Die Schwenninger Mulle-Trommler setzen an der Fasnet aufs Mitmachen. Wer sie sind und welche Rolle ein Traum in ihrer Entstehungsgeschichte spielt – sie haben es uns verraten.
Wer sind eigentlich die lustigen Mulle-Trommler, die seit einiger Zeit an der Fasnet durch die Gegend ziehen? Darüber kann Sandra Grünwald Auskunft geben. Sie ist eine der Gründerinnen der witzigen, kleinen Frauengruppe, die mit umgeschnalltem Schlagwerk, guter Laune und heißer Fasnetliebe im Herzen am Schmotzigen Dunnschtig in Schwenningen anzutreffen ist.
Die Mulle-Trommler beschreiben sich selbst auf Instagram als „ein kleiner, fasnetverrückter Mädelshaufen“, der trommelnd „die Stadt unsicher macht“.
Sandra Grünwald bestätigt das im Gespräch mit der Redaktion lächelnd und erzählt, dass einige von ihnen – darunter auch sie selbst – in der Tanzgruppe der Moosmulle der Schwenninger Narrenzunft aktiv sind. Natürlich sind sie mit Outfit und Name auch an diese von ihnen mehr als nur geschätzte Traditionsfigur angelehnt.
Der Traum vom Trommeln
Wie aber kamen sie denn nun auf die Idee, sich ausgerechnet als Trommler zu tummeln? „Am Donnerstagmorgen war in Schwenningen nicht so richtig viel los – und es hat auch ein wenig an Musik gefehlt“, erinnert sich Grünwald. Statt sich darüber zu ärgern, entschieden sie sich: Wir machen das jetzt selbst. Ganz nach dem Motto, dass die Fasnet vom Mitmachen lebt.
„Ich hatte einen Traum, dass wir trommeln“, sagt die Initiatorin lachend im Rückblick, „als ich das in der Tanzgruppe erzählt habe und gefragt habe, wer mitmachen würde, hat gleich die erste geschrien: ‚Ich bin dabei!‘“
Proben müssen sein
Lange gefackelt wurde dann nicht mehr, sondern flugs ein erstes Outfit und Logo entworfen. Zu dritt trommelten sie in Kneipen und Stüble im ersten Jahr ihre ersten Stücke und gaben natürlich auch die dazugehörigen Versle zum Besten. An denen wurde und wird in der Probenphase jeweils gemeinsam gefeilt. „Der Spaß steht im Vordergrund, aber wir wollen schon auch gut trommeln“, betonen die Frauen.
Der Funke sprang schnell über. Nicht nur die drei Pionierinnen hatten ihre Freude an den ersten Auftritten, sondern auch die, die ihnen zuhörten. Im nächsten Jahr wuchs die Gruppe auf sechs Trommlerinnen an und vor Kurzem konnten sie nun ihre siebte Frau mit aufnehmen. Diese – ebenfalls in der Narrenzunft aktiv, aber in Freiburg wohnend – fährt sogar extra aus dem Breisgau zu den Proben hierher, die ab Oktober im Zweiwochenrhythmus bei einer der Trommlerinnen daheim stattfinden und in der Endphase vor den Hohen Tagen dann sogar jede Woche.
Welches Hütchen war’s denn nun?
Es muss also was dran sein: Diese Truppe macht Laune – und ganz klar liegt darauf auch ihr Hauptaugenmerk. „In den Proben haben wir immer was zu lachen“, erzählt Trommlerin Grünwald, und wer sich die Instagrambeiträge dazu mal anschaut, kann’s direkt erahnen, Hütchenspiel mit prickelndem Durstlöscher zum Beispiel inklusive.
Der Einfallsreichtum der Frauen (und auch einiger ihrer unterstützenden Männer) wird vielfach sichtbar: durch eigens entworfene Pins zum Beispiel, die sogar in Marke Eigenbau selbst gelasert werden, durch die Becher mit Logo, die sie dabei haben, ihre bestickten Jacken oder jüngst sogar mal mit eigens entworfenen Weihnachtskugeln im Mulle-Trommler-Look. Für neue Trommlerinnen sind sie offen, allerdings gilt die Prämisse: „Es muss passen!“
Eine Premiere im Bürgerheim
Die Vorfreude auf die Tour am Schmotzigen, bei der auch wieder einige „echte“ Moosmulle als Begleitung dabei sein werden, wächst unterdessen quasi täglich. Ganz besonders glücklich sind die Frauen, dass sie dieses Mal im Bürgerheim mit ihrem Auftritt die Fasnet mit einläuten – oder besser eintrommeln – dürfen.
„Und danach kommen wir wieder in die Stadt und schauen was passiert und wo es uns hinführt“, sagt Sandra Grünwald und ihr Strahlen verrät’s: Sie und alle ihre Mittrommlerinnen sind sowas von parat für die nächste Trommeltour durch ihre Stadt.
Das sind die Muller-Trommler
Bislang sieben Mitglieder
Zu den Mulle-Trommlern gehören Sandra Grünwald, Mechthild Wohnhaas-Ziegler, Nicole Würthner, Andrea Mey, Melanie Raatz, Jennifer Oberhofer und Katrin Krauß.
Ihre Spitznamen
Auch Mulle-Trommler-Spitznamen bekommt verpasst, wer in der Gruppe mitmacht. So trifft man da die „Wilde Hilde“, das „Schrankmulle“, die „Bollemarie“, die „Niekohle“, die „Wuffandi“ oder d’„Zändi“ an. Welcher Name da jetzt genau zu wem passt? Das können Interessiert ja versuchen, an der Fasnet herauszufinden....
Die Trommelweihe
Für die Neuaufnahme wurde ein eigenes Ritual ersonnen: „Wir haben uns gesagt: Eine Trommelweihe wär’ doch witzig“, berichtet Sandra Grünwald. Die gab’s im Januar, samt Parcours mit den Instrumenten, „einfach ein bisschen Gaudi“ eben.
Nicht nur an der Fasnet
Außerdem sind die Frauen auch außerhalb der Fasnet gemeinsam unterwegs, machten zum Beispiel im vergangenen Advent einen Ausflug zum Weihnachtsmarkt in Gengenbach, absolvierten einen Trommelkurs oder halfen beim Sommerfest der Narrenzunft an der Salattheke mit.