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Tübingen Rassismus-Vorwürfe gegen Boris Palmer

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Provoziert gerne: Tübingens OB Boris Palmer (Grüne). Foto: Zucchi

Tübingen - Er kann es nicht lassen: Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen, hat etwas übrig für markige Sprüche, die seinen grünen Parteikollegen übel aufstoßen. Nun muss er sich zum wiederholten Male Rassismusvorwürfe gefallen lassen.

Dieses Mal macht Palmer von sich reden, weil er sich auf Facebook über einen rabiaten Radfahrer mit dunkler Hautfarbe beschwerte. Von einer Nutzerin damit konfrontiert, warum es nötig sei, die Hautfarbe zu nennen, meinte Palmer: "Weil der Typ mit nacktem Oberkörper, Kopfhörer und einer unglaublichen Dreistigkeit um die Leute rum gekurvt ist. Das gehört sich für niemanden und für einen Asylbewerber schon dreimal nicht." Wild spekuliert er: "... ich wette, dass es ein Asylbewerber war. So benimmt sich niemand, der hier aufgewachsen ist mit schwarzer Hautfarbe. Das wäre völlig missglückte Integration."

Doch das ist nicht alles: Kritik hagelt es auch von Seiten der Homo-Verbände. Sie nehmen Anstoß daran, dass Palmer es als "tolerierbar" ansieht, wenn sich die neue Vizepräsidentin des baden-württembergischen Landtags, Sabine Kurtz (CDU), nicht von "Homo-Heilern" distanziert. Palmer hatte auf Facebook verbreitet: "Über Jahrhunderte vorhandene Vorurteile und Ressentiments verschwinden nicht von einem Tag auf den anderen... Sie sind in Maßen, als Restbestände persönlicher Prägung, tolerierbar, wenn sie keine reale Wirkungsmacht entfalten." Palmer hatte damit auf Äußerungen des Grünen-Landeschefs Oliver Hildenbrand reagiert. Dieser hatte vor der Wahl betont: "Solange Frau Kurtz nicht dazu bereit ist, sich klar und unmissverständlich von pseudowissenschaftlichen Umpolungsversuchen an Homosexuellen zu distanzieren und diese menschenfeindlichen und gefährlichen Praktiken zu verurteilen, ist sie als Landtagsvizepräsidentin ungeeignet." Kurtz wurde dann erst im zweiten Anlauf zur Vizepräsidentin gekürt.

Mit seinen provokanten Aussagen war Boris Palmer schon mehrfach auf scharfe Ablehnung gestoßen – selbst im engsten Umfeld. So hatte sich auch der Vorstand des Tübinger Grünen-Kreisverbands über Palmers Auftreten auf Facebook beschwert: "Deine Art der Kommunikation, und die Weise, wie Du aktiv und bewusst provozierst, ist problematisch."

Auch Rottenburgs OB Stephan Neher (CDU) gingen Palmers Bemerkungen schon kräftig auf die Nerven. Bei der Debatte über die Beamtenbesoldung warf er Palmer Populismus vor, zumal es wichtig sei, gegenüber der Wirtschaft konkurrenzfähig zu bleiben. Palmer war in der "Bild" zitiert worden, dass er als Staatsdiener mit 10 320 Euro im Monat Grundgehalt nur 200 Euro Krankenversicherungsbeitrag zahle. Er wolle nur auf etwas hinweisen, das offenkundig nicht gerecht sei.

Auch bei einem weiteren wichtigen Thema gab Neher seinem grünen OB-Kollegen eins mit: "Das ist unsäglich und rassistisch, was er beim Flüchtlingsthema betreibt." Palmer überschreite Grenzen, wenn er mit Straftaten einzelner Flüchtlinge eine gesamte Gruppe an den Pranger stelle. In Zurückhaltung übt sich Palmer deshalb nun nicht – ziemlich egal, aus welcher Richtung die Kritik kommt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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