Immer wieder sitzt einer der Störche so tief im Nest, dass er nicht mehr zu sehen ist. Foto: Reinhard

Dass ihr Nest Anfang März zum zweiten Mal abgeräumt wurde, hat sie nicht abgehalten: Das Storchenpaar, das auf dem Kamin der Hausacher Stadtkirche nistet, hat den Wiederaufbau beendet – und es gibt Anzeichen, dass die Brut kurz bevorsteht.

Das Storchenpaar auf dem Kamin der Hausacher Stadtkirche hat trotz aller Schwierigkeiten sein Nest nun tatsächlich fertig gestellt. „Sie haben es geschafft, das ist stabil. Da müsste jetzt ein sehr heftiger Sturm kommen oder nachgeholfen werden, damit dass wieder herunter fällt“, sagt der Storchenbeauftragte Rudi Allgaier. Dass den beiden Störchen diese Meisterleistung gelungen ist, grenzt nicht nur an ein Wunder, sondern zeugt auch von einer Ausdauer, die, wie in den sozialen Medien nachzulesen ist, viele Hausacher bewundern.

 

Denn das Nest der Störche war zwei Mal abgebaut worden. Einmal im Herbst des vergangenen Jahres und nachdem das Männchen unerwartet früh im Januar zurückkehrte und mit dem Wiederaufbau begann, war es Anfang März erneut entfernt worden – unerlaubterweise. Das Abräumen von Brutstätten ist nur mit einer Sondergenehmigung gestattet. Die hatte die Pfarrgemeinde zwar beantragt, jedoch noch nicht erhalten. Denn niemand hatte mit einer so frühen Rückkehr eines Storches gerechnet. Gegen die Pfarrgemeinde wurde Anzeige erstattet.

Aufgehalten hat das alles die Störche nicht. Wenige Tage nach dem Entfernen des Nests begann das Männchen mit seiner neuen Partnerin (siehe Info) mit dem Wiederaufbau. Ende März stand der Unterbau (wir haben berichtet), nun ist auch der Rest fertig. Und auch wenn der Brutplatz im Grunde fertig sei, würden die Störche weiter daran bauen – Feinschliff sozusagen. „Das machen die beim Brüten nebenher“, so Allgaier. Tatsächlich fliegen die Störche mit ein bis drei Stöcken im Schnabel immer wieder die Kirche an, um sie dann in ihren Nestern zu verbauen.

Ob die zwei Vögel auf dem Kamin allerdings schon brüten, ist schwierig zu beurteilen. Zwar sitzt eines der Tiere immer wieder für einen längeren Zeitraum so tief im Nest, dass man es gar nicht mehr sehen kann, aber das heißt nicht, dass die Störche schon mit dem Brutgeschäft begonnen haben. „Die sitzen oft auch einmal Probe“, weiß Allgaier. Es könnte auch sein, dass das Weibchen anfängt, Eier zu legen.

Die anderen Störche auf der Stadtkirche sind ebenfalls fleißig, sitzen zwar noch nicht, aber auch ihre Neste sind weit fortgeschritten und die Paare paaren sich fleißig.

Auch auf der Dorfkirche wird fleißig geturtelt. Es sieht bezüglich Storchennachwuchs also gut aus in Hausach. „Nur das Paar auf der linken Seite am Turm der Dorfkirche, die sind noch nicht ganz so weit, da kann schon noch was passieren“, sagt Allgaier.

Doch nicht nur auf der Stadtkirche gibt es es Neuigkeiten. Auch auf der Dorfkirche hat sich einiges getan: Drei weitere Paare haben sich dort angesiedelt. Insgesamt nisten dort nun acht Störche. Zusammen mit dem Vogelpaar auf dem Rathaus und den dreien auf der Stadtkirche sind seit diesem Jahr acht Storchenpaare in Hausach zu Hause.

Die Hausacher scheint der Bauerfolg der Kamin-Störche zu freuen. „Ich bekomme oft entsprechende WhatsApp-Nachrichten und die Menschen sprechen mich häufig darauf an“, berichtet der Storchenbeauftragte.

Noch keine Antwort

Seit 2021 nisten Störche auf dem Kamin. Das Weibchen von diesem Jahr ist aber nicht das aus den Vorjahren. „Das Männchen hat lange gewartet, aber sein Weibchen kam einfach nicht“, berichtet Rudi Allgaier. Glücklicherweise tauchte ein anderes auf und „es war Liebe auf dem ersten Blick“, meint der Storchenbeauftragte. Das neue Weibchen ist beringt, aber da der entsprechende Experte bei der Vogelwarte im Urlaub ist, konnte immer noch nicht geklärt werden, woher der neue Vogel stammt.