Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Tübingen Corona-Krise: Kinderkrebshilfe bangt um Spenden

Von
Anton Hofmann, Chef des Tübinger Fördervereins für krebskranke Kinder hofft auf einen baldigen Aufschwung der Wirtschaft. Ein erheblicher Teil der Spenden komme von Firmen und Unternehmen – und diese fallen derzeit aus. Foto: Meinert

Tübingen - Die Folgen der Coronakrise sind vielfältig. Auch der Tübinger Förderverein für krebskranke Kinder leidet darunter. Viele der zusätzlichen Hilfsprojekte – darunter Musik, Kunst – können nicht wahrgenommen werden. Bereits jetzt gehen die Spenden deutlich zurück – und es könnte schlimmer kommen.

"Wir bekommen von keiner staatlichen Stelle Geld", sagt Anton Hofmann. "Alles, was wir tun, machen wir auf Spendenbasis." Hofmann ist Chef des Tübinger Fördervereins für krebskranke Kinder – und ihn treiben schwere Sorgen um.

Bereits jetzt hat die Coronakrise dazu geführt, dass die Spenden für den Verein spürbar zurückgehen. Doch das könnte womöglich nur der Anfang sein, fürchtet der 70-Jährige – mit schweren Folgen für die jungen Krebspatienten, ihre Eltern und ihre Geschwister.

"Medizinische Hilfe ist nicht alles", heißt ein Motto des Vereins. Krebskranke Kinder und ihre Familien brauchen Unterstützung im Kampf gegen die Krankheit. Der Förderverein bietet psychologische Begleitung, Musik- und Kunsttherapie für die Patienten, auch Eltern und Geschwister werden betreut. Viele Freizeitangebote sind eine wichtige Unterstützung für krebskranke Kinder und deren Familien.

Vor allem aber bietet er den Eltern in zwei eigenen Häusern ein "Zuhause auf Zeit" – damit die Eltern ihren Kindern während der Therapie in der Kinderonkologie in Tübingen beistehen können.

Alles in allem kommt der Förderverein so für 24 Personalstellen auf – der Finanzbedarf liegt deutlich bei mehr als einer Million Euro im Jahr. "Das ist viel Geld", sagt Hofmann. Zwar gebe es auch zahlreiche private Spender und Vereine, meint der ehemalige Rektor des St. Meinrad Gymnasiums in Rottenburg. "Doch ein ganz erheblicher Teil kommt von Firmen und Unternehmen – und genau das ist unser Problem."

Reihe von Hilfsprojekten durch Corona eingestellt

Vielen Unternehmen geht es als Folge der Coronapandemie wirtschaftlich schlecht – es gibt Kurzarbeit, Entlassungen, drohende Insolvenzen. "Wenn die Wirtschaft nicht bald wieder anspringt, dann werden wir das schmerzlich zu spüren bekommen." Die Hauptspendenzeit sei um die Weihnachtszeit, doch ob sich bis dahin die Lage für die Unternehmen wieder normalisiert hat, sei mehr als fraglich, bedenke man die jetzige Situation. Fallen erhebliche Gelder aus, "können wir manche Hilfen einfach nicht mehr anbieten – das wäre bitter."

Schon jetzt mussten eine Reihe von Hilfsprojekten wegen des Coronavirus eingestellt werden. Viele junge Patienten bis zu 18 Jahren haben als Folge ihrer Krebstherapie sehr geschwächte Abwehrkräfte, ihr Immunsystem ist praktisch außer Kraft gesetzt, jede Infektion könnte für sie schlimme Folgen haben. Musik-, Kunst-, Schreibtherapeuten, Mentoren und ehrenamtliche Helfer dürfen daher seit Wochen nicht mehr zu den Patienten.

"Die jungen Patienten, die teilweise mit dem Tode ringen, brauchen aber Zuwendung und Betreuung", so Homann. Mit Hilfe der Musik und des Malens könnten die Patienten etwa dazu gebracht werden, ihre Gefühle und Ängste zu äußeren. "Das ist eine große Hilfe", meint er.

In Kindern wachsen ungeheure Kräfte

Auch der Zugang von Eltern und Geschwistern sei beschränkt worden. "Unsere größte Sorge ist, dass wir das Virus aus unseren Heimen in die Klinik tragen." Auch in den Häusern, in denen die Eltern der Patienten während der Therapie ihrer Kinder wohnen, herrschen wegen der Gefahr einer Verbreitung des Virus seit Wochen strenge Hygienevorschriften.

Etwa 2200 Kinder und Jugendlichen erkranken in Deutschland jedes Jahr an Krebs – die mit Abstand häufigste Krebsart ist Leukämie. Die Heilungschancen sind vergleichsweise gut, doch immer wieder sterben auch "kleine Patienten".

Hofmann macht häufig eine erstaunliche Erfahrung. "Kinder sterben in der Regel leichter als Erwachsene." Er sei immer wieder erstaunt und überrascht, "wie gefasst Kinder sind, die wissen, dass sie sterben werden." Es scheint, als wachsen den noch sehr junge Menschen ungeheure Kräfte zu, als würden sie in Rekordzeit erwachsen werden. "Es kommt häufig vor, dass Kinder ihre Eltern trösten."

Artikel bewerten
4
loading

Ihre Redaktion vor Ort Horb

Florian Ganswind

Fax: 07451 9003-29

Flirts & Singles

 
 

Top 5

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.