In der Schlussphase wurde es für TSG-Torhüter Julian Hauser und seine Vorderleute noch einmal brenzlig. Am Ende holte Balingen aber einen Zähler beim TSV Steinbach-Haiger. Foto: Eibner

Einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt haben sich die Fußballer der TSG Balingen in der Regionalliga Südwest mit dem 1:1 (1:0) beim Tabellenzweiten TSV Steinbach-Haiger gesichert. Und das, trotz eines Handicaps.

Die Szene beim Schlusspfiff im Sibre-Sportpark in Haiger war bezeichnend: Erschöpft aber zufrieden ließen sich die Balinger Spieler auf den Rasen und bedankten sich bei ihrem Torhüter Julian Hauser. Denn der hatte wenige Sekunden zuvor einen Schuss von Enis Bytyqi unter sich begraben und seiner Mannschaften einen mehr als verdienten Punkt gerettet.

Fast 70 Minuten hatten die Eyachstädter dabei in Unterzahl verbringen müssen; bereits nach 25 Minuten sah Felix Heim nach einer umstrittenen Szene die Rote Karte. Der junge Balinger Angreifer hatte Serhat Ilhan mit ausgestrecktem Arm am Brustkorb getroffen; dieser war "oscar-reif" gefallen und hatte sich auf dem Boden gewälzt. Schiedsrichter Sascha Kief (Mannheim), der die Szene, die hinter seinem Rücken gesehen hatte, entschied nach Rücksprache mit seinem Assistenten auf Rot für Heim.

Balinger machten es devensiv richtig gut

Eine Entscheidung, die Balingens Cheftrainer Martin Braun nach der Partie mächtig ärgerte. "Das war in niemals ein Platzverweis", war sich der 52-Jährige sicher. Zu diesem Zeitpunkt führte seine Mannschaft mit 1:0. Bereits nach vier Minuten hatte Marc Pettenkofer nach Vorlage von Heim zum 1:0 für die TSG getroffen. Und in der 20. Minute scheiterte Pettenkofer nach einem Zuspiel von Heim aus kurzer Distanz am Steinbacher Pfosten.

"Ich habe die Szene die zur Roten Karte geführt hat, selbst nicht wahrgenommen", sagt TSG-Torhüter Hauser. "Aber wir haben davor sehr gut gespielt und den Tabellenzweiten mehr oder weniger im Griff gehabt. Danach in Unterzahl war es natürlich ein ganz anderes Spiel; wir mussten uns tiefer fallen lassen, um die Steinbacher Angriffe zu verteidigen. Aber wir haben gut gegen den Ball gearbeitet, den schwierigen Verhältnissen getrotzt und uns den Punkt verdient"

Fürwahr, Balingen machte es defensiv richtig gut und ließ dem Tabellenzweiten nur wenige Gelegenheiten zu. Kurz vor der Halbzeit kam Manuel Hoffmann zum Abschluss; mit einer starken Fußparade verhinderte Hauser den Ausgleich. Auch im zweiten Durchgang wussten die Gastgeber mit der Überzahl gegen die gut gestaffelte Defensive nicht viel anzufangen. Pech hatte Balingen jedoch, dass nach einem Schuss von Sascha Marquet, den Hauser stark parierte, der Ball beim eingewechselten Bytyqi landete, der zum 1:1-Ausgleich (60.) einschob.

Motiviert ins nächste Spiel

Die TSG zeigte sich aber nicht geschockt, sondern kam trotz Unterzahl noch zu einer guten Konterchancen in Person von Lukas Foelsch, dessen Schuss knapp am langen Pfosten vorbei strich (69.).

In der Schlussphase machte Steinbach noch einmal Druck – aber die TSG konnte sich auf ihren Keeper Julian Hauser verlassen, der in mehreren Situationen seine Mannschaft vor einem Rückstand bewahrte. "Am Ende hatten wir auch das nötige Glük, um einen Punkt aus Steinbach mitzunehmen, sagt der 31-Jährige.

Nun wartet am kommenden Samstag mit Tabellenführer SC Freiburg II gleich der nächste Kracher auf Hauser und seine Balinger Teamkollegen. Die Breisgauer bauten ihren Vorsprung auf die Konkurrenz aus Steinbach und Ulm – der SSV kam gegen die SG Sonnenhof Großaspach ebenfalls nicht über ein 1:1 hinaus – mit einem 3:1-Erfolg gegen den FSV Mainz II auf vier Punkte aus. Diese Führung wird der SC auch in Balingen verteidigen wollen; zumal noch eine Rechnung offen ist mit der TSG, die das Hinspiel im Mösle-Stadion mit 2:1 gewann. "Das ist meines Wissens noch nicht vielen Mannschaften in dieser Saison gelungen", zeigt sich Hauser zuversichtlich. "Wir werden die Partie angehen wie jede andere und primär versuchen, ein gutes Spiel zu machen. Dann schauen wir mal, was am Ende auf unserer Habenseite verbleibt."

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