Die Stadt plant drei öffentliche Trinkwasserbrunnen in Nagold aufzustellen. Dort kann sich jeder Besucher an dem frischen Nass bedienen. Damit kommt die Kommune auch einer gesetzlichen Verpflichtung nach.
Das ging schnell. Erst in der Mai-Sitzung hatte sich CDU-Stadträtin Monika Wehrstein vehement für Trinkwasserbrunnen in der Stadt eingesetzt. Unter anderem hatte sie auf den Klimawandel verwiesen, auf immer heißere Sommer und wie wichtig es da sei, den Besuchern in der Stadt kostenfrei Trinkwasser anzubieten.
Dass bereits einen Monat später in der Sitzung des Technischen Ausschusses das Thema nun auch offiziell auf der Tagesordnung stand, war damals noch nicht absehbar. Im Gegenteil, Nagolds OB hatte zwar angekündigt, dass sich die Stadt der Thematik annehmen wolle – doch allgemein wurde vor allem technischerseits auf die vielen Probleme und Hindernisse hingewiesen, die es rund um Trinkwasserbrunnen zu beachten gelte.
Das hat sich nun verändert. Zwischenzeitlich waren städtische Mitarbeiter auf einer Messe unterwegs – und wurden vor allem von einem System komplett überzeugt.
Drei Trinkwasserbrunnen aus Edelstahl
Michale Haas stellte das Konzept vor. Geplant ist an drei Standorten in Nagold Trinkwasserbrunnen der Firma Plasson aufzustellen. Haas erörterte, dass die Brunnen sowohl in Sachen Hygiene als auch bei der Wartung und der Optik überzeugten. Auch seien sie einfach zu steuern, robust aus Edelstahl und könnten über den Winter leicht abgebaut und gewartet werden.
Alles in allem ein überzeugendes System – befanden denn auch die Mitglieder des Technischen Ausschusses. Dabei ist pro Brunnen mit Kosten von etwa 15 000 Euro zu rechnen. Ausgelöst werden die Trinkwasserspender per Knopfdruck. Dabei werden diverse hygienische Standards eingehalten, unter anderem kann ein Zyklus eingestellt werden, wann der Brunnen automatisch gespült wird. So bleibt das Wasser frisch und Kühl. Und die Gefahr zum Beispiel durch Keime, Legionellen und Co. besteht nicht.
Gut frequentierte Standorte
Bei der Standortauswahl schaute Haas, dass es gut frequentierte Orte sind, wo zum einen die Nachfrage hoch ist, die Brunnen aber auch vor Vandalismus geschützt sind, da von den vielen Passanten auch eine gewisse Überwachung ausgeht. Aber auch technische Gründe waren für die Standortauswahl wichtig: zum Beispiel, dass Versorgungsleitungen bereits vorhanden sind.
Standort Nummer eins ist im Kleb – direkt am Eingang, wenn man über die Klebbrücke in den Park kommt, an der rechten Seite bei den Sitzgelegenheiten. Auch die Nähe zum Spielplatz ist damit abgedeckt. Ein zweiter Standort ist mitten in der Fußgängerzone am Jesenice-Platz (Ecke Kirchstraße/Turmstraße/Zwingerweg). Als dritter Standort wurde der Riedbrunnenpark auserkoren – direkt oberhalb des Spielplatzes in der Nähe zur Waldachbrücke am Viadukt.
Noch in diesem Sommer
Die drei Brunnen hat sich die Stadt übrigens bereits reservieren lassen, so dass sie noch diesen Sommer zum Einsatz kommen könnten. Im Technischen Ausschuss war die Begeisterung so groß, dass auch Ideen an weitere Standorte aufkamen. Wolfgang Schäfer (CDU) brachte zum Beispiel eine Ausstattung aller Nagolder Plätze mit solchen Trinkwasserbrunnen ins Gespräch. Und FDP-Rätin Bärbel Reichert-Fehrenbach erkannte auch gleich den Marketingaspekt, wie sich solche kostenlosen Trinkwasserbrunnen auf allen Plätzen auch gut bewerben lassen könnten.
Nagolds OB und Michael Haas konnten da gerade noch bremsen. Zunächst will die Stadt Erfahrungen mit diesen drei Trinkwasserbrunnen sammeln, darauf aufbauend, könnten später weitere Brunnen folgen.
So ganz uneigennützig ist es übrigens nicht, dass sich Nagold diese drei Wasseroasen für seine Gäste gönnt. Denn letztlich muss die Stadt Trinkwasser anbieten. Eine entsprechende EU-Richtlinie wurde in nationales Recht verwandelt. So sind Kommunen mittlerweile verpflichtet, qualitativ hochwertiges Trinkwasser der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen.