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Trotz Corona-Regeln Heimbewohner in Hechingen und Rangendingen fühlen sich sicher

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Eines wird auf jeden Fall verboten bleiben: Das Singen, selbst wenn besonders dies vielen älteren Menschen fehlt. (Symbolfoto) Foto: (dpa)

Hechingen/Rangendingen - Dass die Bewohner der Pflegeheime besonders unter den verschärften Corona-Regeln leiden würden, wollte in den Einrichtungen in Hechingen und Rangendingen niemand so stehen lassen. Wir haben uns dort umgehört und ein überraschendes Ergebnis erhalten.

Mit den in Verbindung zu den wieder steigenden Zahlen an COVID19-Infizierten verschärften Corona-Regeln haben letztendlich alle Menschen zu kämpfen. Abstand halten, öfters Hände waschen und Mundschutz tragen – wer reißt sich freiwillig schon darum. In den Medien ist dabei immer wieder auch zu hören, dass vor allem die Bewohner in den Senioreneinrichtungen ganz besonders unter diesen verschärften Kontaktbeschränkungen zu leiden hätten. Doch stimmt das überhaupt so?

Stimmung "recht gut"

Der Tenor aus den Heimen der St. Elisabeth-Stiftung (St. Elisabeth, Marienheim), des Caritasverbands Zollern (Graf-Eitel-Friedrich-Altenwohnanlage) und der KBF Mössingen (Haus am Ziegelbach, Seniorenwohnanlage Rangendingen) ist da ein gänzlich anderer. Eine gewisse "Sorge ist angesichts der steigenden Zahl spürbar", sagt Martin Bummer von der St.-Elisabeth-Stiftung. Doch das irritierende Bild der vereinsamten Senioren in den Heimen entspreche nur sehr bedingt der Wirklichkeit vor Ort, lautet seine Einschätzung.

Beatrice Kästner meint dazu: "Die Menschen sind sehr froh, dass wir die Häuser offen lassen können." Sie verantwortet in der Geschäftsführung der KBF den Bereich Wohnen und Pflege für Senioren.

Diese Einschätzungen können auch die Pflegedienstleitungen und Verantwortlichen der anderen befragten Einrichtungen so bestätigen. Natürlich würden die Bewohner die Einschränkungen wahrnehmen, doch die Stimmung im Haus sei "recht gut", erzählt Sabrina Rohde vom Graf-Eitel-Haus der Caritas. "Wir versuchen alles, in unserem Alltag so gut es geht Normalität zu leben", sagt sie. Zudem seien die Heimbewohner des betreuten Wohnens in ihrer Einrichtung ja noch mobil. "Das bringt ja auch ein Stück weit Erleichterung mit sich", fügt dem Caritas-Geschäftsführer Elmar Schubert hinzu.

Veränderungen sind durchaus spürbar

"Die Veränderungen sind für die Senioren durchaus spürbar", sagt Pflegedienstleiter Michael Pastoors aus dem Rangendinger KBF-Wohnheim. Mit nur 15 Bewohnern in der Pflegestation lebten dort alle wie in einer "Art Großfamilie." Da lasse sich ein vielleicht leicht zurückgegangener Kontakt von und nach außen "gut auffangen". Corona habe vieles auch weiter zusammenwachsen und den Kontakt zwischen Bewohnern und Personal noch enger werden lassen, ist Pastoors überzeugt.

Der Ansicht, dass die Bewohner gar isoliert seien, widerspricht Martin Bummer vehement. Nach dem Lockdown seien die Besuchszahlen wieder deutlich angestiegen und seiner Beobachtung zufolge teilweise sogar intensiver geworden als zuvor – "natürlich unter Vorgaben", fügt er hinzu. Anhand der Meldezettel sei nachzuverfolgen, dass täglich bis zu 60 Besucher in die von ihm betreuten Heime kämen.

Singen bleibt verboten, auch wenn es vielen Bewohnern fehlt

Gleichzeitig spricht Bummer von einer "Verantwortungsgemeinschaft", bei welcher alle die "Spielregeln" beachten müssten. Sprich: Die klassischen Vorsichtsmaßnahmen der Corona-Verordnungen seien strikt von Personal, Bewohnern und natürlich auch von den Besuchern einzuhalten, so Bummer. "Darauf sind wir angewiesen."

Was natürlich zur Folge hat, dass vor den bei allen Senioren so beliebten Festen im noch ausstehenden Jahreslauf, wie Herbstfest, Advents- oder Weihnachtsfeiern zumindest ein kleines Fragezeichen steht. In allen Häusern aber ist klar, was Beatrice Kästner von der KBF sagt: "Feste mit Angehörigen, wie es bisher meist der Fall war, wird es dieses Mal nicht geben." Wobei dies grundsätzlich nicht das Aus des Adventsfestes sein müsse: "Was im Rahmen der Alltagsbetreuung, beispielsweise im Speisesaal, möglich ist, kann auch jetzt stattfinden."

Was Feste innerhalb des Hauses betreffe, müsse "kontrollierter", sprich in kleinerem Rahmen ablaufen, meint Elmar Schubert. Von "dezentralen Festen" spricht auch Martin Bummer, wozu er in seinen Häusern auch religiöse Veranstaltungen, wie Gottesdienste, zählt. Vorgesetzt wird dabei überall, dass die Regeln eingehalten werden können.

Engagement fehlt spürbar

Eines aber wird auf jeden Fall verboten bleiben: Das Singen, selbst wenn besonders dies vielen älteren Menschen fehlt. In Corona-Zeiten ist es einfach zu gefährlich.

Bedauerlich ist, dass unter den gegebenen Voraussetzungen die Ehrenamtsgruppen in den verschiedenen Einrichtungen fast nicht mehr aktiv sein können. "Deren Engagement fehlt spürbar", so Martin Bummer. Trotzdem müsse versucht werden, dass über die Alltagsbegleitung den Senioren etwas geboten werde, meint Beatrice Kästner. "Die Stimmung ins Positive lenken", nennt dies Elmar Schubert.

So wird überall großen Wert darauf gelegt, dass Gymnastik- und Aktivierungsstunden stattfinden können, ein Clown kommt zu Besuch, teilweise werden vor den Häusern Konzerte gespielt. Das Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Corona ist in allen Häusern hoch. Egal, ob es um die Betreuung oder die Sicherheit geht. Und das bleibt nicht unbemerkt in den Heimen. Martin Bummer: "Unsere Bewohner fühlen sich sicher."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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