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Tübingen/Calw Sexueller Missbrauch: Vater vor Gericht

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Am Tübinger Landgericht begann ein weiterer Missbrauchsprozess. Foto: M. Bernklau

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Tübingen/Calw - Der sexuelle Missbrauch der Tochter soll sich über knapp zehn Jahre hingezogen haben. Eher zufällig kam er ans Licht. Vor dem Landgericht Tübingen steht ein 50-jähriger Mann, der inzwischen mit neuer Lebensgefährtin im Hohenlohischen lebt.

Die Tochter liebe ihren Vater, nach wie vor, sagte die Kommissarin im Zeugenstand. Lange und immer wieder habe die junge Frau in den Vernehmungen zunächst "runtergezoomt", was ihr dieser Vater angetan habe. Dabei musste diese Befragung vor etwa einem Jahr mehrmals unterbrochen werden. Sandra (Name geändert) sei "immer wieder zusammengebrochen", habe "nur noch geweint".

Weinend zusammengebrochen war sie auch bei der Arbeit. Die beiden Filialleiter eines Lebensmittelmarkts im Kreis Calw hatten wohl ein Gespür für das Leiden ihrer jungen Angestellten. Es waren nicht die Schwierigkeiten mit dem Freund. Sie vertraute sich ihren Vorgesetzten an und machte immer genauere Andeutungen über den langen, aber auch lange zurückliegenden Missbrauch durch ihren Vater.

Die Chefs brachten die junge Mitarbeiterin heim zu ihrer Mutter und empfahlen ihr, Anzeige zu erstatten. Die Mutter, schon viele Jahre geschieden von dem Beschuldigten und längst in neuer Ehe, ging mit der Tochter zur Kripo. Was Staatsanwältin Rotraud Hölscher dem Vater jetzt vorwirft, das hat sie zusammengefasst aus der Zeugenvernehmung durch die Kriminalbeamtin, einer weiteren richterlichen Befragung, sowie aus Angaben von Menschen aus dem damaligen und heutigen Umfeld des Mädchens.

Es sind rund 180 Fälle von teils schwerem Missbrauch eines schutzbefohlenen Kindes. Laut Anklage steigerten sie sich von fuß-fetischistischen Berührungen und Lutschen an den Zehen der damals knapp Fünfjährigen in der Familie bis zu mehreren versuchten Vergewaltigungen und zwei Fällen von erzwungenem Oralverkehr während Besuchswochenenden in späteren Wohnungen des Angeklagten in und um Calw.

Außer mit der beiläufigen Bestätigung, dass er fuß-fetischistische Sexualpraktiken möge, äußerte sich der Angeklagte nur insoweit zu den Vorwürfen, dass die Beschuldigungen falsch seien. Dafür breitete er in der Befragung durch die Vorsitzende Richterin Mechthild Weinland bereitwillig und in aller Ausführlichkeit seine Lebensgeschichte aus.

Der Ehe mit der Mutter von Sandra folgte eine zweite, inzwischen gleichfalls geschiedene Ehe, aus der ein Sohn stammt. Erst seit Beginn diesen Jahres will der Mann dem Alkohol endgültig und vollständig abgeschworen haben. Mit dem Trinken hängt auch ein Lebensbruch im Jahr 2011 zusammen: ein schwerer selbstverschuldeter Autounfall, der ihn zu 60 Prozent gehbehindert zurückließ.

Danach endeten die Besuche der damals knapp 14-jährigen Tochter, zumal der Vater nach der Reha aus der Gegend zu seiner dritten Lebensgefährtin und ihren drei Kindern wegzog. Und damit endete auch der angeklagte regelmäßige Missbrauch an den jeweiligen gemeinsamen Wochenenden.

Das Gericht hat eine Vielzahl von Zeugen geladen, darunter – neben der Mutter – die jeweiligen Lebenspartner der Eltern, die Großeltern sowie Freundinnen aus der Schulzeit des Mädchens, denen sie damals Andeutungen über das machte, was der Vater mit ihr angestellt haben soll. Anvertrauen wollte sich das Kind auch der Mutter, früh, schon vor der Schulzeit – einmal und dann nie wieder. Denn die Mutter nahm das wohl nicht ernst und lachte ihre Tochter aus.

Aussage der Tochter unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Für die Zeugenaussage der Tochter in der kommenden Woche ist die Öffentlichkeit auf Antrag des Anwalts ausgeschlossen, der die junge Frau als Nebenklägerin vertritt. Die Staatsanwältin ist sicher, aufgrund von deren sehr detaillierten Angaben schon bei den früheren Vernehmungen die angeklagten Taten nachweisen zu können. Dass der jungen Frau der Zeugenauftritt nicht durch ein Geständnis erspart bliebe, werde sich "mit Sicherheit strafverschärfend" auswirken, sagt Anklagevertreterin Rotraud Hölscher.

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