Eins, zwei, drei...bei einigen Ponys auf dem Ponyhof Trippel-Trappel kann man jede Rippe zählen. Ein Fall für das Veterinäramt?
Einige der Ponys auf dem Reiterhof Trippel-Trappel in Wellendingen machen einen etwas kränklichen Eindruck. Das ruft Tierfreunde auf den Plan, die sich immer wieder beim Veterinäramt beschweren. Die Besitzerin der Tiere, Linda Esken, sagt unserer Redaktion: „Alles Quatsch“ und hat eine Erklärung dafür, dass manche ihrer Ponys etwas anders aussehen.
Denn von den 25 Ponys auf dem Hof sind zehn bereits im Seniorenalter. Der gute Stormy feierte zu Beginn des Jahres bereits seinen 30. Geburtstag. „In Menschenjahren sind das 90 Jahre“, sagt Esken. „Das ist doch eigentlich nicht verwunderlich, dass auch ein Tier in diesem Alter nicht mehr so aussieht wie früher mal.“ Das die Ponys nicht mehr topfit aussehen, liegt schlichtweg an ihrem Alter, sagt Esken. Futter bekommen die Tiere genug, versichert sie.
Beschwerden beim Veterinäramt
Direkt auf das äußerliche Erscheinungsbild der älteren Ponys angesprochen wird Esken nur selten. Stattdessen gehen immer wieder anonyme Beschwerden beim Veterinäramt ein. Diesen geht das Amt stets nach und überprüft immer wieder, ob die Haltung der Ponys altersgerecht ist, wie Amtsleiter Jörg Hauser auf Nachfrage unserer Redaktion bestätigt.
„Im Alter verändern sich die Ansprüche der Tiere, deswegen muss geprüft werden, welche Bedürfnisse die Tiere haben und wie man diesen gerecht werden kann“, sagt er. „Dabei handelt es sich immer um Momentaufnahmen.“ Im Falle des Ponyhofs in Wellendingen könne er bestätigen, dass alle rechtlichen Anforderungen erfüllt sind.
Und auch er bestätigt: „Ältere Ponys können nicht mehr so viel fressen wie früher und bauen dementsprechend Muskelmasse ab.“ Dennoch sei es im Interesse der Tiere, sie nicht frühzeitig abzugeben.
Alte Ponys kommen zum Schlachter
Denn genau das ist für Linda Esken der springende Punkt: Eigentlich ist es der Versuch, den Tieren etwas Gutes zu tun. Viele Ponyhöfe bringen ihre älteren Ponys zum Schlachthof, sobald diese nicht mehr die gewünschte Stundenzahl arbeiten können. Sie möchte das nicht.
„Oldies“ werden verhätschelt
Zehn ihrer 25 Ponys zählt sie zu den „Oldies“, also die Tiere, die bereits mehr als 25 Jahre auf dem Buckel haben. „Auch, wenn sie nicht mehr ganz so lange arbeiten können, werden sie noch so gut wie möglich in den Betrieb miteinbezogen.“ Denn das käme den Tieren nur zu Gute, meint sie. „Wenn die Oldies zum Einsatz kommen, werden sie erst mal eine Stunde lang gestriegelt und gestreichelt und rundum verhätschelt.“
Nicht anders als bei Menschen
„Im Grunde ist das bei alten Pferden genauso, wie bei Menschen auch“, meint sie. „Manchen sieht man ihr Alter deutlich an, anderen eher nicht.“ Gewichtsabnahme, Alters-Arthrose, Haarausfall und Rückenprobleme, all das erwartet Mensch und Tier im hohen Alter. „Aber solange die Ponys noch keine Schmerzen haben, dürfen sie hier bei uns ihre letzten Jahre ausleben.“