Tobias Hentschel hat bei „Jugend forscht“ abgeräumt. Foto: Silke Thiercy

Der Viertklässler hat schon einiges erfunden. Bei „Jugend forscht“ hat er den dritten Platz belegt. Derzeit entwickelt er eine Rakete, die Weltraumschrott einsammeln soll.

Dass immer zu viel Müsli aus der Packung in die Schale gerutscht ist hat Tobias genervt. Also hat er einen Automaten erfunden, mit dem er Haferflocken, Smarties und „so Schokodinger“ passgenau portionieren kann. Dieser „Müsli-O-Mat“ hat die Jury beim Regionalwettbewerb in Nagold überzeugt und dem Grundschüler einen dritten Platz eingebracht.

 

Vater und Sohn tüfteln gemeinsam

Wir treffen Tobias im Foyer der Grundschule am Schlossgarten. Die Roboter-AG ist gerade zu Ende und aus dem Jungen sprudelt es nur so heraus. Es geht um Raketen und Satelliten, um Programmiersprache und Weltraumschrott. Sein Vater Hartmut John kann ihn kaum bremsen.

Vater und Sohn sind ein prima Team: John ist IT-Berater und hat sich von der Begeisterung seines Sohnes für Roboter so weit anstecken lassen, dass er die AG leitet. Umgekehrt schaut Tobias sich bei seinem Papa einiges ab.

Der Testlauf war erfolgreich

Drei Monate Entwicklungszeit hat der Schüler in seine Müsli-Maschine gesteckt. Zeigen kann er das Gerät nicht, die beiden Motoren stecken mittlerweile in einem Roboter.

Wie muss man sich die Erfindung vorstellen? „Das ist eine Holzplatte und da sind drei Flaschen und ein Rüttler und eine Klappe und ein Schieber“, sprudelt es aus dem Mund des Viertklässlers.

Getestet hat Tobias den Automaten mit seiner Schwester. „Das hat funktioniert“, berichtet der Zehnjährige, der von der Hector-Kinderakademie Balingen unterstützt wird. Dort werden in den Räumen der Längenfeldschule besonders begabte Kinder gefördert.

So war es beim Regionalwettbewerb

Wie war es denn beim Regionalwettbewerb? „Am Anfang war ich aufgeregt“, gibt Tobias zu. „Aber dann ist es gut gelaufen.“ Das ist das knappe Fazit über den Besuch der Jury in Nagold.

Während die Juroren tagten, durften die jungen Forscher in einen Kletterpark gehen. „Das war cool, da gab es einen Zauberer und wir waren in einem Restaurant“, erzählt Tobias. Beeindruckt hat ihn auch die Fahrt mit dem Bus, wo er mit den anderen Teilnehmern in einer Jugendherberge übernachtete. „Ich bin erst um zehn ins Bett gegangen.“

Bei Tobias stehen Roboter hoch im Kurs

Am Folgetag waren die Exponate für Schülergruppen zugänglich. Diesen hat Tobias seinen „Müsli-O-Mat“ gezeigt und erklärt. Wie war das? „Nach einer Weile nervig, weil ich immer das selbe erzählen musste“, gibt der junge Tüftler zu.

Aktuell macht der Junge viel mit Robotern – mit Erfolg. Im vergangenen Jahr haben er und fünf Mitschüler beim Regionalentscheid der weltweiten Robotik-Olympiade in Böblingen teilgenommen.

„Wir wären fast erster geworden“, erzählt Tobias. „Aber wir mussten ganz schnell noch mal umprogrammieren.“ Einen Erdbeersammler hatten die Kinder damals gebaut.

Jetzt ist Tobias an einer Rakete dran, die Schrott aus dem All einsammeln soll. In der Entwicklung spielt auch die Umlaufbahn von Satelliten eine Rolle. „Und sie muss Farben erkennen können.“

Jetzt geht es zum Landeswettbewerb

Die Lieblingsfächer des Viertklässlers sind Mathe und Sport. „Geräteturnen ist cool“, sagt Tobias, der nach den Sommerferien auf das Gymnasium in Balingen wechseln will. Handball mag er auch, Fahrrad fahren sowieso und Leichtathletik. Auch da hat er schon Preise eingeheimst, einen zweiten Platz zum Beispiel bei einem Wettbewerb im vergangenen Jahr.

Abseits von jeglichen Wettbewerben hat der junge Geislinger sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander gesetzt. Das Ergebnis: Ein Flaschensortierer. Fotos davon sind im Flur der Schlossparkschule auf einem Plakat zu sehen.

Der Landeswettbewerb „Jugend forscht“ findet am 10. und 11. April in der Volksbankmesse in Balingen statt.