Viele kennen das Problem: nasse Fenster im Winter. Ein Sulzer Experte klärt über die Ursachen auf. Foto: © GChristo - stock.adobe.com

Wahrscheinlich hat jeder schon mal mit dem Problem zu kämpfen gehabt: nasse Fenster im Winter. Ursache des Phänomens sind vor allem zu niedrige Temperaturen. Doch was lässt sich dagegen unternehmen?

Sulz - Axel Grathwol ist Geschäftsführer des Sulzer Unternehmens Grathwol Fensterbau. Für ihn sind die Ursachen auf drei einfache Komponenten zurückzuführen: "Das ist ganz einfache Bauphysik. Es geht ums Zusammenspiel von Raumtemperatur, Raumfeuchtigkeit und Oberflächentemperatur."

Laut des Experten sei die Rechnung ganz einfach: "Wenn die Raumtemperatur bei 20 Grad und die Luftfeuchte bei 60 Prozent liegen und dann die Oberflächentemperatur unter sechs Grad fällt, beschlägt die Scheibe."

Schlussfolgerung: Wenn die Außentemperaturen sinken, sinkt folglich auch die Oberflächentemperatur der Fenster. Deswegen bildet sich dort im Winter mit der Zeit Nässe.

Fenster sind schwächstes Glied

Die Ursachenforschung ist also kein Hexenwerk, wie Grathwol erklärt. Doch was lässt sich daraus schließen? "Die Scheibe ist meist das schwächste Glied in einem Haus. Deswegen bildet sich dort zuerst die Feuchte. Das ist natürlich gefährlich, weil sich dadurch in den Silikonfugen Schimmel bilden kann. Die Gefahr für Schimmel steigt dadurch generell im betreffenden Raum an."

Grathwol benennt drei Tipps, um das Problem künftig in den Griff zu bekommen: Auf der einen Seite ausreichend Lüften und Heizen. Regelmäßiges Lüften hilft, die Luftfeuchtigkeit zu reduzieren und Heizen sorgt dafür, dass sich die Feuchtigkeit aus der Luft schlechter auf den wärmeren Oberflächen absetzen kann.

"Es ist wichtig, am Tag zwei bis drei mal stoßzulüften. Zudem sollte man die Heizung morgens auch nicht komplett ausschalten und am Abend wieder anmachen. Es sollte lieber dauerhaft auf Stufe drei geheizt werden. Eine guter Richtwert bei der Temperatur sind 17 Grad", erklärt der Experte. Ein ungleichmäßiges Heizen sorgt dafür, dass es in der Wohnung zwar zeitweise warm ist, die Oberflächen des Mauerwerks und der Fenster jedoch noch lange kalt bleiben.

"Passt nicht richtig zusammen"

Angesichts der hohen Energiepreise dürfte der eine oder andere Verbraucher dabei die Nase rümpfen. Auch Grathwol gibt zu: "Das ist schwierig, weil man ja eigentlich mehr heizen muss. Das passt nicht richtig zusammen."

Auf der anderen Seite können auch neue, hochdämmende Scheiben die Lösung sein.

Die Räume mit dem höchsten Risiko sind das Bad, das Schlafzimmer sowie unbeheizte Räume wie die Waschküche. "Im Schlafzimmer ist es meistens nicht so warm und dann kommen noch die Ausatmungen der Bewohner hinzu", sagt Grathwol. Daneben kann auch das Trocknen von Wäsche in der Wohnung oder auch Kochen die Raumfeuchtigkeit in die Höhe treiben.

Jalousien bilden weiteres Risiko

Ein weiterer Treiber von nassen Fenstern können auch innenliegende Jalousien sein, wie der Experte erklärt: "Wenn diese schlecht positioniert sind, kann kein Luftzug an den Fenstern entstehen. Man sollte sie so einstellen, dass die Scheiben außen frei sind."