Donald Trump bei der Bitcoin Conference 2024 in Nashville, einem der größten Events der Kryptobranche. Foto: dpa/Mark Humphrey

Donald Trump und Krypto – das fehlte gerade noch. Wer als Anleger drauf setzt, dem ist nicht mehr zu helfen, meint unser Finanzkorrespondent.

Selbst in einer von Betrügern und Schneeballsystemen durchseuchten Finanznische wie der Kryptobranche sticht World Liberty Financial heraus. Viel ist über die von Donald Trump beworbene Plattform nicht bekannt, aber es reicht, um das Schlimmste anzunehmen. Alleine seine Partner, die schon mit anderen Unternehmungen Millionen in den Sand setzten, sollten Warnung genug sein.

 

Trumps eigene Karriere ist voll von Schwindeleien

Zu den Köpfen hinter World Liberty Financial zählt Chase Herro, dessen Laufbahn von kontroversen Internet-Marketingmaschen geprägt ist, und der nach eigenen Angaben schon wegen Drogenverstößen im Knast saß. Mit dabei ist auch Zachary Folkman, der früher den Service „Date Hotter Girls“ betrieb und Männern in Online-Seminaren Tipps gab, wie sie angeblich am besten Frauen abschleppen können.

Wer sich wundert, warum ein ehemaliger US-Präsident sich mit derart windigen Leuten einlässt, sollte bedenken, dass Trumps eigene Karriere von Schwindeleien begleitet ist. Bei seiner „Trump University“ etwa zog er Studenten mit falschen Versprechen Geld aus der Tasche und musste hinterher Millionen wegen Betrugs zahlen. Insofern passt Trumps Krypto-Clique ganz gut zusammen – Gauner und Hochstapler unter sich.

Brisanz ist eher politischer Natur

Wer als Anleger auf dieses dubiose Projekt setzt, dem ist ohnehin nicht zu helfen. Die Brisanz ist eher politischer Natur. Denn Trumps plötzliche Kryptoambitionen zeigen einmal mehr, dass er bei Geschäften keinerlei Skrupel kennt und seinen eigenen Interessen alles andere unterordnet – auch das Wohl der USA. Die Aussicht, erneut das oberste politische Amt der weltgrößten Wirtschaftsmacht zu bekleiden, bremst Trumps notorischen Bereicherungstrieb jedenfalls nicht aus – im Gegenteil. Ihm ist offenbar weiterhin kein Deal zu unseriös.