Rolf Nickel, Thomas Oßwald, Frank Hagg und Glenn Hagg (von links) freuten sich gemeinsam über das 125-jährige Bestehen des TSV Benzingen – und über die Verbundenheit der Benzinger mit ihrem Verein. Foto: Susanne Grimm

Anfangs war er ein reiner Turnverein, doch im Lauf von 125 Jahren hat sich der TSV Benzingen zum Turn- und Sportverein entwickelt, dem 60 Prozent aller Benzinger angehören. Nun hat er den runden Geburtstag gehörig gefeiert.

Mit einer illustren Schar von Gästen, Freunden und Gönnern hat der TSV Benzingen in der Vereinsgaststätte „B21“ sein 125-jähriges Bestehen gefeiert. Rolf Nickel, Präsident des Sportkreises Zollernalb, sprach angesichts von so viel Kontinuität von einem „beachtlichen Jubiläum“. „Nicht viele Sportvereine decken eine solche Zeitspanne ab.“

 

Nickel gratulierte dem „Mehrsparten-Verein“ TSV Benzingen zur stetigen Weiterentwicklung, dem gelungenen Umbau des Vereinsheims und seiner Jugendarbeit. Der Scheck, den er dem Vorstandsteam als Geschenk überreichte, ist ausdrücklich für letztere bestimmt.

Einen Scheck in Höhe von 1250 Euro erhielt der Vorstand auch von Bürgermeister Michael Maier, der seine Bewunderung für den Verein nicht verhehlte. „Was sich aus diesem Verein, der 1899 als reiner Turnverein ins Leben gerufen wurde, entwickelt hat, ist bemerkenswert. Alle ehemaligen und jetzigen Verantwortlichen können darauf stolz sein.“ Gut und gern 60 Prozent aller Benzinger seien Vereinsmitglieder; an die 650 könne der Verein vorweisen, davon rund 150, die unter 18 Jahren seien. Damit sei der TSV Benzingen der drittgrößte Verein in der Gesamtgemeinde Winterlingen.

1961 begann der Bau der Turnhalle

Maier erinnerte an die Meilensteine in der Vereinsgeschichte: die Teilnahme am Turnfest 1933 in Stuttgart, die Neugründung als TSV im Juni 1949, den ersten Spatenstich zum Bau der Turnhalle im Jahre 1961, das erste Alb-Lauchert-Turnier in Benzingen, die Einweihung des Sportplatzes und des Sportheims sowie den ersten Aufstieg der Fußballer in die Bezirksliga. 1967 wurde das sportliche Angebot – bis dato Turnen und Fußball – durch Tischtennis erweitert. 1990 kam der Lauf- und Radtreff hinzu.

All das, so Maier weiter, sei freilich nur möglich gewesen, weil eine Vielzahl von Ehrenamtlichen das Training leite, Funktionärsaufgaben im Hintergrund und viele andere Aufgaben übernehme. „Der TSV bietet seinen Mitgliedern ein breitgefächertes Spektrum an sportlichen und gesellschaftlichen Aktivitäten und leistet damit einen unschätzbaren Beitrag zum Leben der Dorfgemeinschaft.“

Ein Ansporn für densportlichen Nachwuchs

Anschließend erinnerte der Bürgermeister an Sportler wie René Stauß und Patrick Hagg, die aus den Reihen des TSV Benzingen und der LG Winterlingen hervorgegangen seien, und gab seiner Hoffnung Ausdruck, ihre Leistungen mögen ein Ansporn für den sportliche Nachwuchs sein.

Und noch einen Namen nannte Maier: „Immer wenn Frank Hagg anruft, weiß ich, es geht wieder was!“ Indes tue auch die Gemeinde das Ihre, um für den Verein gute Rahmenbedingungen zu schaffen – ein Beispiel sei die Modernisierung der Turn- und Festhalle. Abschließend stellte Maier fest. „Sport und Sportvereine und sind ein wichtiger Teil der Kultur und der Lebenswelt einer Gemeinde – sie bewahren Grundwerte, die heute wichtiger sind denn je.“

Prägend im besten Sinne

Dem pflichtete Ortsvorsteher Dirk Sieber nur zu gern bei: „Als ehemaliger Jugendspieler und Jugendtrainer kenne ich die Kraft des Vereinslebens aus eigener Erfahrung.“ Er habe miterlebt, wie Engagement und Herzblut der Trainer und Betreuer den Kindern und Jugendlichen sportliche und soziale Erfahrungen vermittelt und sie dauerhaft geprägt hätten. Dieser Punkt war auch Rolf Nickel wichtig: „Die Vereine sind der Kitt unserer Gesellschaft; ihre Bedeutung darf nicht unterschätzt werden!“ Die Sozialisation und die Erfahrungen im Verein bereiteten junge Leute auf ihr künftiges Arbeitsleben vor – sie seien prägend im besten Sinne.