Das Baumaterial ist knapp, die Kosten schießen in die Höhe. Die Baubranche ächzt unter der derzeitigen Entwicklung. Timo Harpain, einer der Investoren des Bahnhofsgebäudes, ist dennoch guter Dinge.
Oberndorf - Dass die Umbauarbeiten allmählich Fortschritte machen, ist deutlich zu sehen. Inzwischen ist das Dach fertiggestellt, an der Fassade müssen nur noch kleinere Arbeiten erledigt werden, erklärt Harpain. Zusammen mit seinem Geschäftspartner Felix Hofmann investiert er rund eine Million Euro in das Projekt.
Doch die derzeitige Entwicklung in der Baubranche geht auch an diesem Projekt nicht spurlos vorbei. Insbesondere bei Metall mache sich das bemerkbar. Die Lieferschwierigkeiten bei den Regenfallrohren sind da noch das kleinere Problem. Bei der Elektroinstallation rechnet er mit einer Preissteigerung von etwa 30 Prozent. Kupfer ist derzeit ein knappes und teures Gut.
Dachsanierung besonders aufwendig
Auch die anderen Baumaterialien, ob Dämmstoff oder Fenster, seien im Preis gestiegen. Dennoch halten sich die Auswirkungen letztlich in Grenzen: "Durch die Mehrkosten werden wir unser kalkuliertes Budget leicht übersteigen. Wir sind aber guter Dinge, dass wir das Ziel nicht allzuweit verfehlen", so Harpain.
Viel Geld konnte man bei der Sanierung des Dachs einsparen. Dieses sei die größte Baustelle gewesen, an zahlreichen Stellen regnete es rein. Da Teile auf die Straße herunterzufallen drohten, musste aus Sicherheitsgründen Anfang des Jahres schnell gehandelt werden. Bei den Arbeiten stellte sich dann noch heraus, dass viele Hölzer, darunter einige tragende, marode waren.
Fenster werden ausgetauscht
Die Dachsanierung wurde von seiner eigenen Zimmerei durchgeführt. "Dadurch haben wir die Kosten im Griff halten können", so Harpain. Das Material hierfür habe man frühzeitig besorgt und eingelagert, sodass man von Preissteigerungen und Lieferengpässen verschont blieb.
Bei der Sanierung des Dachs galt es die Vorgaben des Denkmalamts einzuhalten. So blieben gesunde Hölzer unangetastet, nur die maroden Teile wurden ersetzt und auf traditionelle Weise mit den alten Hölzern verbunden. Auch die Fassade sollte möglichst erhalten bleiben. Sie wurde lediglich frisch gestrichen. Die Sandsteine sollen noch abgestrahlt und an einigen Stellen ausgebessert werden.
Auch im Innern machen die Arbeiten Fortschritte. In den oberen Etagen entstehen Wohn- und Büroräume. Dort sind die Arbeiter gerade mit der Elektro- und Sanitärinstallation, sowie dem Verputzen beschäftigt. Die Fenster werden ebenfalls ausgetauscht.
Markthalle im Erdgeschoss
Im Erdgeschoss soll eine Markthalle entstehen, in der Produkte von Landwirten aus der Region verkauft werden. Zusätzlich soll es hier ein Café geben, in dem Pendler und Reisende sich eine Stärkung holen oder für eine kleine Mahlzeit verweilen können. Die Arbeiten für den Innenausbau sind bereits vergeben. Die Raumplanung der Innenarchitekten steht. Ein Reisebüro wird es künftig nicht mehr geben, diese Räume werden ebenfalls zur Markthalle dazugehören.
Inzwischen seien auch die bürokratischen Hürden genommen. Die bisweilen langwierigen Genehmigungsverfahren habe man hinter sich. "Das Rathaus hat uns dabei gut unterstützt", sagt Harpain.
Entsprechend zuversichtlich zeigt sich der Bauherr. Mit den Arbeiten liege man trotz aller Widrigkeiten im Zeitplan. Die Markthalle und ein Großteil der Wohnungen sollen, wie vorgesehen, Ende September fertig sein.