Das Dutzend ist meistens voll, wenn die Melchinger E-Bike-Rentner mit ihren Drahteseln und dem selbt gebauten Anhänger auf Tour gehen. Foto: Barth

Weil sie umweltfreundlicher und nicht alle immer mit dem eigenen Fahrzeug samt Fahrradständer zu den E-Bike-Ausflügen gelangen wollten, ließ sich eine aktive Rentnergruppe aus Melchingen etwas einfallen.

Burladingen-Melchingen - Der E-Bike Boom hat in den letzten Jahren landauf, landab unglaublich an Fahrt aufgenommen. Das ging auch nicht spurlos an Melchingen vorbei. Es waren meist junge Rentner die diesem Trend folgten und auf einen elektrounterstützenden Drahtesel umgestiegen sind.

Auf Initiative von Horst Lamparth bildete sich eine Gruppe von fünf bis sieben Männern, die sich immer Mittwochs trafen um eine Fahrradtour zu unternehmen. Die Tourenverläufe wurden immer vor Beginn festgelegt und führten in alle Himmelsrichtungen. Ziele waren Rottenburg, das schöne Laucherttal, sowie die Wimsener Höhle, Radwege um Albstadt oder das Biosphärengebiet Münsingen. Die Regionen Tübingen und Reutlingen wurden ebenfalls erkundet. Alle Strecken wurden von Melchingen aus abgefahren, und die Radler strampelten gut 60 bis 80 Kilometer pro Ausflug.

Die nähere Umgebung ist abgefahren

Inzwischen ist die Gruppe auf 15 Teilnehmer im Alter zwischen 62 und 75 Jahren angewachsen. Aber: Viele Radwege in der näheren Umgebung sind schon abgefahren. Also beschlossen die Männer mit dem Auto und ihren Fahrradträger etwas entferntere Ziele anzusteuern.

Weder wirtschaftlich noch umweltfreundlich

Aber bei zwölf Mann wären dann sechs Autos im Einsatz, denn die meisten haben nur Träger für zwei Fahrräder. Dieses schien den Melchinger E-Bike-Rentnern aber weder wirtschaftlich noch umweltfreundlich. Eine sinnvollere Lösung musste her. Also kam man auf die Idee, einen größeren Fahrradträger auf einen Anhänger zu bauen.

Im Winter machten sich die handwerklich begabten Jungrentner ans Werk und bauten nach den Plänen von Alfred Dorn einen Fahrradträger für zwölf Räder, der auf einen Anhänger montiert wird. Nach mehreren Probefahrten und kleinen Nachbesserungen ist der Träger jetzt regelmäßig im Einsatz.

Aus Halbtagestouren wurden Ganztagesausflüge

Nun können auch weiter entfernte Ziele, wie das Donautal oder das Allgäu, angesteuert werden. Aus den Halbtagestouren sind inzwischen Ganztagesausflüge geworden. Und egal wohin die Reise geht, der Fahrradträger leistet seinen wirtschaftlichen sowie umweltschonenden Beitrag und wird überall bestaunt. Natürlich geben die Melchinger dann gerne Auskunft über Bauweise und Beschaffenheit des Trägers und drehen dann mit berechtigtem Stolz vergnügt ihre Runden.