Sie schauen hoffnungsvoll in die Zukunft der Volksbank Trossingen (von links): Das neue Vorstandsmitglied Jörg Gompper, die wiedergewählten Aufsichtsräte Michael Lachenmaier und Margit Mosbacher, sowie der Vorstandsvorsitzende Stefan Kern. Foto: Ingrid Kohler

Vorstände der Trossinger Volksbank, Stefan Kern und Jörg Gompper blickten bei der Genossenschaftsversammlung zuversichtlich in die Zukunft.

228 Stimmberechtigte Mitglieder waren ins Konzerthaus gekommen. Man sei ein Wirtschaftsunternehmen, das erfolgreich sein müsse und mitunter harte und konsequente Entscheidungen treffen müsse, sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Kern, aber: „Wir möchten mehr sein als ein austauschbares Vehikel der reinen Gewinnmaximierung.“

 

Eine klare Ansage des Vorstandsvorsitzenden, die sein neuer Vorstandskollege Jörg Gompper ergänzte „Mit unserem Kerngeschäft, der Versorgung der Bürgerinnen und Bürger mit Bankdienstleistungen, aber auch über unser Engagement im Gewerbeverein, in der Unterstützung von Vereinen und Institutionen, werden wir ein wesentlicher Faktor in der Entwicklung von Trossingen und seinen Bewohnerinnen und Bewohnern sein.“

„Wir erachten die Situation der Bank als gut, denn wir verfügen über ein gutes Eigenkapital und einen soliden Kundenstamm.“ Die aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen seien äußerst herausfordernd.

Veränderte Anforderungen

Die Kundenanforderungen und das Kundenverhalten verändern sich gerade grundlegend, hinzu kämen extrem hohe Regulierungsanforderungen von Gesetzgeber und Verwaltung. Um die Ziele dauerhaft zu verwirklichen, benötige die Volksbank Trossingen Rahmenbedingungen, wie eine gute Eigenkapitalausstattung, eine dauerhaft gute Ertragssituation, moderne und konkurrenzfähige Produkte und Konditionen, zeitgemäße Kommunikation mit einem festen, bewährten Berater, aber über alle Kommunikationskanäle, sowie moderne, rechtssichere und schnelle Prozesse. Nicht zuletzt aber gut ausgebildete, motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Nicht zufrieden mit Ergebnis

Die Bilanzsumme hat sich im Jahr 2024 um 2,4 Prozent auf rund 325,6 Millionen Euro erhöht. Allerdings ist das Betriebsergebnis vor Bewertung von 1,6 Millionen Euro auf 818 000 Euro gesunken. Auch unter Einbeziehung der schwierigen konjunkturellen Rahmenbedingungen zeigte sich der Vorstand mit dem Ergebnis nicht zufrieden. „Zuversichtlich stimmt uns jedoch, dass die Prognosen für das aktuelle Jahr 2025 positiv lauten“, betonte Stefan Kern. Und: „Gemäß der aktuellen Hochrechnung erscheint ein Betriebsergebnis vor Bewertung in Höhe von 1,9 Millionen Euro möglich.“

Bank ist zukunftsfähig

Die Zukunftsfähigkeit der Volksbank Trossingen sei weiterhin gegeben, sagte Jörg Gompper. „Mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und unserem Aufsichtsrat sind wir im Vorstand der Überzeugung, dass wir nicht trotz unserer Größe, sondern wegen der Größe, den zukünftigen Herausforderungen sehr gut begegnen können“, so Gompper. „Wir stellen uns diesen Herausforderungen, mit einer neuen Geschäftsstrategie, die wir zusammen mit unseren Führungskräften entwickeln und mit unserem Aufsichtsrat abstimmen.“ Im Fokus steht hier die Kundenberatung persönlich wie online sowie die bauliche Ausrichtung in der Kundenhalle auf diese neue Beratungsform. Ebenso verstärkte Konzentration auf das Kundenkreditgeschäft, die Stärkung der digitalen Prozesse zur schnelleren, günstigeren und rechtssicheren Bearbeitung der internen Ablaufprozesse.

Keine Fusion geplant

Der Vorstandsvorsitzende antwortet auf die Frage eines Mitglieds nach eventueller Fusion mit Worten des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Michael Weisser: „Man könnte über Fusion nachdenken, wenn es dann die Bank und die Kunden besser haben.“ Aus Erfahrung sei dies nicht der Fall. Man sei ein kleines Institut, und das werde man auch noch in vielen Jahren sein, zeigt er sich überzeugt.

Drei Prozent Dividende

Den Berichten von Vorstand, Aufsichtsrat und Genossenschaftsverband Baden-Württemberg stimmte die Versammlung zu, wie auch der Verwendung des Bilanzgewinns in Höhe von 319 652,61 Euro. Davon gehen 125 000 Euro in gesetzliche Rücklagen und 125 000 Euro in andere Ergebnisrücklangen, 3055,37 Euro als Vortrag sowie 66 597,24 Euro in die Ausschüttung einer Dividende von drei Prozent auf die Geschäftsanteile. Diese werden am Freitag, 27. Juni ausbezahlt. Durch Ablauf der Wahlzeit schieden Michael Lachenmaier und Margit Mosbacher aus dem Aufsichtsrat aus. Beide wurden für weitere drei Jahre wiedergewählt.