Trotz einiger Fasnets-Veranstaltungen bekam die Jahresfeier des größten Vereins in Meßstetten großen Zuspruch.
Das aufgeführte Programm glich sich, richtete sich aber an zwei verschiedene Zielgruppen. Am ersten Abend wurde nach dem offiziellen Programm der Jahresfeier bis spät in die Nacht getanzt und es gab eine Tombola. Hierzu begleitete die Band „Brothers in Spirit“ gekonnt die Feier musikalisch und lud zum Tanz ein.
Eine Bar nahm ihren Betrieb auf und es gab Herzhaftes. Am Sonntagnachmittag waren die Senioren zu Kaffee und Kuchen eingeladen. Trotz der vielen Fasnets-Veranstaltungen im Landkreis, also starker Konkurrenz, war die Jahresfeier absolut gut besucht. Auch das schneereiche Wetter am Sonntag hinderte die Senioren nicht daran, die Feier aufzusuchen.
Die Begrüßung von Vorständin Patricia Bodmer richtete sich an beiden Tagen an das interessierte Publikum. „Erfolg ist nicht nur das Ergebnis auf der Anzeigetafel – Erfolg ist das, was wir gemeinsam daraus machen“, waren ihre einleitenden Worte. „Es ist schön zu sehen, wie viele Menschen heute hier zusammengekommen sind – Menschen, die eines verbindet: die Leidenschaft für den Sport und für unsere Gemeinschaft in Meßstetten.“
Publikumsmagnet mit Applauseffekt
Moderiert wurden beide Programmtage von den beiden Schwestern Beatrix Stingel und Jutta Laudin. Wie auch die Jahre zuvor entwickelte sich die Jahresfeier zu einem Publikumsmagneten mit Applauseffekt. Unter den heißen Klängen von „Rock this party – Everybody Dance now“ von Bob Sinclar marschierten die auftretenden Gruppen hintereinander durch die Halle auf die Bühne.
Die Nachwuchs- und Ligaturnerinnen des TSV Meßstetten hatten den ersten Auftrittspart auf dem schwindelerregenden Gerät Schwebebalken. Fünf bis sieben Stunden pro Woche sind notwendig, um während eines Wettkampfs auf einem nur zehn Zentimeter breiten Balken klarzukommen. Die gezeigte Kraft und Technik, Balance, Körperspannung und mentale Stärke ernteten mehr als anerkennenden Beifall.
Dem Auftritt der Turnerinnen folgte ein Block aus vier Tanzgruppen unterschiedlichsten Alters. Alle auftretenden Gruppen führten ihre Darbietungen als sogenannte „Mash-Ups“ auf, wobei die Musikstücke verschiedener Interpreten zu einer Musikcollage verbunden werden. Die „Little Dance Crew“ zeigte als jüngste Tanzgruppe auf, wie Körperbeherrschung und Rhythmusgefühl geht. Die 18 Tänzerinnen der Growing Nation im Alter von 11 bis 14 Jahren zeigten mit „What them girls Like“ von Chris Brown und „Rage girl“ von Nina Chuba eindrücklich, was in ihrem Alter bereits möglich ist.
Choreos und Vibes
Seit einem Jahrzehnt besteht die die Dance Crew Meßstetten. Die zwischen 16 und 24 Jahren alten Tänzerinnen lieferten einen coolen, pfiffigen und absolut modernen Showtanz. Den tänzerischen Höhepunkt erklommen die im Jahr 2021 gegründeten und nicht aufzuhaltenden „8 Counts“. Bei Wettkämpfen erzielen sie fast jedes Mal in ihrer Kategorie den ersten Platz. Ihre Choreos und Vibes ließen die Halle beben.
Etwas ruhiger wurde es mit dem Auftritt der „Generations“ mit ihrem Dschungelbuch. Zu den Klängen „Probiers mal mit Gemütlichkeit“ wurden die Tore zu einer anderen Generation überschreitend aufgeschlagen. So waren es hier Papas, Opas und kleine Turnerinnen, die einen Act des Filmklassikers Dschungelbuch aufschlugen. Zu den Songs „Anne Kaffeekanne“ und „Hot n cool“ von Technoversion zeigten die zwischen neun und 20 Jahren jungen Turnerinnen auf der „Air Track“, einem Sprungboden, ihre gewagten Trainingskünste.
Martin Wäschle parodierte als Putzfrau Bertel über die großen und kleinen Alltäglichkeiten im Schwabenländle. Dies natürlich in vollendeter „Rüstung“ mit Kopftuch, Kittel, Putzeimer und Schrubber bewehrt. Natürlich alles im Dialekt. Auch hielt er sich gar nicht lange auf der Bühne auf, sondern machte sich gleich zwischen dem Publikum auf, um den Tisch der Prominenz aufzusuchen.
Putzfrau Bertel sorgt für Lacher
Gelegentlich nahm er während seines Interviews einen Schluck aus einem Besucherglas und arbeitete sich an einem roten Pullover ab. Die Lacher jedenfalls hatte er auf seiner Seite.
Die jungen Turner der befreundeten TG Schömberg boten unter den Klängen von „Alte Kameraden“ ein Aufwärmtraining wie zu früheren Zeiten. Doch diesem folgten eine sensationelle Akrobatik und höchste Turnkunst am großen Olympia-Barren, Bodenbarren und dem Turnpilz. Die in der Bezirksliga und Oberliga turnenden Topsportler traten unter der Leitung von Annette Baier-Sauter auf.
Den nächsten Höhepunkt steuerten die 24 GymMeßstics mit ihrer Show „Alles Käse“ bei. Die Gruppe war 2017 damit Bundessieger des Deutschen Showwettbewerbs in Berlin. Genau mit dieser Show bewerben sich die Sportlerinnen bei der Weltgymnastrada 2027 in Lissabon. Die Show zeigt hoch in den Alpen den Kampf zwischen einer Sennerin und einer Bande hungriger Mäuse.
Ganz in feinem Schwarz traten als letzte Gruppe Gym(G)old unter den Klängen von „Anywhere“ von Enya anmutig tanzend auf die Bühne. Die warme Melodie rundete die Auftritte anmutig ab. Wieder einmal hatten die Mitglieder des TSV Meßstetten ihrem Publikum eine hervorragende Bühnenshow präsentiert.
Nichts konnte das gemeinsame Erschaffen besser dokumentieren als der Endeinmarsch aller Gruppen unter der Musik von „Better days“ auf die Bühne. Hier rissen sie das Publikum noch einmal mit.