Ohne Andrea Hoxha (Kreuzbandriss) und Ergi Alihoxha (Sperre) wollen die Nullachter am Samstag (14 Uhr, wir streamen live) beim TSV Steinbach Haiger überraschen. Dafür kehrt der Kapitän endlich zurück.
REGIONALLIGAWer Pflichtpunkte im Kampf um den Klassenerhalt verpasst (1:3 im Aufsteigerduell gegen Göppingen), der muss eben Bonuszähler holen. Doch einfach wird es in den kommenden Spielen nicht. Am Samstag in Haiger, danach im Friedengrund gegen Kickers Offenbach und dann bei Tabellenführer FSV Frankfurt: Villingen ist in diesem Hessen-Dreierpack jeweils nur der klare Außenseiter.
Die neue Nummer 1
Und ausgerechnet jetzt wird das Lazarett immer größer. Andrea Hoxha hat sich gegen Göppingen bei einer Rettungstat einen Kreuzband- und Außenbandriss zugezogen, muss operiert werden. „Wir rücken auch deshalb noch enger zusammen“, machte Coach Mario Klotz nach dieser „brutalen Nachricht“ eine „Jetzt-erst-recht-Mentalität“ in der Kabine und auf dem Trainingsplatz aus.
Für die Nummer 1 steht Kevin Ehmann zwischen den Pfosten. Lavdrim Amiti von der Oberliga-U23 ist in Haiger der Backup.
Die Personalien
Die weiteren Ausfälle: Fabio Liserra (kleine Fraktur in der Wade) wird frühestens in den letzten Spielen des Jahres wieder eine Option sein. Ergi Alihoxha ist nach seiner fünften gelben Karte gesperrt. Doch Mario Klotz hat am Donnerstag auch positive Nachrichten parat: „Admir Osmicic und Samez Yilmaz haben voll trainiert.“ Innenverteidiger Tim Zölle hat zudem seine Sperre abgesessen.
Noch wichtiger: Nico Tadic (Sehnenanriss in der Fußsohle) ist in dieser Woche wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen, wird am Freitag – nach dem Abschlusstraining geht es gegen Mittag in Richtung Mittelhessen – mit im Bus sitzen und am Samstag dem Kader des Tabellenvorletzten angehören. „Nico tut dem Team gut“, ist Klotz erleichtert, dass der Kapitän wieder an Bord ist.
Der Kapitän
Dies war übrigens am 31. August das letzte Mal der Fall. Damals wurde Eintracht Frankfurt II mit 2:0 bezwungen. Es war der bisher einzige Dreier. Die Rückkehr des Spielführers könnte also ein gutes Omen sein.
Mario Klotz weiß aber, dass sich die Nullachter vor allem in Sachen Chancenverwertung verbessern müssen. „Mit unserer Spielweise sind wir absolut konkurrenzfähig, es hapert aber noch an der Effektivität“, vermisst der 40-Jährige zum Teil die „letzte Konsequenz“.
Zudem müssen sich noch mehr Spieler in die Torschützenliste eintragen. Dies haben bisher mit Marcel Sökler (4), Tevfik Ceylan (3), der Anfang der Woche erkältet war, Georgios Pintidis (1) und Mustafa Fatiras erst vier Nullachter geschafft.
TSV Steinbach Haiger
Besser ist die Stimmung im mittelhessischen Lahn-Dill-Kreis. „Wir sind zufrieden“, kann Coach Hüsni Tahiri mit Rang zehn und bisher 16 Punkten „gut leben“. Klar sei aber, dass die Ansprüche in Haiger, Steinbach ist ein Teil der 20 000 Einwohner-Stadt, in den vergangenen Jahren gewachsen sind. Mit Rasenheizung und Co. soll das Sportzentrum Haarwasen fit für die Dritte Liga gemacht werden.
Natürlich ist gegen den Aufsteiger aus dem Schwarzwald ein Heimdreier eingeplant. „Wir unterschätzen Villingen bestimmt nicht, das ist eine spielstarke Mannschaft. Außerdem kann in dieser Regionalliga wirklich jedes Team jeden Gegner schlagen“, erwartet Hüsni Tahiri einen über 90 Minuten konzentrierten Auftritt seiner Elf.
Justin Steinkötter
Dies war beim jüngsten 0:0 beim starken FC Homburg zumindest über weite Strecken der Partie der Fall. „Das war in Ordnung. Wir hätten aber auch gewinnen können“, denkt der TSV-Trainer an einige vergebene Großchancen im Waldstadion.
Auch Sturmneuzugang Justin Steinkötter (SC Fortuna Köln) hatte nicht genügend Zielwasser getrunken. Dies war zuvor anders: Steinkötter hat bereits fünf Treffer erzielt. „Er arbeitet echt gut“, gibt es ein Lob vom Coach.
Mario Klotz
Natürlich weiß auch Mario Klotz um die Stärken der Hessen. Dabei denkt der Villinger nicht nur an den zuvor in der 3. Liga spielenden Justin Steinkötter, sondern an die physisch starken Innenverteidiger um Aaron Manu oder Ex-Zweitliga-Spieler Ole Käuper („Der Dreh- und Angelpunkt“). Steinbach sei eine sehr gute, formstarke und selbstbewusste Mannschaft. „Dennoch wollen wir den Bock umstoßen.“