Ein Truck voller Technik – und die Schüler der Reuchlin-Realschule in Bad Lebenzell dürfen alles ausprobieren. Es gibt verschiedene Stationen.
Auf spielerische Art entdecken die Schüler der Reuchlin-Realschule in Bad Liebenzell, wie spannend MINT-Berufe sein können, probieren neue Technologien aus und erfahren, dass naturwissenschaftlich-technische Berufe genauso etwas für Mädchen sind. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik.
Schulen können sich für einen Besuch des Trucks online anmelden. Die Reuchlin-Schule hatte sich beworben – und nun stand der Discover Industry Truck vor der Schule. Kathrin Graw, Chemielaborantin und seit Januar Coach im Truck, erklärte: „Den Kindern soll die Hemmschwelle genommen werden, MINT-Berufe auszuprobieren, gerade Mädchen.“ Die Schulen können sich über die Webseite bewerben, dann wird geschaut, wie es vom Tourplan her passt.
Ziel ist es, den Schülern die Vielfalt der Berufe spielerisch zu zeigen und Orientierung zu geben.
Verschiedene Stationen
Der Truck bietet verschiedene Stationen: Konstruktion und Design, Versuchoptimierung, Robotik, intelligente Produktionsmaschinen, Logistik. Die Schüler dürfen selbst Hand anlegen: ob mit der VR-Brille virtuelle Welten erkunden, am 3D-Scanner ihre eigene Figur erstellen oder einen Roboter programmieren – alles wird praktisch erprobt. Am Ende geben sie über Tablets Feedback zu ihren Lieblingsstationen.
Joshua Schweickhardt (15) und Henri Ichters (15) waren besonders von der VR-Brille beeindruckt. „Es sieht aus wie eine reale Welt“, so Schweickhardt. Beide fanden die Arbeit mit dem Roboter spannend – auch wenn Ichters später nicht unbedingt in einem MINT-Beruf arbeiten möchte.
Bei den Mädchen begeisterte vor allem die Konstruktion- und Design-Station. Amanda Al Zohiree probierte aus, wie man als gedruckte Figur aussehen würde. Nicole Hanselmann war vorher nicht bewusst, wie vielfältig die Berufsfelder sind: „Man kann sogar eigene Grafiken erstellen“, staunt sie.
Lasse Bergmann und David Wert entdeckten die Station „Intelligente Produktion“. „Bis jetzt hat mir das Scannen und der Roboter am besten gefallen“, sagt Wert. Bergmann fügte hinzu: „Ich kann mir vorstellen, später in diesem Bereich zu arbeiten, ich bin einfach der Typ dafür.“
Kathrin Graw und Marco Umstätter sind Coaches im Truck. Umstätter, ebenfalls gelernter Chemielaborant, ist seit zweieinhalb Jahren dabei: „Wir bekommen fast durchweg positives Feedback über Tablet oder Evaluationsbögen.“
Gefühl vertrauen
Für die Coaches ist der Job abwechslungsreich: „Jede Schule, jeder Mensch ist anders – man hat immer wieder neue Herausforderungen.“ Workshops konzipieren, Stationen verbessern, Schüler motivieren – all das gehöre dazu. Graw betonte: „Die Schüler sollten mehr ihrem Gefühl vertrauen, keine Angst vor Unbekanntem haben und einfach ausprobieren.“ Umstätter ergänzte: „Man sollte machen, was einem Spaß macht – man verbringt immerhin ein Drittel des Tages auf Arbeit.“
Heiko Wolf, Konrektor der Reuchlin-Schule, sieht den Truck als ideale Ergänzung zur Berufsorientierung: „Wir wollen möglichst viel Handlungsorientierung einbringen. Heute macht die neunte Klasse eine Einführung, morgen spezielle Workshops.“ Die Schule arbeitet ohnehin eng mit der Agentur für Arbeit zusammen, doch der Truck ermöglicht praxisnahe Einblicke in MINT-Berufe. Wolf hob hervor: „Praxisnahe Formate sind unglaublich wichtig – gerade an der Realschule. So können die Schüler lebensnahe Themen erleben.“