Um die Qualität des Trinkwassers sicherzustellen, investiert die Gemeinde Vöhrenbach gut 88 000 Euro in UV-Anlagen. (Symbolfoto) Foto: Bernd Weißbrod/dpa

Auf Beschluss des Gemeinderats werden im Wasserwerk „Ecke“ zwei Pumpen ersetzt. Vor allem aber werden im Hochbehälter „Burg“ und „Ecke“ zwei UV-Anlagen zur Desinfektion des Quellwassers installiert, um eine Keim-Belastung zu verhindern.

Für diesen Tagesordnungspunkt war der technische Leiter der Aquavilla, Patrick Gaus, zu Gast im Vöhrenbacher Gemeinderat.

 

Er erläuterte noch einmal die Probleme mit der Verschmutzung des Trinkwassers, die für drei Tage zu einem Abkochgebot für das Wasser geführt hatten. Eigentlich sei die Qualität des Vöhrenbacher Trinkwassers immer gut und werde auch regelmäßig kontrolliert. Solche Probleme gab es bisher nicht.

Doch dann war die Qualität des Wassers nicht wie sie sein sollte, und in Absprache zwischen Stadt, Aquavilla und Gesundheitsamt wurde ein Abkochgebot erlassen, bis nach drei Tagen drei Proben in Folge wieder negativ waren. Das Gesundheitsamt schlug vor, um solche Belastungen mit Keimen zu vermeiden, UV-Anlagen zu installieren. Das Wasser wird beim Zufluss in den Hochbehälter mit ultraviolettem Licht bestrahlt, um eventuell vorhandene Keime abzutöten.

Ursache vermutlich die Starkniederschläge

Bei dem aktuellen Zwischenfall war schnell klar, dass die Keime aus dem Bereich der Kapellen-Quellen rund um das Bruderkirchle stammen. Was aber genau die Ursache war, weshalb plötzlich Keime im Quellwasser auftauchten, sei nicht geklärt. Patrick Gaus vermutet als Ursache die Starkniederschläge Anfang Oktober. Man habe schon feststellen müssen, dass die klimatischen Veränderungen auch die Qualität des Wassers aus dem Quellen negativ beeinflusst. Die natürliche Filtrationsschicht im Boden sei gestört.

Durch solche starken Niederschläge gelange das Wasser schnell in die Quellschächte. Früher dauerte es mehrere Tage, bis das Regenwasser nach dem Versickern durch die Filtrationsschicht in der Quelle ankam. Heute komme bei kräftigen Niederschlägen das Wasser schon nach wenigen Stunden in der Quelle an und das mit deutlich schlechterer Qualität. Möglich sei die stärkere Chlorung des Wassers, was aber heute nicht mehr Stand der Technik sei. Nicht zuletzt ist die Wirkung des Chlors bei Starkregen auch noch geringer und nur schwer dosierbar.

UV-Anlage reduziert Behandlung mit Chlor auf ein Minimum

Mit der Installation einer solchen UV-Anlage könne man die Behandlung des Wassers mit Chlor auf ein Minimum reduzieren. Zum Glück konnte man nach der Abschaltung der betroffenen Quellen durch die Verbundleitung rund 4000 Kubikmeter Wasser aus Furtwangen beziehen. Diese vor wenigen Jahren installierte Leitung habe sich bewährt. Dies verursache allerdings entsprechende Kosten für das Wasser.

Auch Bürgermeister Heiko Wehrle betonte die Bedeutung dieser Verbundleitung nach Furtwangen für solche Zwischenfälle. Die beiden UV-Anlagen sind allerdings deutlich teurer als ursprünglich kalkuliert, das Angebot liegt bei 88 300 Euro. Im Haushalt sind aber noch Mittel vorhanden, unter anderem aus der geplanten Sanierung der Kapellenquellen, die auf das nächste Jahr verschoben ist.

Zwei neue Pumpen für das Wasserwerk „Ecke“

Zum anderen wurden auch zwei neue Pumpen für das Wasserwerk „Ecke“ für geschätzt rund 25 000 Euro genehmigt. Die bisherigen Pumpen verlieren massiv Wasser. Reparaturen waren erfolglos. Es sei zwar möglich, die Pumpen für 5700 Euro zu sanieren. Die Aquavilla schlug aber neue Pumpen vor, die auf lange Sicht die bessere Alternative sind, da die Pumpen aus dem Jahr 1992 ausgetauscht werden sollten.