinder und Schüler je drei Euro. Eine Gruppenführung kostet jetzt ab zehn Personen 6,50 Euro pro Teilnehmer, für Schülergruppen entsprechend 3,50 Euro.
Ausstellungsvitrinen wurden auf Vordermann gebracht
Benz bedauerte, dass sich im Vorjahr die Besucherzahlen mit nur 653 Gästen empfindlich verringert hatten und hoffte, dies mit verstärkter Mund-zu-Mund-Propaganda wieder verbessern zu können. Denn: Große Werbemaßnahmen könne die kleine Stadt finanziell nicht schultern. Der ehrenamtliche Museumsleiter Patrick Benz zeigte sich hierzu optimistisch: Heuer hätte man sogar schon vor der offiziellen Saisoneröffnung fünf Besuchergruppen durch das Museum führen können. Ansonsten berichtete er, dass in Routine-Helfereinsätzen einige der zahlreichen Ausstellungsvitrinen farblich angepasst worden waren.
Und: Ein gespendeter alter Original-Volksempfänger aus den 1930er-Jahren sorgt jetzt trotz kaputter Röhren dank eingebauter Digitaltechnik in der Versandabteilung für musikalische Klänge aus den Radio-Frühzeiten.
Erst kürzlich hatte die Stadt für ihre zahlreichen ehrenamtlichen Museumsführer, -helfer und -unterstützer als kleinen Dank einen Bus-Tagesausflug an den Oberrhein finanziert. Dafür lobte die Förderkreis-Vorsitzende Nicole Ritter auch ihren Vorgänger Wolfgang Ohnemus für dessen Reiseorganisation. Sie schloss sich den bürgermeisterlichen Danksagungen an, etwa an das Ehepaar Herden für Pflege des Tabak-Schaufeldes, Bernhard Beyer als technischem Museums-Tausendsassa oder Antje Jörger als Organisatorin des Museumsbetriebes. Die bekamen auch gleich noch – sofern anwesend – eines der neuen tabakbraunen Polo-Shirts des Förderkreises zum Überziehen verpasst.
Info – Mehr als 10.000 Exponate
Das Mahlberger Tabak-Fachmuseum beherbergt auf vier Etagen einer ehemaligen Zigarrenfabrik nebst Tabakschopf und Zigarettenkeller mittlerweile weit mehr als 10.000 Exponate quer durch die Geschichte der Tabakverarbeitung – samt Kultur von historischen Schnupftabakdosen über Pfeifen bis zu exotischen Skurrilitäten, alten Fotos und diversen Dokumenten. Dazu kommt die einst von Hand betriebene Zigarrenherstellung ebenso zur Geltung wie die zunehmend maschinellen Hilfsmittel. Weil sich die Stadt keine häufigen Öffnungszeiten mit bezahltem Personal leisten kann und überdies mangels einer Heizanlage das Museum im Winterhalbjahr zum Schutz der wertvollen Exponate vor Atemluft-Feuchtigkeit stets schließen muss, bleibt das weiterhin nur sonn- und feiertags von 10 bis 17 Uhr mit ehrenamtlichem Personal geöffnet – bis auf weiterhin separat mögliche Gruppenführungen an anderen Tagen. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.tabakmuseum-mahlberg.de.