Der Trommlerzug der Glonki-Gilde feiert in diesem Jahr sein 90-jähriges Bestehen – ein Grund zur Freude und Anlass für große Feierlichkeiten. Doch neben der Vorfreude auf Galaabend und Fasnet gibt es auch Herausforderungen: Die Suche nach einem Stüble gestaltet sich schwierig.
In diesem Jahr steht ein besonderes Jubiläum für den Trommlerzug der Glonki-Gilde vor der Tür: Die Trommler um Tambour Jörg Uhrig feiern ihr 90-jähriges Bestehen. Dieses Ereignis soll groß gefeiert werden.
Am 25. Juli findet ein großer Galaabend statt, gefolgt von einer Party am 26. Juli in der Glonkihalle.Doch bevor die Jubiläumsfeierlichkeiten beginnen, liegt der Fokus erst einmal auf der Fasnet.
Da die Zuggesellschaften im Wechsel auf dem Fasnetsabzeichen zu sehen sind und in diesem Jahr die Glonki-Gilde an der Reihe ist, hat der Trommlerzug zum Jubiläum die besondere Ehre auf dem Abzeichen zu sehen zu sein. Einem perfekten Jubiläumsjahr scheint also nichts im Wege zu stehen – oder doch?
Die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für ein Stüble während der fünften Jahreszeit gestaltet sich wie in den vergangenen Jahren als große Herausforderung. Tambour Jörg Uhrig erklärt: „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, ein Stüble zu finden, da viele Leute nicht kurzfristig vermieten wollen.“ Trotz zahlreicher leerstehender Ladenflächen in der Villinger Innenstadt sei es nahezu unmöglich, diese für die Fasnet anzumieten.
Hinzu komme laut Uhrig, dass viele der leerstehenden Räumlichkeiten in der Innenstadt größeren Firmen gehören, die zum Großteil nicht aus der Doppelstadt kämen und daher mit der Fasnet nichts anfangen können. „Die haben dann häufig keine Lust so einen Aufwand für eine Woche zu betreiben“, so Uhrig. Andere würden horrende Mieten für die Zeit der Fasnet verlangen, was für einen Verein kaum zu stemmen wäre.
Bislang nur Absagen bekommen
Bisher hat der Trommlerzug acht Räumlichkeiten angefragt, jedoch nur Absagen erhalten oder gar keine Rückmeldung bekommen. Die Suche werde demnach auch nicht einfacher, weil es laut dem Tambour schwierig sei, an die Kontaktdaten von Privatleuten heranzukommen, die ebenfalls leerstehende Räumlichkeiten besäßen.
Auch die Stadt könne den Trommlern und den anderen Vereinen, die noch auf der Suche nach Räumlichkeiten sind nicht direkt weiterhelfen, wie Citymanager Thomas Herr zu verstehen gibt: „Das Citymanagement der Stadt hat in der Vergangenheit Gespräche mit dem ein- oder anderen Eigentümer geführt und auf die Bedeutung solcher Initiativen, wie der Fasnetsstüble, für das soziale und kulturelle Leben hingewiesen. Dennoch bleibt es eine private Entscheidung der Vermieter, ob sie ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellen möchten.“
Die Stadtverwaltung und das Citymanagement seien sich der Problematik aber bewusst und unterstützen die Vereine gern beratend bei der Suche nach Alternativen. „Zudem sind wir bereit, weiterhin aktiv auf Vermieter zuzugehen, um sie von den Vorteilen einer zeitlich begrenzten Nutzung zu überzeugen“, so Herr weiter. Eine direkte Handhabe, habe die Stadt allerdings nicht, Leerstandsflächen verpflichtend für solche Zwecke bereitzustellen.
Trotz der Schwierigkeiten geben Jörg Uhrig und der Trommlerzug die Hoffnung nicht auf: „Im letzten Jahr haben wir auch erst eine Woche vor der Fasnet eine Räumlichkeit von einem Freund und Gönner zur Verfügung gestellt bekommen.“ Er betont zudem, wer die Trommler kenne, der wisse, dass mit den Räumlichkeiten immer sorgsam umgegangen und alles pfleglich zurückgegeben wird. „Und falls eine Renovierung anstehen sollte, wären wir auch bereit mit anzupacken und zu helfen“, ergänzt er.
Die Villinger Fasnet lebt von der Stüblefasnet
Dennoch macht ihm Sorgen, dass es allgemein immer schwieriger wird, für alle Vereine, Stüble zu finden. „Die Villinger Fasnet lebt von der Stüblefasnet. Wenn es für die ganzen Gruppen, die von Stüble zu Stüble ziehen keine Anlaufpunkte mehr gibt, stirbt die Tradition irgendwann aus“, so Uhrig. Das wäre eine Katastrophe für die Fasnet in der Hochburg Villingen.
Besonders bitter wäre auch, wenn der Trommlerzug ausgerechnet im Jubiläumsjahr kein Stüble hätte. Der Trommlerzug appelliert deshalb an die Bürger: „Falls jemand eine Räumlichkeit für uns zur Verfügung hat, gerne in der Innenstadt oder der direkten Umgebung, bitten wir um Kontaktaufnahme. Jede Hilfe ist willkommen!“
Ein gutes Stück Fasnet fehlt
Im Fall der Fälle, wenn es wirklich dazu käme, dass die Trommler ohne Stüble dastehen würden, gäbe es laut Uhrig auch keine Alternative, dann müsse man eben in den sauren Apfel beißen. „Für uns fehlt dann ein gutes Stück Fasnet, aber dann ist es halt so.“ Es gab schließlich auch schon Jahre in denen die Trommler kein Stüble gehabt hätten, „aber das war die absolute Ausnahme.“ Man kann nur hoffen, dass die Trommler in ihrem Jubiläumsjahr ein Stüble finden und die Tradition der Stüblefasnet in Villingen erhalten bleibt, meinen Freunde der Fasnet.
Wer eine geeignete Räumlichkeit anbieten kann, wird gebeten, sich bei Jörg Uhrig zu melden: uhrig.joerg@gmail.com.