US-Präsident Donald Trump lässt offen, was er meint mit seiner Anordnung von Atomwaffentests. Für Unruhe sorgt er trotzdem. Ein Fehler, meint Chefredakteur Christoph Reisinger.
So geht Außenpolitik der Marke Donald Trump: Kantige Sprüche raushauen, aber alles im Ungefähren, im Vagen lassen. Und darauf bauen, dass dies Verunsicherung schafft, aus der sich für den US-Präsidenten Kapital schlagen lässt. Seine Ankündigung sofortiger Atomwaffentests folgt diesem Muster.
Echte Fortschritte in der Atomrüstung?
Schließlich garantiert das Fuchteln mit Nuklearwaffen weltweite Aufmerksamkeit. Daher all die Versuche des russischen Präsidenten Wladimir Putin seit 2022, Unterstützer der Ukraine mit Verweisen auf sein gigantisches Atomarsenal einzuschüchtern. Der gleichen Logik folgt die fortwährende Zurschaustellung mal echter, mal behaupteter Fortschritte in der Atomrüstung durch Nordkoreas Diktatur.
Trump hat sich nicht mal die Mühe gemacht, auch nur anzudeuten, worum es konkret gehen soll: Zündung einer Atomwaffe zu Testzwecken, wie es sie in den USA seit 1992, weltweit seit 2017 nicht mehr gegeben hat? Oder nur die Routineüberprüfung von Werkstoffen oder Zündanlagen in bestehenden Waffen – und welcher Waffen? Oder um Computersimulationen, die in der Nuklearrüstung längst Standard sind?
Was der Abschreckung schadet
Wer so über Atomwaffen redet, offenbart minimales Verständnis vom politischen Charakter dieser monströsen Massenvernichtungswaffen. Rückversicherung in Form von massiver Abschreckung – allein da liegt ihr Nutzen. Halbgares Gerede aber schadet der Glaubwürdigkeit dieser Abschreckung.