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Tüftler im Waldachtal Uwe Luger hat eine Fenstersetzhilfe entwickelt

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Erfinder Uwe Luger erklärt die von ihm entwickelte Montage-Erleichterung für Fenster. Foto: Maier

Der Unternehmer und Tüftler Uwe Luger hat eine Fenstersetzhilfe entwickelt. Doch gute Ideen allein reichen nicht aus, um als Erfinder erfolgreich zu sein. Was es noch dazu braucht, lesen sie in unserem (SB+)Artikel.

Waldachtal-Salzstetten/Schopfloch - Deutschlands legendärer Erfinder-Papst Artur Fischer (1919-2016) hat auf seinen früheren Angestellten in der Fischer-Forschung abgefärbt. "Ich möchte immer was Austüfteln. Ich könnte ohne Arbeit nicht leben", beschreibt der 59-jährige Uwe Luger seine Passion für Erfindungen für alle Lebensbereiche.

"Probleme beschäftigen mich. Ich überlege ständig Lösungen und probiere Verbesserungen", spricht der Unternehmer über seinen Tatendrang. Während seiner 20-jährigen Tätigkeit bei der Unternehmensgruppe hat er zusammen mit Fischer viele Ideen vom Prototypenbau bis zur Patentzeichnung entwickelt. "Es ist vorgekommen, dass wir auch samstags und sonntags im Einsatz waren, sprich getüftelt haben", blickt Uwe Luger auf seine 15-jährige enge Zusammenarbeit mit Artur Fischer zurück.

Mit etwa 2252 Patenten und Gebrauchsmustern zählt Artur Fischer zu den produktivsten Erfindern der Welt. 1958 brachte er den S-Dübel auf den Markt, 1965 Fischertechnik.

Die Anmeldung eines Patents ist teuer

Die wertvollen Erfahrungen aus der Zusammenarbeit mit Fischer nutzt Luger indes für seine eigenen Erfindungen. So hat der Tüftler jüngst eine von ihm entwickelte Fenstersetzhilfe beim Patentamt München als Gebrauchsmuster angemeldet. Das Gebrauchsmuster ist der kleine Bruder vom Patent und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. "Die Kosten sind günstiger als für ein Patent, aber es ist trotzdem ein enormer finanzieller Aufwand", berichtet der Unternehmer.

Er erklärt seine Erfindung: "Beim Setzen von Fenstern (Fensterrahmen) mit den üblicherweise verwendeten Keilen und Kunststoffunterlagen liegt oft das Problem zugrunde, dass die Keile immer wieder rausfallen, sobald ein zweiter, dritter oder vierter Keil gesetzt wird und das Setzen und Ausrichten ziemlich erschwert und lästig wird. Bei meiner Erfindung wird die Fenstersetzhilfe entweder nur verklebt oder am Fensterrahmen verschraubt und ist somit fest fixiert." Ideal wäre es, so der Urheber, wenn das die Fensterhersteller ihren Fenstern gleich beifügen würden.

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In den Jahren seiner Selbstständigkeit hat der Salzstetter schon zahlreiche Neuheiten entwickelt und beim Patentamt angemeldet. Zeichnen, Werken und Malen wurden Luger in die Wiege gelegt. Künstlerisches Gestalten ist seine Leidenschaft. Dieses Talent paaren sich mit seinem technischen Verständnis.

Sehr wichtig findet der 59-jährige Erfinder, wie die neuen Produkte vermarktet werden können. Das sei das A und O des Erfolgs. Denn an der Umsetzung scheitere es oft. Man könne noch so gut sein, "ohne Beziehungen oder private Kontakte hast du keine Chance", erklärt Luger das Geheimnis des geschäftlichen Erfolges. Obendrein müsse man fleißig sein und etwas riskieren. "Und dann brauchst du noch viel Glück dazu."

TV-Sendung zur Vorstellung von Erfindungen sollte her

So hat Luger einst ein Ski-Trageteil entwickelt. Das einzige Problem: "Mit annähernd der gleichen Lösung ist mir ein Österreicher in der TV-Sendung ›Höhle der Löwen‹ zuvorgekommen." Doch Luger lässt sich davon nicht entmutigen: "Jeder Tag bietet neue Chancen."

Da Luger weiß, wie schwer es ist, selbst gute Erfindungen zu vermarkten, habe er Fernsehsendern wie RTL und Vox eine neue Sendung vorgeschlagen, damit Tüftler ein Forum für ihre Erfindungen haben und Interessenten für ihre Neuentwicklungen finden können. Das sei vor etwa zwei Jahren gewesen. Luger unterstreicht: "Es muss ein Sendung her, wo man Patente und Gebrauchsmuster vorstellen und Interesse dafür wecken kann!" Seine Anrufe fanden allerdings nur ein enttäuschendes Echo.

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Doch wie hat alles begonnen? Auf einer Heimfahrt von der Bundeswehr habe ihm Anton Fischer, ebenfalls aus Salzstetten, den Besuch einer Meisterschule "aufgeschwätzt". Gesagt getan. Uwe Luger schloss mit dem Werkzeugmachermeister ab.

Wie schon Eugen Schmid seinen guten Job bei Fischer aufgegeben hat und sich mit einem Sondermaschinenbau selbstständig machte, wagte auch Luger den Schritt in die Selbstständigkeit. "Begonnen habe ich in der Garage bei meinem Wohnhaus in Salzstetten", erzählt der heutige Geschäftsführer. "Zuerst habe ich kleine Werkzeuge selber gebaut und Abmusterungen gemacht. Und gleich habe ich meine erste Spritzgussmaschine gekauft."

Weiterer Hallenbau in Schopfloch geplant

Heute verfügt er über 20 solcher Maschinen und ist mittlerweile seit 27 Jahren selbstständig mit seinem Unternehmen. Der Firmensitz ist heute noch Schopfloch, weil ihm Anfang der 1990er Jahre die Gemeinde für sein Betriebsgebäude noch keinen geeigneten Standort im Industriegebiet in Salzstetten anbieten konnte.

Inzwischen zählt Luger-Lösungen für Kunststoff mit Schwerpunkt Spritzguss 15 Mitarbeiter. Als weiteres wirtschaftliches Standbein hat der Unternehmer die mechanische Werkstatt Uwe Luger (Werkzeuge) aufgebaut. Neben dem Alltagsgeschäft tüftelt Uwe Luger an Lösungen und erstellt für seine neuen Ideen Patentzeichnungen. Sein Motto heißt: "Liebe deine Arbeit und du brauchst nicht mehr zu arbeiten."

Sohn Simon Luger ist 2020 in die Firma seines Vaters eingestiegen. Der 29-jährige Bankkaufmann wurde zum Geschäftsführer bestellt. Diese Aufgabe erfüllt er zusammen mit seinem Vater. Das Unternehmen befindet sich auf Wachstumskurs. Uwe Luger bestätigt: "Ich investiere viel in die Firma. So planen wir jetzt einen weiteren Hallenbau in Schopfloch."

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