Auf dem Schulhof fliegen die Fäuste: Mehrere Personen sind nach Angaben der Polizei bei einer wüsten Auseinandersetzung leicht verletzt worden. (Symbolfoto) Foto: nito – stock.adobe.com

Gefährliche Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung – nach einer heftigen Auseinandersetzung am Rande der Berufs- und Ausbildungsmesse in St. Georgen ermittelt nun die Polizei.

Es müssen unschöne Szenen gewesen sein, die sich am Donnerstag vergangener Woche auf dem Schulhof des Bildungszentrums auf dem St. Georgener Roßberg abspielten. In der nahe gelegenen Stadthalle informierten sich Schüler vor ihrem Einstieg ins Berufsleben im Zuge der Berufs- und Ausbildungsmesse in entspannter Atmosphäre über ihre Möglichkeiten. Keine hundert Meter weiter kochte die Stimmung über.

 

Daniel Brill, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Konstanz, bestätigt den Vorfall auf Anfrage unserer Redaktion. Er berichtet von „einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Jugendlichen sowie deren Verwandten/Bekannten“. Vorausgegangen seinem dem Vorfall „langjährige Streitigkeiten und Mobbing zwischen zweien Beteiligten“, erklärt Brill.

Insgesamt waren demnach acht Personen in die Schlägerei verwickelt – Brills Angaben zufolge „syrische, italienische/rumänische, albanische und deutsche Staatsangehörige“. Täter und Opfer waren demnach zwischen 24 und 15 Jahren alt, wobei nur eine der Beteiligten Schülerin sei.

Dabei handele es sich um eine Neuntklässlerin der Robert-Gerwig-Schule, bestätigt Rektor Hannes Rath im Gespräch mit unserer Redaktion. Und muss, auf das Thema angesprochen, erst einmal durchatmen – der Vorfall geht dem Schulleiter hörbar nahe. Viel Zeit und Energie habe ihn das Thema in den vergangenen Tagen gekostet, sagt Rath am Dienstag nach dem Vorfall.

Mehrere Beteiligte leicht verletzt

Dem Rektor ist vor allem eines wichtig zu betonen: Die Robert-Gerwig-Schülerin sei bei der Auseinandersetzung in der Rolle des Opfers. Die Tante einer Schülerin einer anderen Schule habe sie angegangen. Dann seien noch weitere Personen, Bekannte und Familienmitglieder, hinzugekommen, schildert Rath seinen Kenntnisstand zum Fall.

Die Folgen der Auseinandersetzung schildert Polizeisprecher Brill auf Anfrage: Mehrere Personen beider Parteien wurden demnach durch Schläge und Tritte leicht verletzt. „Weiter kam es zu unzähligen Bedrohungen und Beleidigungen.“

Polizei rückt auf dem Roßberg an

Polizei-Mitarbeiter aus dem Bereich Prävention, die bei der Berufs- und Ausbildungsmesse die Arbeit der Polizei vorstellten, wurden auf die Auseinandersetzung aufmerksam. „Ein Kollege informierte die hiesige Dienststelle“, berichtet Brill, woraufhin die Polizeibeamte auf dem Roßberg anrückten. So konnte die die Auseinandersetzung glücklicherweise recht schnell aufgelöst werden, berichtet Schulleiter Rath.

Dennoch: Die Auseinandersetzung könnte für die Beteiligten noch ein Nachspiel haben. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen – wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Beleidigung, wie Brill auf Anfrage informiert.

Schule arbeitet den Vorfall intern auf

Auch an der Robert-Gerwig-Schule hat der Fall Wellen geschlagen – und nicht nur dort. Gleich nach dem Vorfall habe man den Schulträger informiert, erklärt Schulleiter Rath. Immerhin ist die Stadt St. Georgen auch Organisatorin der Ausbildungsmesse in der Stadthalle. Dass es am Rande der Veranstaltung nun zu einer solchen Entgleisung kam, sei natürlich mehr als ungut.

Kernfrage: Wie kann so etwas vermieden werden?

An der Robert-Gerwig-Schule habe man den Fall intern aufgearbeitet, erklärt Rath. Er ist froh, dass das Thema nun in der Vergangenheit liegt – zumindest vorerst. Denn natürlich werde man Konsequenzen aus den Vorkommnissen ziehen. Die Kernfragen: Wie hätte der Vorfall umgangen werden können? Und vor allem wie kann vermieden werden, dass etwas Ähnliches erneut vorkommt?

Bislang habe es dazu, sagt Rath, noch keine Gespräche mit Schulträger und innerhalb des Schulnetzwerks gegeben. Er lässt jedoch keinen Zweifel daran, dass diese noch stattfinden werden – „allerspätestens“ wenn es an die Vorbereitung der nächsten Berufs- und Ausbildungsmesse in St. Georgen geht. „Wir hoffen natürlich, dass es künftig nicht mehr vorkommt, dass bei solch einer öffentlichen Veranstaltung familiäre Streitigkeiten ausgetragen werden“, betont Rath.