Amnay Moutassime (rechts) zeigt artistische Zweikampfkünste gegen Kwahenaboye Appiah Schulz, am Ende muss sich Balingen dem SV Sandhausen spät geschlagen geben. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Das Glück meidet Balingen auch weiterhin: Dem SV Sandhausen unterliegt die TSG mit 1:2 (0:1). Den Knockout kassiert der Abstiegskandidat kurz vor Schluss.

Ein Spiel voller Parallelen mit dem 3:2-Sieg beim FSV Frankfurt in der Vorwoche – nur die entscheidende Gemeinsamkeit, die fehlte diesmal aufseiten der TSG Balingen: Mit 1:2 haben die württembergischen Fußballer am Samstag daheim gegen den SV Sandhausen verloren.

 

Abermals konnten sie einen unglücklichen Pausen-Rückstand zunächst ausgleichen, aber die Partie diesmal nicht mehr drehen. Bitter für die Mannschaft von Trainer Murat Isik, die im Abstiegskampf gerade erst wieder Morgenluft gewittert hatte, nun aber auf Platz 16 verbleiben – und damit weiterhin eher mit der Oberliga Baden-Württemberg als mit dem Klassenerhalt in der Regionalliga Südwest planen muss.

Das Drehbuch der Anfangsphase? In Balingen bestens bekannt: Wie so oft in dieser Saison waren die abstiegsbedrohten Schwaben, bei denen Kapitän Matthias Schmitz sein Comeback feierte (86. Minute), dem langjährigen Zweitligisten ohne jede Ehrfurcht begegnet, liefen die Sandhausener früh und hoch an – und erarbeiteten sich so nicht nur viele Ballgewinne, sondern auch vielversprechende Situationen.

0:1 aus dem Nichts

Doch dann, auch das am Rande der Eyach altbekannt, fingen sich die Balinger aus dem Nichts das 0:1 ein. Ja, selbst die Minute, in der sie den ersten Nackenschlag kassierten, muss der Isik-Elf bekannt vorgekommen sein: Wie schon beim Frankfurt-Sieg war es die 21. Minute, in der Sandhausens Luca de Meester de Tilbourg von weit draußen entscheidend zum Abschluss kam. Dies eigentlich ungefährlich, doch der Linksschuss des 22-Jährigen passte mal ganz genau – ins linke Toreck.

Die Balinger, die immer wieder über die rechte Seite durchdringen konnten, schüttelten sich kurz und schnürten den Drittliga-Absteiger weiter in dessen Hälfte ein. Nur: Trotz einiger Hereingaben und Abschlüsse, so richtig brannte es vor dem Tor von Sandhausens Schlussmann Lukas Schneller in der ersten Hälfte nur einmal – in der 23. Minute, als Tim Hannak erneut auf der rechten Außenbahn seinen Mitspieler Pedro Almeida Morais an die Grundlinie schickte und der das Leder passgenau auf Ole Deiningers Kopf hievte. Schneller machte seinem Namen derweil alle Ehren, klärte den Kopfball des Balingers mit einem klasse Reflex und die Gastgeber raunten. Denn der hätte eigentlich sitzen müssen.

TSG-Tempo geht verloren

Bis zur Pause ließen sie ihre Köpfe zwar nicht hängen, dennoch verlor das Balinger Tempospiel an Fahrt und um ein Haar hätten die Gäste den zweiten Treffer nachgelegt. Da landete in der 43. Minute eine Freistoß-Hereingabe zunächst bei Robert Ramsack am langen Pfosten, dessen Volleyablage verpasste Gen Gipson direkt vor Balingens Kovac jedoch.

Musat Isik reagiert

Nach dem Seitenwechsel brachte Isik nun erneut unter anderem Simun Birkic ins Spiel, der der TSG mit seinem Joker-Doppelpack den Frankfurt-Sieg (nach 0:2 zur Pause) bescherte. Und der Youngster war dann auch maßgeblich am 1:1 beteiligt. Abwehrkante Marvin Jäger hatte Birkic in der 70. Minute zunächst mit einem langen Schlag auf die Reise geschickt. Sandhausens Nico Nollenbauer war im Laufduell hinten dran und riss den Balinger zu Boden. Und hatten die Schwaben noch in der Vorwoche einen Foulelfmeter vergeigt (Latifovic), waren die Gastgeber diesmal vom Punkt aus eiskalt; Halim Eroglu schickte Schneller in die falsche Ecke und den Ball zum Ausgleich ins Tor (71.).

Sandhausen angeschlagen

Der SVS wirkte nun müde, angeschlagen, ja schlagbar. Die Doppelbelastung aus Liga und Pokal (2:3-Niederlage gegen den VfR Mannheim) hatte beim Tabellensiebten offenbar Spuren hinterlassen. Die Balinger aber, sie versuchten viel und bis zum Strafraum sah das auch ansehnlich aus, was die Amateurelf der TSG ihren 512 Zuschauern in der Bizerba-Arena anzubieten wusste. Allein es fehlte das zwingende Moment.

Anders schließlich die Profis vom SV Sandhausen, für die Torschütze de Tilbourg nach einem Konter die bis dahin beste Chance des zweiten Durchgangs vergab; Kovac hatte gerade noch rechtzeitig die Fäuste hochgerissen (83.). In einer offenen Schlussphase war es dann Robin Krauße, der für den Favoriten den Auswärtssieg eintütete. Von Nollenberg im Strafraum bedient, staubte er im Fallen zum 1:2 ab (88.) – gut zwei Minuten vor dem Spielende.

TSG Balingen – SV Sandhausen 1:2 (0:1)

TSG Balingen: Kovac; Hannak, Jäger, Schmidt (86. Schmitz), Deininger (72. Pilic), Girmann, Latifovic, Kike (46. Koca), Morais, Moutassime (46. Birkic), Eroglu.

Tore: 0:1 de Meester de Tilbourg (21.), 1:1 Eroglu (71., Foulelfmeter), 1:2 Krauße (88.).

Schiedsrichter: Timo Bugglin (Weil).

Zuschauer: 512.