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Trossingen Rattenplage mit Giftködern bekämpfen

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Der Tierschutzverein fängt dieses kleine Kätzcehnen im Industriegebiet ein. Foto: Schütz

Trossingen. Im Trossinger Industriegebiet ist eine Rattenplage ausgebrochen (wir berichteten). Nun ist ein Experte zugange, der Giftköder im Industriegebiet ausgelegt hat, wie Hauptamtsleiter Dieter Kohler sagte. Da die Zahl der ausgelegten Köder im dreistelligen Bereich liege, schätzt er, dass sich deutlich mehr als 100 Ratten im Industriegebiet herumtreiben. Bis wann der hinzugezogene Fachmann die Plage in den Griff bekommt, wollte sich Kohler nicht festlegen. "Ich kann allerdings sagen, dass es sich um mehrere Tage und nicht um Wochen handelt."

Für Menschen seien diese Köder nur giftig, beziehungsweise gesundheitsschädlich, wenn sie gegessen werden, sagt Berthold Laufer, stellvertretender Leier des Amts für Veterinärwesen und Verbraucherschutz. Da das Gift jedoch nicht gestreut werde, sondern in unzugänglichen Köderboxen ausgelegt wird, bestünde eigentlich keine Gefahr für Menschen.

Die Ratten sterben erst nach zwei Tagen

Bei den Giftködern handele es sich um sogenannte Cumarin-Derivate, an denen die Ratten erst nach rund zwei Tagen sterben, erklärte Laufer. "Ratten sind hochintelligente Tiere. Fressen sie einen Giftköder und überleben knapp, stellen sie eine Verbindung zwischen ihrem Gesundheitszustand und dem Gegessenen her. Deshalb wirken die Cumarin-Derivate erst nach zwei Tagen – dann sehen die Ratten keinen Zusammenhang mehr." Fraßköder, neben denen tote Ratten liegen, werden von Artgenossen zudem in der Regel nicht mehr angenommen.

Gefährlich ist das Rattengift allerdings nicht nur für die Ratten, sondern auch für die wild lebenden Katzen, denn die gelangen zwar nicht in die Köderboxen, fressen aber die Ratten. Erwischen sie eine vergiftete, nehmen sie auch das Gift mit auf. "Ein kleines, etwa zehn Wochen altes Kätzchen, dass wir im Industriegebiet gefangen haben, hat Rattenteile erbrochen", berichtet Kerstin Neipp vom Trossinger Tierschutzverein. "Wir hoffen jetzt sehr, dass die Babykatze nicht vergiftet ist."

Die kleine Katze ist nicht die einzige, die Neipp im Industriegebiet mit Lebendfallen zu fangen versucht. "Wir fangen schon seit Längerem im Industriegebiet frei lebende Katzen, kastrieren sie und setzen sie wieder aus", erzählt sie. "Vor einigen Tagen erhielt ich dann Bescheid vom Veterinäramt, dass es dort eine Rattenplage gibt und die Katzen eingefangen werden sollten, da vermutlich Gift ausgelegt würde." Zehn bis 15 Katzen müssten vorübergehend anderweitig untergebracht werden, sechs habe sie schon gefangen. Eigentlich, sagt Neipp, habe es geheißen, dass die Giftköder erst ausgelegt würden, wenn alle Katzen eingefangen seien.

Kohler verweist indes darauf, dass in Sachen Rattenplage "Druck da war", denn: "Die Ratten bleiben ja nicht nur an einem Fleck, sie machen auch Ausflüge." Sprich: Mehrere Unternehmen im Industriegebiet drängten die Stadt zum Handeln. "Wenn wir warten, bis die letzte Wildkatze eingefangen ist, dann haben wir das Rattenproblem im ganzen Industriegebiet", meint der Hauptamtsleiter.

Der Tierschutzverein sucht für die Katzen aus dem Industriegebiet Endunterbringungen.

Weitere Informationen: Kerstin Neipp, Telefon 07425/83 86.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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